Automobile

Ford kommt Luxus-Tochter teuer zu stehen

Jaguar springt, kommt aber nicht von der Stelle

Jaguar springt, kommt aber nicht von der Stelle

23. Dezember 2005 Der amerikanische Autokonzern Ford hat seiner britischen Tochter Jaguar mit 1,2 Milliarden Pfund (1,75 Milliarden Euro) unter die Arme gegriffen, um die hohen Verluste und Abschreibungen seiner Luxusmarke auszugleichen.

Es ist das zweite Mal innerhalb von zwei Jahren, daß der weltweit zweitgrößte Autobauer der von schwachen Verkaufszahlen gebeutelten Tochter Jaguar mit frischem Geld beispringen muß. Jaguar hat 2004 einen Vorsteuerverlust von 430 Millionen Pfund verbucht. Auch 2005 wird das Unternehmen nach Aussagen von Jaguar-Managern tiefrote Zahlen schreiben.

Ford steht zu Jaguar...

Die Kapitalspritze werde von Ford in Form von Vorzugsaktien gewährt, sagte Jaguar-Sprecher Don Hume am Freitag. „Trotz anders lautender Gerüchte steht Ford zu Jaguar“, fügte er hinzu. Spekulationen, Ford könne Jaguar womöglich verkaufen, hatte Europachef Lewis Booth bereits vergangene Woche dementiert. Dennoch dürfte die Baustelle Jaguar dem amerikanischen Konzern Kopfschmerzen bereiten, denn Ford kämpft auch bei seiner Kernmarke mit erheblichen Absatzproblemen vor allem auf dem Heimatmarkt. Ähnlich wie Konkurrent General Motors kündigte Ford bereits deutliche Stellenstreichungen an.

...kämpft aber weiter vergeblich um schwarze Zahlen

Ford kaufte die traditionsreiche Luxusmarke 1989 für 1,6 Milliarden Pfund und kämpft seitdem darum, sie in die schwarzen Zahlen zu führen. Im vergangenen Jahr baute Jaguar in England 1150 Stellen ab und fuhr die Produktion zurück. Ford erwägt sogar den Verkauf des Jaguar-Stammwerks Browns Lane in Coventry, das es seit 1928 gibt. Das Ziel, 2007 die Gewinnschwelle zu erreichen, hat der Autobauer mit der zum Sprung ansetzenden Wildkatze als Markenzeichen inzwischen fallen gelassen. Auch die Absatzzahlen im laufenden Jahr sind wenig ermutigend: Im Kernmarkt Vereinigte Staaten verkaufte Jaguar in den ersten elf Monaten 15,5 Prozent weniger Fahrzeuge, in Europa brach der Absatz sogar um 23 Prozent ein.

Text: Reuters
Bildmaterial: picture-alliance / dpa/dpaweb

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