08. Juni 2005 Die Rabattschlacht auf dem Automarkt hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Pro Fahrzeug wurden im April und Mai im Schnitt 3.200 Euro Nachlaß gewährt, wie das Autoforschungsinstitut B&D Forecast in einer Studie ermittelte.
Das seien 16 Prozent des Verkaufspreises und ein neuer Rekord, bilanzierte der Autoexperte und B&D-Chef Ferdinand Dudenhöffer. Dabei habe gerade Volkswagen mit seinen großzügigen Extras und Preisabschlägen für den neuen Golf den Konkurrenzkampf angeheizt. Mit den Rabatten versuchen die Hersteller, den seit fünf Jahren schwächelnden Verkauf anzukurbeln.
VW steigert Verkäufte auch mit Händlerprämien
Mit Preisnachlässen von 21 Prozent auf einen fabrikneuen Golf hätten die Wolfsburger ihre Verkäufe im April deutlich gesteigert, erklärte Dudenhöffer. Ausschlaggebend dafür sei ein groß angelegtes VW-Händlerprogramm gewesen, bei dem der Autobauer seinen Verkäufern zusätzlich 2.000 Euro Prämie geboten hatte, wenn der Kunde bereits VW-Fahrer war. Diese Vorteile seien an die Käufer weitergegeben worden.
Volkswagen hingegen hat die Höhe der neuen Golf-Rabatte von 21 Prozent auf den Neuwagenpreis dementiert. Bezogen auf alle Käufer liegt der durchschnittliche Rabatt bei rund 600 Euro, sagte ein Unternehmenssprecher zur Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires. Die Aussage, daß bei VW Rabatte und Kaufanreizverhalten besonders ausgeprägt seien, weisen wir zurück, sagte der Sprecher weiter.
Aber auch Renault bietet deutliche Rabatte
Doch selbst 21 Prozent auf den Golf sind noch zu überbieten. Für ein Renault Scenic Sondermodell ermittelte B&D sogar einen Rabatt von 26 Prozent auf den Listenpreis, für einen Fiat Stilo immerhin noch 22 Prozent. Und das seien nur die Nachlässe der Hersteller, betonte Dudenhöffer. Hinzu kämen zum Teil noch die Rabatte der Händler.
Vor diesem Hintergrund seien auch die aktuellen Zulassungszahlen zu relativieren. Das Kraftfahrt-Bundesamt hatte am Dienstag gemeldet, in den ersten fünf Monaten seien mit 1,36 Millionen Neuwagen 1,1 Prozent mehr verkauft worden als im Vorjahreszeitraum. Berücksichtige man den zusätzlichen Verkaufstag im Mai und die erwarteten guten Starts des neuen 3er BMW und Audi Avant, verliere das Ergebnis endgültig an Glanz, bilanzierte der Autoexperte.
Text: AFP, Dow Jones - VWD
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa/dpaweb
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