Manche Weltsichten sind an Skurillität nicht mehr zu überbieten !
1. Sie vergessen wer den amerikanischen Hauseigentümern und Konsumenten das Geld geliehen hat. U.A. deutsche Banken (in erster Linie die öffentlich-rechtlichen). Die sahen darin wohl ein lukratives Geschäft (ich unterstelle den Landesbankern mal ganz gewagt das Prädikat eines Vollkaufmanns).
2. Erzählen Sie mal einem deutschen Mittelständler, dass Schulden machen etwas anrüchiges ist! Die EK Quote bei unseren so ach so geliebten Mittelständlern ist seit eh und je verschwindend gering.
3. Erzählen Sie mal einem chinesischen Arbeiter in Guandong wie er seine Renmimbi nach Hause an Frau und Kind schicken soll wenn der US Konsument die von ihm zusammengeschraubten DVD Player und Laptops nicht mehr kaufen kann.
Eine geopolitische Dimension der Finanzkrise wurde in der bisherigen Diskussion m.E. noch nicht genügend berücksichtigt. Wer der Welt diese gigantische Werteverbrennung eingebrockt hat, sind nämlich letztendlich die amerikanischen Verbraucher. Diese haben in einem Umfang auf Pump gelebt, der für Deutsche, wo Schuldenmachen noch etwas Anrüchiges, Unseriöses hat, schlicht unvorstellbar ist. Selbst Urlaubsreisen wurden durch Hypotheken auf zu weit über 100% beliehene Eigenheime finanziert! Ermuntert wurden die Leute dazu durch die amerikanischen Banken, und die Bush- Regierung sah zu. Was sollte sie auch sagen - hatte sie ja selbst zur Finanzierung des Angriffskrieges gegen Iraq die Staatsverschuldung hochgefahren, den Verbrauchern also quasi vorgemacht, wie man's macht.
Wenn das den Nicht- US- Bürgern langsam ins Bewusstsein dringt, ist die zu erwartende Folge eine Welle des Unmuts gegen die USA und deren Way of Life mit seinem relentless pursuit of happiness regardless of the costs. Die hiesigen Medien haben eine solche Sicht der Dinge bisher nicht transportiert - schließlich will keiner sich dem dann reflexartig erhobenen Vorwurf des Anti- Amerikanismus aussetzen.