29. Juli 2009 Die Rezession hat dem Autobauer Daimler den dritten Quartalsverlust in Folge gebracht. In den Monaten April bis Juni fuhr Daimler einen operativen Verlust (Ergebnis vor Steuern und Zinsen) von 1,005 Milliarden Euro ein, wie der Stuttgarter Konzern am Mittwoch mitteilte.
Damit verlief das zweite Quartal allerdings vor allem dank des Sparprogramms etwas besser als erwartet. Von Dow Jones Newswires befragten Analysten waren im Schnitt von einem Minus von 1,3 Milliarden Euro ausgegangen. Vor Jahresfrist hatte Daimler mit dem Verkauf von Autos, Lkw und Bussen noch zwei Milliarden Euro Gewinn verbucht. Seit Herbst vergangenen Jahres zögern die Autofahrer und Speditionen jedoch mit Neuanschaffungen.
Deutlicher Rückgang im Lkw-Geschäft
Vor allem die erdrutschartigen Einbrüche bei den Lkw-und Transporterverkäufen hinterließen bei dem weltgrößten Nutzfahrzeughersteller tiefe Spuren in der Bilanz. Der Umsatz von Daimler gab im zweiten Quartal daher um 25 Prozent auf 19,61 Milliarden Euro nach. Die Daimler-Aktie stieg nach Bekanntgabe der Zahlen um 5,3 Prozent. Ein Händler sagte, der geringer als erwartete Verlust lasse hoffen fürs Gesamtjahr.
Vorstandschef Dieter Zetsche sagte, er rechne auch für das Gesamtjahr mit einem deutlichen Umsatz- und Absatzrückgang. Angaben zur Ergebnisentwicklung machte er nicht. Daimler hatte aber bereits angekündigt, auch die Gewinnziele von 2008 wegen der weltweiten Autokrise nicht zu erreichen.
Sparprogramm läuft
Mit dem im Vergleich zum ersten Quartal verringerten Betriebsverlust schnitt Daimler besser als erwartet ab. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt bei einem Umsatzrückgang um 22 Prozent auf 20,22 Milliarden Euro einen operativen Verlust von 1,49 Milliarden Euro prognostiziert.
Fürs zweite Halbjahr rechnet Daimler mit einer Belebung der Geschäfte, will sich aber bisher trotz milliardenschwerer Sparprogramme noch nicht auf die Rückkehr in die Gewinnzone bis zum Jahresende festlegen. Der Konzern erwarte eine schrittweise Verbesserung der operativen Ergebnissituation, hieß es lediglich.
Text: FAZ.NET mit Material von Reuters, Dow Jones, dpa
Bildmaterial: ddp
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