Die IKB ist noch nicht über den Berg

Neues Milliardenloch

KfW geht Geld für IKB-Rettung aus

Die KfW ist nicht mehr ohne weiteres in der Lage, zusätzliches Geld für die angeschlagene IKB zu geben. Jetzt erwartet die IKB zusätzliches Engagement von den privaten Banken. Doch die lehnen kategorisch ab. Von Holger Appel

Lesermeinungen zum Beitrag

11. Februar 2008 08:59

Wo ist hier Basel II?

Los Närgli (lma666)

Komisch, als die Vorgaben aus "Basel2" von einigen Banken so umgesetzt wurden, daß so manches solide Unternehmen von heute auf morgen in Liquiditätsprobleme kam oder gar insolvent wurde, krähte "kein Han danach", es gab kein Geld vom Staat und die Unternehmen mußten selber sehen, wie sie mit der Situation fertig werden.

Jetzt hat eine größenwahnsinnige, fast als halbstaatliche zu bezeichnende Bank weit über ihre Verhältnisse gewirtschaftet und "verloren".
Warum soll der Steuerzahler hierfür aufkommen?
Es waren keine neuen Regeln oder deren (blinde) Umsetzung (wie bei Basel 2), sondern einfach nur mangelhaftes Risikomanagement, fehlende Transparenz oder zusammengefaßt fachliche Inkompetenz, die die IKB dahin gebracht haben, wo sie jetzt steht. Wo war denn da die "due dilligence", von der sonst so gern geredet wird?
Daß für die Rettung dieser Bank u.a. meine Steuern ver(sch)wendet werden sollen, ....
"Schuster bleib bei Deinen Leisten", die Politik sollte sich (operativ) aus der Hochfinanz raus halten, denn schon die ist mit den jüngsten Entwicklungen an die Grenzen ihrer Systeme gebracht worden, bei der IKB ging es leider etwas weiter.
Statt dessen wären Gesetze zum Schutz der Anleger vonnöten, aber hier tut man sich schwerer.

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10. Februar 2008 21:34

Ohne Not in den Bankrott

Michael Sextro (mixxxi)

Wenn man bedenkt, wie gut der DAX in den letzten drei JAhren gelaufen ist, dann fragt man sich schon warum IKB und WestLB ohne Not so hohe Risiken eingegangen sind. Anscheinend wird jeder Konsumentenkredit ernsthafter geprüft als die eigenen Wertpapierrisiken. Und geheimnisvoll ist das alles nicht. Die Deutsche BAnk hat es ja vorgemacht. Wenn man sich nicht ganz blöd anstellt, konnte man in den letzten Jahren satte Gewinne einfahren. Es fällt auf, daß WestLB und IKB einen hohen Anteil öffentlicher Anteilseigner haben. Die Vorstände und Aufsichtsräte dieser Banken taugen nichts. Man darf nicht aus politischer Gefälligkeit alte Kameraden über Milliarden entscheiden lassen.

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10. Februar 2008 14:32

Aufräumen

Rüdiger Noll (krn)

Vielleicht sollte man im Vorstand der KFW mit den Aufräumarbeiten fortfahren. Es kann eigentlich nicht sein, daß man seine wesentlichen Beteiligungen - also die IKB - so wenig in Griff hat. Dies steht in erster Linie in der Verantwortung des KFW-Vorstandes. Anfangen sollte man mit Frau Matthäus-Maier. Betrachtet man deren Lebenslauf, fragt man sich schon, was sie als Vorstandsmitglied und Vorstandssprecherin einer Bank qualifiziert. Auch ein Teil der anderen Vorstände der KFW - die in ihren ursprünglichen Fachgebieten sicher gute Leistungen bringen - gehören nicht in einen Bankvorstand.

Leider ein Problem, welches nicht nur die KFW betrifft - man erspare mir aber jetzt die Aufzählung fast aller Landesbanken.

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10. Februar 2008 11:38

Quacksalber

rene dustmann (reduma)

mir hat doch vor Jahren mal ein Bankenvorstand in´s Gesicht doziert dass ein guter Kaufmann zu jeder Zeit auf Knopfdruck wissen muss wo er finanziell steht. Schon damals kam mir diverses hoch - aber nicht ´raus weil ich zu dem Zeitpunkt auf der anderen Seite des Tisches saß.

Wenn ich nun mal wieder erlebend darf WIE unfähig die ganze Brut quer über den Erdball gegen jede Regel und auf unser aller Rechznung zockt, bleibt nur die Forderung alle diese Quatschblasen endlich zur wirklich zur Rechenschaft zu ziehen.

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10. Februar 2008 01:31

Liquidation

Klaus Meissner (friedwilli)

Ich denke mal, dass die ganze traurige Affäre auf eine Liquidation der IKB hinauslaufen wird, denn keiner der Beteiligten kann ein Interesse daran haben, den Laden mit lautem Krach in den Konkurs rutschen zu lassen.

Wegen der im Artikel beschriebenen Verbindung zum privaten Bankensektor (Einlagensicherungsfonds) wird es den privaten Banken nicht gelingen ihren Beitrag auf die bisher geleisteten Beträge zu beschränken. Dennoch wird der Haupteil der Verluste wohl über die KfW bei Steinbrück, sprich dem Steuerzahler landen.

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09. Februar 2008 21:23

Mich auch

gisbert heimes (gisbert4)

Obwohl die Konsequenzen einer Nicht-Einigung allen Beteiligten klar sein mußten, waren in der Nacht vom 7. auf den 8. Februar die WestLB-Eigentümer offenbar nur unter massivem Druck von BaFin und Bundesbank zu einem 'Rettungsplan' zu bewegen. Die Sparkassen wollten nicht mehr, es scheint, als ob einige auch nicht mehr können. Einigen Politikern mußten die Herren Sanio und Weber dann erstmal verdeutlichen, was Sache ist. Die Herren Pinkwart und Papke erfassen schlicht nicht mehr, wie die Dinge stehen und träumen von Lösungen, die neben jeder sachlichen und zeitlichen Realisierungsmöglichkeit liegen. Wenigstens hört Finanzminister Linssen noch auf die Fachleute unter den Eigentümern.

Und nun wieder die IKB. Die Sparkassen haben sich bei der ersten Rettungsaktion vom übergeordneten Gesamtinteresse leiten lassen, genau wie die genossenschaftlichen Institute, und haben einen Beitrag geleistet. Da war noch nicht klar, in welchem Umfang sie via Landesbanken selbst mit in den Strudel gezogen werden würden.

Rüttgers hatte in Berlin schon mal vorgefühlt wegen der WestLB und war abgeblitzt. Aber Berlin wird sich nicht lange mehr zieren können. Für die geballten Risiken der Landesbanken + IKB gibt es nur eine Adresse: Bundesrepublik D.

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09. Februar 2008 14:57

Mir dünkt Böses

Stanislaus Swerd (Olympionike)

Mir dünkt Böses: Hat da nicht die Deutsche Bank rechtzeitig vor Ackermanns Geprahle ob seine Superprofite den Landesbanken einiges vom Faulen zugeschoben? Schließlich ist der tumbe Steuerzahler wesentlich leichter hinters Licht zu führen als ein argwöhnischer Aktionär!

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09. Februar 2008 14:52

Fass ohne Boden?

Jens Leschmann (SV-Leschmann)

Die IKB braucht also frisches Geld - um die restlichen (?) Risiken abzusichern. Fragt sich nur, wie hoch die restlichen Risiken tatsächlich sind.

Die staatliche KfW - und damit der Steuerzahler - werden es schon richten. Die KfW mit 38 % an der IKB beteiligt, hat bereits in der ersten Rettungsaktion ja nur den bescheidenen Anteil von 83,33 % getragen - warum sollte Sie dieses Mal nicht gleich den gesamten Betrag, also 100 % übernehmen?

Das hätte dann den Vorteil, dass im Namen aller Deutschen, rd. 200 € pro Steuerzahler durch die KfW für die Rettung der IKB "verbrannt" worden wären.

Wann merkt eigentlich jemand, dass es so nicht weitergehen kann?

MfG. J. Leschmann
Kreditsachverständiger




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