07. Mai 2008 Die anhaltende Finanzmarktkrise und ein kräftiger Gewinneinbruch zum Jahresauftakt haben der Commerzbank die Zuversicht auf ein weiteres Rekordjahr genommen. Nachdem der Überschuss sich im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum halbierte, kassierte die Commerzbank am Mittwoch ihre optimistischen Ziele für 2008. Es dürfte aus heutiger Sicht sehr schwer werden, das gute Ergebnis des Vorjahres wieder zu erreichen, sagte Vorstandschef Klaus-Peter Müller laut Mitteilung des Frankfurter Dax-Konzerns. Noch Ende März hatte er erneut in Aussicht gestellt, den Rekordüberschuss des Vorjahres von 1,92 Milliarden Euro wieder zu erreichen oder gar zu übertreffen. Am Markt überwog dennoch Erleichterung, dass negative Überraschungen ausblieben: Die Commerzbank-Aktie lag am Nachmittag mit einem Plus von gut zwei Prozent in der Spitzengruppe des Deutschen Aktienindex.
Von Januar bis Ende März 2008 brach der Überschuss der Commerzbank wegen weiterer Abschreibungen im Zusammenhang mit der Finanzkrise auf 280 (Vorjahreszeitraum: 609) Millionen Euro ein. Vor Steuern verdiente Deutschlands zweitgrößte Bank 410 (908) Millionen Euro. Die operativen Erträge sanken um 22,5 Prozent auf 1,757 Milliarden Euro. Die Turbulenzen infolge der Krise am Markt für zweitklassige amerikanische Hypothekenkredite (subprime) schlugen in den ersten drei Monaten 2008 mit weiteren 244 Millionen Euro Belastungen zu Buche. Insgesamt summierten sich bei der Commerzbank die Abschreibungen auf Subprime-Papiere und andere verbriefte Produkte seit Beginn der Krise auf 827 Millionen Euro.
Stille Reserven aufgezehrt
Zusätzlich zehrte die Krise die stillen Reserven der Bank auf: Die sogenannte Neubewertungsrücklage rutschte bis Ende März sogar auf minus 280 Millionen Euro, nachdem sie Ende Dezember noch bei plus 903 Millionen Euro gelegen hatte. Finanzvorstand Eric Strutz wollte in einer Telefonkonferenz weitere Abschreibungen nicht ausschließen. Insgesamt habe sich das Umfeld aber verbessert: Die Märkte haben sich im April normalisiert, sagte Strutz. Nach den überraschend starken Verwerfungen im März seien allerdings alle ein bisschen eingeschüchtert.
Mittelfristig sieht sich die Commerzbank auf dem richtigen Kurs und zeigte sich zuversichtlich, gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Strutz bekräftigte das Ziel, mittelfristig eine Eigenkapitalrendite nach Steuern von mehr als 15 Prozent zu erzielen. Im ersten Quartal lag sie bei 8,4 Prozent nach 19,7 Prozent im Vorjahr. Einen Grund, wie andere Banken wegen der Auswirkungen der Krise frisches Kapital aufzunehmen, sehe er nicht, betonte Strutz. Für den Fall, dass die Commerzbank bei einem möglichen Verkauf der Postbank zum Zuge komme, schloss er eine Kapitalerhöhung allerdings nicht gänzlich aus.
Neben den Wertkorrekturen wirkte sich bei der Commerzbank im ersten Quartal auch die Restrukturierung der Hypothekenbank in Essen negativ aus. Gestützt wurde das Ergebnis vom Buchgewinn aus dem Verkauf der französischen Vermögensverwaltungstochter CCR.
Weiter starkes Mittelstandsgeschäft
Im operativen Geschäft profitierte das Institut weiterhin von einem starken Mittelstandsgeschäft sowie seinen Aktivitäten in Mittel- und Osteuropa, die erstmals in einer eigenen Sparte untergebracht sind. Mittelstand und Privatkunden seien weiterhin verlässliche Ertragsbringer, teilte die Bank mit. Im Bereich Privat- und Geschäftskunden lag das operative Ergebnis mit 147 Millionen Euro sogar leicht über dem Rekordniveau des ersten Quartals 2007. Die Zahl der inländischen Kunden stieg bis Ende März um netto gut 100.000 auf 5,6 Millionen. Ende März beschäftigte die Commerzbank 36.746 (35.891) Mitarbeiter - drei Viertel davon im Inland.
Text: dpa
Bildmaterial: dpa
Ballmer bläst zur Milliarden-Attacke gegen ![]()
Vattenfall sucht Käufer für sein Höchstspannungsnetz
Personalvorstand Lauer: Ein Moderator sucht Lösungen
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 6.436,71 | -0,06 |
| TecDax | 725,17 | +0,50 |
| DowJones | 11.383,48 | +0,30 |
| Nasdaq | 2.302,16 | +0,97 |
| STOXX 50 | 3.351,13 | -0,10 |
| Nikkei 225 | 13.334,76 | -1,97 |
| S&P 500 Zert. | 12,50 | -2,34 |
| Euro/Dollar | 1,57 | +0,14 |
| Bund Future | 110,45 | -0,44 |
| Gold | 926,92 | -0,08 |
| Öl | 125,98 | +0,80 |
