13. September 2005 Die auf der Frankfurter Automobilausstellung IAA vorgestellte Modellpalette hat Kritiker auf den Plan gerufen.
Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) bemängelte am Dienstag, die deutsche Autoindustrie habe angesichts steigender Ölpreise versprochen, auf der Messe geeignete Antworten auf hohe Spritpreise und zunehmende Klimaprobleme zu präsentieren. Diese seien aber nicht in Sicht. Die Messe sollte am Nachmittag von Bundeskanzler Gerhard Schröder eröffnet werden.
Nicht die Automodelle der Zukunft
Der VCD kritisierte, auf der IAA würden Sportfahrzeuge, Luxuslimousinen und Offroader mit bis zu 510 PS und entsprechend hohem Verbrauch vorgestellt. Eins ist sicher: Das sind nicht die Automodelle der Zukunft, erklärte der stellvertretende VCD-Bundesvorsitzende Hermann-Josef Vogt. Unter 100 PS sei bei den deutschen Neuvorstellungen auf der IAA kaum etwas zu haben, kritisierte der verkehrspolitische Sprecher des VCD, Gerd Lottsiepen.
Wer weniger hoch motorisierte Autos sucht, muß sich an die Stände von Fiat, Nissan, Renault oder Toyota begeben, sagte Lottsiepen. Die VCD Auto-Umweltliste 2005/2006 zeige, wie wenig deutsche Hersteller bei der Kombination aus geringem Verbrauch sowie guten Schadstoff- und Lärmwerten derzeit zu bieten hätten (siehe auch Deutsche Autos wenig umweltschonend). In die Top Ten des VCD-Umweltrankings habe es mit dem Opel Corsa gerade mal ein Pkw aus deutscher Produktion auf Platz sechs geschafft. Um künftig international wettbewerbsfähig zu sein, müsse der Verbrauch deutscher Neuwagen viel schneller sinken.
Neues von Opel, Fiat und Porsche
Die Vorstellung neuer Modelle wurde auf dem Branchentreffen unterdessen fortgesetzt. So präsentierte Opel zwei Weltpremieren: Das neue Cabrio Astra Twin Top und den neuen Vectra OPC. Der Vectra ist die sportliche Variante der Mittelklasse-Reihe und zugleich das schnellste und stärkste Serienmodell, das die Marke je präsentiert hat, erklärte Opel-Chef Hans Demant.
Der kränkelnde Autobauer Fiat stellte seinen Hoffnungsträger Grande Punto auf dem deutschen Markt vor. Markenchef Luca de Meo sagte auf der IAA, das Modell sei der Beginn einer Produktoffensive von 16 neuen Modellen, allein in den nächsten sechs Monaten seien neue Versionen des Kleinwagens Panda, des Transporters Doblo und ein neuer Geländewagen geplant. Fiat wird sich erneuern, sagte de Meo. Toyota stellte derweil die dritte Generation des erfolgreichen Geländewagens RAV4 vor, sowie die Neuauflage des Kleinwagens Yaris.
Porsche stellte den neuen Cayman S vor, der die Lücke zwischen den Baureihen Boxster und 911er schließen soll. Mit dem Mittelstürmer peilt Porsche nun einen Absatz von 100.000 Fahrzeugen in drei Jahren an. Von dem neuen Modell sollen im ersten vollen Geschäftsjahr 10.000 Wagen verkauft werden.
Text: FAZ.NET mit Material von AP
Bildmaterial: AP, dpa/dpaweb
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