Luftfahrt

Airbus trennt sich von 1000 Zeitarbeitern

Die Airbus-Zeitarbeiter müssen zittern

Die Airbus-Zeitarbeiter müssen zittern

18. Oktober 2006 Airbus Deutschland hat angesichts der Verzögerungen beim Riesenjet A380 erste Einschnitte beschlossen. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, sollen unter anderem einige Verträge mit Zeitarbeitsfirmen nicht verlängert werden. Davon seien rund tausend der insgesamt 7300 Leiharbeitskräfte in Deutschland betroffen. Bei den Airbus-Beschäftigen solle Mehrarbeit künftig nicht mehr ausbezahlt, sondern in Zeitkonten eingebracht werden.

Nach Angaben von Airbus sollen durch die Einschnitte Auslastungslücken ausgeglichen werden, die durch die A380-Verzögerungen in einigen Bereichen des Unternehmens entstanden sind. Die Schritte wurden den Angaben zufolge von dem gemeinsamen Steuerungsausschuß aus Betriebsrat und der Geschäftsführung getroffen. Dabei würden erstmals umfassend alle Instrumente der Betriebsvereinbarung „SiduFlex“ (Sicherheit durch Flexibilität) von 2003 eingesetzt.

Arbeitszeit kann bis auf 28 Stunden reduziert werden

Der krisengeschüttelte Flugzeubauer plant nach wirtschaftlicher Prüfung auch die Rückverlagerung von Aufträgen, die an Fremdfirmen vergeben wurden, wie es hieß. Geplante Fremdvergaben sollen verschoben werden. Die wöchentliche Arbeitszeit der Beschäftigten kann den Beschlüssen zufolge in betroffenen Betreichen auf bis zu 28 Wochenstunden reduziert werden - bei gleichbleibendem Entgelt. Für den Ausgleich der Arbeitsstunden würden Arbeitszeitkonten genutzt. Auch die Leiharbeiter sind demnach in die Anpassung der Wochenarbeitszeit eingebunden. Die Vergabe von Arbeitsverträgen mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden soll nach individueller Prüfung reduziert werden.

Airbus prüft nach eigenen Angaben zugleich die Möglichkeit des Mitarbeitertransfers und -verleihs innerhalb und außerhalb von Airbus und des europäischen Mutterkonzerns EADS. Die vereinbarten Maßnahmen haben laut Airbus eine Laufzeit von 24 Monaten und werden von den örtlichen „SiduFlex“-Ausschüssen an allen sieben deutschen Airbus-Standorten umgesetzt. Nach Angaben des Vorsitzenden der Geschäftführung von Airbus Deutschland, Gerhard Puttfarcken, führt an den Sparmaßnahmen angesichts der Lieferverzögerungen beim A380 kein Weg vorbei. „Das gemeinsam erarbeitete Flexibilisierungsabkommen wird helfen, auf die derzeitige Situation zu reagieren“, erklärte er.

Harter Sparkurs

Die „SiduFlex“-Vereinbarung von 2003 sieht die Vergabe von bis zu 30 Prozent der Kapazitäten an Fremdfirmen vor. Im Gegenzug wurde eine Absicherung gegen betriebsbedingte Kündigungen für die rund 22.000 Mitarbeiter umfassende Stammbelegschaft bis 2012 vereinbart.

Airbus ist in jüngster Zeit durch wiederholte Lieferverzögerungen beim A380 in eine tiefe Krise gerutscht. Der neue Airbus-Chef Louis Gallois hat einen harten Sparkurs angekündigt. Unabhängig von den nun beschlossenen Einschnitten wird derzeit das europaweite Sanierungsprogramm „Power 8“ ausgearbeitet. Angesichts der geplanten Milliardeneinsparungen wird ein Stellenabbau befürchtet.

Text: AFP
Bildmaterial: AP

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