07. März 2008 Die Deutsche Post will in den kommenden Jahren den allergrößten Teil ihrer klassischen Eigenfilialen mit vollem Angebotssortiment schließen und in Partnerfilialen im Einzelhandel umwandeln. Bis 2011 sei dies für 700 der noch bestehenden etwa 800 eigenbetriebenen“ Filialen geplant, sagte Briefvorstand Jürgen Gerdes der F.A.Z. Ziel sind weitere Kosteneinsparungen. In den eigenbetriebenen Filialen bezahlt die Post rund 3000 vollzeitbeschäftigte Mitarbeiter, die zum größten Teil abgezogen und an anderer Stelle im Konzern eingesetzt werden sollen. Entlassungen werde es nicht geben, sagte ein Sprecher.
Auch die Versetzungen würden mit der Arbeitnehmerseite abgestimmt. Die Gewerkschaft sieht die Entwicklung dennoch mit Sorge. Die Ausdünnung des Filialnetzes erhöht den Druck auf die Mitarbeiter“, sagte Volker Geyer, der Vorsitzende der Fachgewerkschaft DPVKOM. Meistens würden den zuvor am Schalter Beschäftigten nur Ersatzarbeitsplätze im Zustelldienst angeboten. Für ältere Kollegen ist das oft keine Alternative, weil sie dazu gesundheitlich nicht in der Lage sind. Diese Kollegen scheiden dann nicht selten vorzeitig aus dem Dienst oder sie landen ohne Beschäftigung im Überhang“, kritisierte Geyer. Bereits 2006 und 2007 waren jährlich 200 Filialen in andere, kostengünstigere Formate umgewandelt worden. Meistens entstanden daraus Partnerfilialen in Bäckereien, Kiosken, Zeitungsläden und anderen Geschäften, deren Betreiber von der Post eine Vergütung erhalten.
Damit komme man den Wünschen der Kunden entgegen, die beim Einkauf auch Briefmarken besorgen oder Sendungen aufgeben könnten, meinte der Sprecher. 7200 dieser Partnerfilialen gibt es schon. Rechtlich hat die Post für den Umbau freie Hand: Mit dem Auslaufen des Monopols ist zu Jahresbeginn ihre Verpflichtung entfallen, mindestens 5000 eigenbetriebene Filialen zu unterhalten. Noch wird diese Vorgabe erfüllt, weil darauf auch die rund 3800 Postservicefilialen“ angerechnet werden, welche die Post mit eigenen, aber nur geringfügig beschäftigten Teilzeit-Mitarbeitern betreibt. Hinzu kommen die 850 Postbank-Finanzcenter, die ebenfalls ein Vollsortiment postalischer Dienstleistungen anbieten. Zusätzlich sind seit 2007 rund 900 sogenannte Postpoints eingerichtet worden.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: AP
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