08. Mai 2006 Ein Fonds ist ein recht einfaches Produkt. Das Fondsmanagement sammelt von Privatanlegern Geld ein, das als Fondsvermögen in einen Topf wandert, und aus diesem Geldtopf werden Investitionen getätigt. Hat das Fondsmanagement ein glückliches Händchen, vermehrt sich das Geld; läuft es schlecht, verlieren die Anleger ihr Geld.
An dieser einfachen Konstruktion läßt sich nicht viel rütteln. Hier sind dem Innovationswillen Grenzen gesetzt. Innovativ wird es erst, wenn es darum geht, wie das Geld investiert wird. Hier hat sich seit den späten neunziger Jahren viel getan.
Fonds auf Innovationskurs
Anfangs kaprizierten sich Fonds auf Aktien, Anleihen und Immobilien. Dann kamen Geldmarktfonds. In den Zeiten der Neuen Ökonomie wurde die Konzepte so ausgeweitet, daß Kritiker von einer Perversion des Fondsgedankens sprachen: Branchenfonds und Themenfonds waren die Zauberworte. Man setzte auf einzelne Markt- und Branchentrends, auf Investmentthemen wie Konvergenz, Technologie oder Neue Märkte.
Die Spitze dieser Innovationsbewegung waren Fonds, die auf Neuemissionen setzen wollten - eine Idee, die mit dem Ende des Neuemissionsbooms schnell zu den Akten gelegt wurde. In der Tat kann man sich über den Nutzen eines Fonds mit einem so eng definierten Universum streiten. Statt das Risiko für Anleger zu mildern, indem man breit investiert, waren diese Produkte unter dem Strich ein gewagtes Experiment.
Investition in Zertifikate
Nun stürzt sich die Branche auf die nächste Investmentidee: Fonds sollen in Zertifikate investieren. Noch vor Jahresfrist wäre dieses Konzept undenkbar gewesen, sah die Fondsbranche in der Zertifikateindustrie doch einen natürlichen Gegner im Kampf um die Anlegergelder. Dementsprechend hart fiel damals die Kritik der Fonds an den Zertifikaten aus.
Intransparente Gebührenstrukturen wurden ebenso kritisiert wie mangelnde Sicherheit, da Zertifikate als Inhaberschuldverschreibungen nicht den Status eines Fonds haben, der als Sondervermögen vor der Insolvenz der Fondsgesellschaft geschützt ist. Dennoch avanciert das Thema Fonds und Zertifikate zum Thema des Jahres 2006.
Mehr Verwaltung und Kosten fallen an
Aus Sicht der Kritiker sind Zertifikatefonds eine fragwürdige Innovation: Investmenttheoretisch gibt es den Einwand, daß die Fondsmanager Zertifikatestrukturen auch selbst nachbilden können, anstatt sie bei den Zertifikateanbietern einzukaufen. Dem halten Befürworter der Zertifikatefonds entgegen, daß es für den Fonds billiger sei, fertige Zertifikate zu kaufen, anstatt diese selbst nachzubauen. Zudem glauben die Manager der Zertifikatefonds, ihre Rendite auch über den billigen Einkauf von Zertifikaten zu machen. Da sei es fraglich, ob Fondsexperten den Zertifikateprofis am Markt ein Schnippchen schlagen könnten, sagen Kritiker.
Leugnen läßt sich jedenfalls nicht, daß Zertifikatefonds eine echte Gebührenmaschine sind: Da wären die Kosten für die Konzeption und Auflegung des Zertifikates; hinzu kommt der Aufwand, der im Handel mit den Zertifikaten sowie für die Verwaltung der Fonds anfällt; schließlich gibt es den Ausgabeaufschlag, um den Vertrieb zu finanzieren. Wieviel sich da summiert, läßt sich nicht beziffern. Die sonst so auf Transparenz bedachte Fondsbranche schweigt sich in diesem Punkt aus. Auch das ist eine Neuheit.
Text: hbe. / F.A.Z., 06.05.2006
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| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 6.127,44 | -2,42 |
| TecDax | 761,19 | -4,17 |
| DowJones | 11.220,96 | +0,29 |
| Nasdaq | 2.255,88 | -0,14 |
| STOXX 50 | 3.185,83 | -2,72 |
| Nikkei 225 | 12.212,23 | -2,75 |
| S&P 500 Zert. | 12,28 | -3,08 |
| Euro/Dollar | 1,43 | +0,01 |
| Bund Future | 115,28 | +0,12 |
| Gold | 802,80 | +0,00 |
| Öl | 104,17 | -3,09 |