Energiekosten

182 Versorger heben die Gaspreise an

Den Kunden steht eine neue Preiswelle bevor. Im Durchschnitt wird Gas 6,7 Prozent teurer, hat das Verbraucherportal Verivox für die F.A.Z. ausgerechnet. Die gute Nachricht: Die Verbraucher können leichter den Anbieter wechseln. Mit Preistabelle. Von Holger Schmidt

Lesermeinungen zum Beitrag

24. März 2008 02:00

@ Thomas Schulz

Hans-Jürgen Pfisterer (pfisterer71)

Sehr interessanter Kommentar. Der geschichtliche Hintergrund der Ölpreisbindung des Gaspreises war mir nicht bewußt. Liegt wohl an meinem jungen Alter.
Die Sache mit den Leitungsverlusten ist definitiv falsch! Die ohmschen Leitungsverluste sind abhängig vom Quadrat des Stromes, dem Querschnitt und der Länge. Den Strom kann man verringern indem man die Spannung anhebt. Des weiteren ergeben sich Abstrahlungsverluste durch Wechselstrom (Länge größer 1200km - da sich Wellen bilden). Verwendet man klassische Gleichstromübertragungen mit sehr hohen Spannungen dann sind die Verluste relativ zur übertragenen Leistung gering. Dies wird z.B. bei der Koppelung Neufundland Kanada / Sandy Point USA praktiziert (mehrere tausend Kilometer und mehrere Gigawatt Energie aus Wasserkraft).
Als Absolvent des DFG-Graduierenkolleg "Anwendungen der Supraleitung" muss ich ihnen auch bei der Supraleitung widersprechen. Diese Techniken sind durchaus weiterentwickelt als weitläufig bekannt. Es gibt aber keinen Grund hier die Supraleitung anzuführen. Konventionelle Technik ist hier derzeit die bessere (preiswertere) Wahl! Vielen Dank für Ihren Kommentar

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23. März 2008 10:03

@ Herr Pfisterer - das war eine Entscheidung von historischer Bedeutung

thomas schulz (peanutbutter)

Die Koppelung war 1974 nach dem 1. Ölpreisschock von der Politik eingeführt worden, um der ehemaligen UdSSR den raschen und immens teuren Ausbau ihrer Gasförderung bzw. den Bau der notwendigen Pipelines von Sibirien nach Westeuropa zu ermöglichen. Im Grunde genommen war und ist es eine Subvention, die die Konsumenten über den Preis bezahlen. Teil des Plans war, von der totalen Abhängigkeit vom Öl im Bereich der Wärmeerzeugung wegzukommen. Das Vorhaben der amtierenden SPD/FDP Regierung, den Ostblock mit Wirtschafthilfe, die Bestandteil des Projekts "Wandel durch Annäherung" war, weichzukochen, hatte mit Sicherheit die zentrale Rolle gespielt und war 1992 letztendlich von Erfolg gekrönt.

Durch die ungewollt, aber in Kauf genommene Abhängigkeit ist insbesondere D jetzt nicht mehr in der Lage, diese schon lange überflüssige Subventionen in Verhandlungen mit Rußland zu reduzieren bzw. abzuschaffen.

Nebenbei bemerkt, sind Stromheizungen wegen der hohen Leitungsverluste die Ausnahme. Der Vorschlag von mediteranen Solaranlagen würde daran nichts ändern. Im ungünstigsten Fall wären die Verluste so hoch, daß sie nicht einmal zur Stromversorgung von D taugen würden. Die Supraleitertechnologie steckt noch in den Kinderschuhen.

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22. März 2008 15:26

Kopplung des Gaspreises an den Ölpreis! Warum?

Hans-Jürgen Pfisterer (pfisterer71)

Ich bin zur Zeit in Chile um über Versorgungsprobleme der chilenischen Industrie zu beraten. Die Diskussion in Deutschland überrascht einen doch sehr.
Chile hat seit Argentinien seine Gaslieferungen drosselt große Versorgungsprobleme. In vielen Anlagen wird nun Öl als Primärenergieträger eingesetzt anstatt Gas. Der Ölpreis ist jedoch hier achtmal so hoch wie der Gaspreis. Es verwundert doch sehr das der Gaspreis in einem knappen Markt soviel günstiger ist als der Ölpreis. Warum also die Koppelung in Deutschland. Sollte man sich nicht lieber Gedanken um Abhängigkeiten von unseren russischen Freunden machen?
In Chile wird sehr offen über deutsche Technologie der regenerativen Energiewandelung gesprochen. Könnten nicht solarthermische Kraftwerke im Mittelmeerraum eine Alternative zum Gas und Öl werden?
Vielleicht muss man einfach mal in einer Größenordnung wie bei der Einführung der Kernenergie Anfang der 70er Jahre investieren!
Es gibt vielfältige Möglichkeiten und ein Mix aus verschiedenen Technologien erscheint mir am sinnvollsten.
Dann brauchen wir uns um sinnvolle Koppelungen und Abhängigkeiten auch weniger Gedanken machen.

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22. März 2008 13:25

wann tut die Politik endlich etwas für die Verbraucher?

Super Burschi (KarlKonradKoreander)

Ich will keine Sozialtarife!

Ich will keine Augenwischerei mit Scheinoptionen verschiedener Anbieter mit im großen und ganzen ähnlichen Preisen wie bei Strom und Gas! Das ist wie Tanken bei Aral, Shell und wie sie sonst alle heißen.

Ich will nicht irgendwann dastehen und meinen Kindern sagen müssen, das der Sportverein nicht mehr bezahlt werden kann, weil die Gasrechnung bezahlt werden muß!

Ich will erschwingliche, stabile Preise für Benzin, Erdgas und Strom für alle!

Ist das jetzt klar geworden?

Senkt verdammt noch mal die Stueren, damit die Leute selbst reagieren können!

Euer "noch" - aber bald "nicht mehr Wähler"
Karl

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22. März 2008 13:09

Warum wird die Kopplung des Gaspreises an das Öl nicht aufgehoben?

Michael Menzel (Galenos)


Warum hat die Regierung nicht das geringste Interesse daran, diese absurde Kopplung aufzuheben? Unser Gas beziehen wir zum größten Teil aus völlig anderen Lagerstätten und Ländern als das Öl. Es unterliegt nicht diesen irren Preis-Schwankungen die am Weltmarkt beim Öl herrschen.

Stattdessen wird bei jeder willkürlichen Preisanhebung der "Versorger" (am besten versorgen die sich selbst!) dämlich über Untersuchungen der Kartellbehörden schwadroniert. Dabei ist noch nie etwas herausgekommen. Die Bevölkerung soll nur für ein paar Tage beruhigt werden um nachher doch jeden beliebigen erhöhten Preis akzeptieren zu müssen.

Die Benzinpreiserhöhungen zu jeweiligen Feiertagen stinkt seit Jahrzehnten zum Himmel und jeder Idiot WEISS, daß selbstverständlich diesem Vorgang völlig gängige dabei völlig illegale Absprachen zu Grunde liegen.

Was sind das für Regierungen, die nur auf das Abzocken durch Steuern und Protektion der Konzerne - und möglicherweise sogar indirekte Korruption - aus sind?

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22. März 2008 07:26

Apropos ökologisch

Michael Köhn (Literatalibre)

Apropos ökologisch:
Wussten Sie schon, dass die hiesige Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg KfW Darlehen, die unter 6.000 Euro liegen und z. B. für das CO2-Gebäudesanierungsprogramm (Pelletsheizungen usw.) verwendet werden, nicht vermittelt? Nein?

MfG
Michael Köhn

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21. März 2008 21:58

Erdgas: Es war schon immer etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu haben...

Werner Weber (WeberDortmund)

Wollten wir Geld sparen, könnten wir wieder mit Kohle heizen - oder damit Strom erzeugen. Denn Importkohle ist pro thermische KWh derzeit viermal billiger als Erdgas. Selbst die deutsche Steinkohle ist - unsubventioniert - pro KWh nur halb so teuer.
Kohle aber ist derzeit mega-out in Deutschland. Neue Kohlekraftwerke sind 'Dreckschleudern', die man nicht haben will. Wenn überhaupt, dann umweltfreundliches Erdgas - weniger CO2 und höherer Wirkungsgrad. Das musste z.B. die RWE beim Versuch des Baus eines 1600 MW Kraftwerks im Saarland erfahren, so schallt es im Rheingau bei der Erneuerung eines 800 MW Heizkraftwerks für Mainz/Wiesbaden den Kohlebefürwortern entgegen.
Leider gibt es das OPEC Kartell. Das legt seit Jahren die Ölpreise fest, bindet daran den Erdgaspreis. Und seit Jahren ist es deutsche Politik, den Verbrauch von Erdgas zu fördern, unter Schröder wie auch unter Merkel. Der höhere Verbrauch festigt die Bindung an den Ölpreis.
Nur: Erdgas ist Methan, ein ganz übles Treibhausgas, wenn es freigesetzt wird. 10% Leitungsverluste reichen aus, um allen Umweltvorteil zu verspielen. Wir beziehen das meiste Erdgas aus Rußland, ueber ein Leitungsnetz, gebaut noch zu Zeiten der alten Sowjetunion. Sind wir noch dicht?

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21. März 2008 20:47

Illusionen

Sepp Ludwig Gramann (S.L.Gramann)

Ein frei ausgehandelter Börsenpreis für Erdgas soll es also richten... Solche Vorstellungen sind herzzerreißend naiv.

Erdgas kann nicht "frei" gehandelt werden, weil es in großen Mengen nicht beliebig transportiert, sprich geliefert, werden kann. Europa kann sich schon lange nicht mehr selbst versorgen und ist von russischen Gaslieferungen vollkommen abhängig. Da das Gas über Pipelines aus Russland geliefert wird, ist diese Abhängigkeit nicht nur wirtschaftlicher, sondern konkret physischer Natur.

Man kann eben keine Tüte Erdgas bei den Arabern oder sonst woher kaufen, wenn man mit dem russischen Geschäftsgebaren nicht mehr einverstanden ist, weil man es schlicht nicht von da nach hier transportieren kann, denn Pipelines gibt es nicht. Und als Flüssiggas muss Erdgas auf -161 Grad gekült werden. Das ist teuer, die Spezialtanker sind ausgebucht und einen Anlandehafen dafür gibt es in Deutschland überhaupt nicht.

Aber man will das Zeug an "der Börse frei handeln"?

Wir müssen jeden Preis akzeptieren, den Russland festsetzt. So ist das mit Monopolen eben. Im übrigen sind die weltweiten Erdgasreserven viel kleiner, als meist angenommen wird.

Erneuerbare Energien sind schon aus diesem Grund wichtig. Da brauchts kein Öko-Gerede.

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21. März 2008 18:28

Durchschnittshaushalt

Steffen Lantz (slantz)

Was ist denn hier ein Durchschnittshaushalt? Ein Einfamilienhaus oder Eigentumswohnung mit 180 m²? 20000 kWh erscheinen mir reichlich viel. In unserem 11-Parteien-Wohnhaus (ca. 725m² Wohnfläche inkl. 2 Ladenlokale) liegt der Jahresverbrauch bei etwa 86000 kWh (entspricht ca. 8500 m³). Da frage ich Sie doch, wie die Mehrheit in Deutschland heizt, bzw. ob die Gasheizungsanlagen älter sind als der Keller, in dem sie stehen...
Das Haus ist nicht freistehend, Bj 1952, Rückfassade mit Isolierputz, Dach isoliert, Heizung aus den 90ern.

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21. März 2008 18:15

Wozu braucht man eigentlich eine Bundesregierung?

Rolf-Dirk Maehler (RDMAEHLER1)

Es heisst doch immer so vollmundig: ... um Schaden von deutschen Volk abzuhalten ... Egal wohin man schaut, das scheint niemanden zu interessieren. Das einzige was Parlamentarier und Regierungsmitglieder interessiert sind Pfründe. Z.B. die Preiskoppelung von Gas und Öl müsste schnellstmöglich per Gesetz unterbunden werden, damit so etwas ähnliches wie ein Markt wieder stattfinden könnte. Obwohl der Wert des Euro schneller zugenommen hat, als der Rohölpreis, wird letzterer immer wieder als Grund für Preiserhöhungen angeführt. Das einzige was unseren Regierenden dazu einfällt, sind die phantasielosen Appelle zum Energiesparen. Die durchaus kriminellen Machenschaften der allermeisten Banker werden von unserer erlauchten Bundesregierung noch mit riesigen Steuermitteln belohnt. Man muß sich nur in Erinnerung rufen mit welcher Energie Menschen verfolgt werden, die versuchen ihr Vermögen vor den Steuereinnehmern zu retten. Auch hier wird kein Wort darüber verloren, daß die erreichbaren Zinsen durch die Steuern unter das Inflationsniveau gedrückt werden. Die Aufforderung durch Sparen etwas für die Altersversorgung zu tun wirkt da geradezu wie Hohn. Wer diese Parlamentarier (natürlich pensionsberechtigt) noch wählt ist selber schuld.

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