Amerika

General Motors verschärft Stellenabbau

Aderlaß in Amerika: Letzte Ausfahrt Lansing

Aderlaß in Amerika: Letzte Ausfahrt Lansing

21. November 2005 Der angeschlagene amerikanische Autobauer General Motors verschärft nach Milliardenverlusten seinen Sparkurs massiv: Der weltgrößte Fahrzeughersteller will 30.000 Jobs streichen und damit 5.000 mehr als zunächst geplant. In Nordamerika sollen neun Werke bis 2008 geschlossen werden. Das kündigte Firmenchef Rick Wagoner am Montag in Detroit an.

Mit dem neuen Sparpaket will GM bis Ende 2006 seine Kosten um 7 Milliarden Dollar (6 Milliarden Euro) verringern, das sind 1 Milliarde mehr als zunächst geplant. Der Großteil des Stellenabbaus solle durch natürliche Fluktuation und Vorruhestand erfolgen. Geschlossen werden sollen Werke in Oklahoma City, Lansing, Michigan, Spring Hill, Tennessee, Doraville, Georgia und Ontario in Kanada sowie drei Standorte für Service und Autoteile. „Die Entscheidungen, die wir heute verkünden, waren nicht leicht. Sie haben Folgen für unsere Mitarbeiter und die Städte, in denen wir leben und arbeiten“, sagte Wagoner. Die Beschlüsse seien notwendig, damit das Geschäft in Nordamerika so schnell wie möglich wieder profitabel werde.

In den ersten neun Monaten hatte der Opel-Mutterkonzern einen Verlust von nahezu 4 Milliarden Dollar (3,4 Milliarden Euro) eingefahren. Sinkende Absatzzahlen, ein verlustreicher Preiskrieg mit der Konkurrenz, hohe Produktionskosten und ein horrender Schuldenberg sind die Hauptursachen für die Krise.

Die Hiobsbotschaften aus Detroit waren in der letzten Zeit nicht abgerissen: Erst vergangene Woche hatte GM angekündigt, wegen möglicherweise um bis zu 35 Prozent überhöhter Gewinnangaben seine Bilanzen der vergangenen Jahre überprüfen zu müssen. Der Gewinn sei im Jahr 2001 um etwa 300 bis 400 Millionen Dollar zu hoch angegeben worden, die genaue Summe stehe noch nicht fest. Hintergrund ist den Angaben zufolge die Verbuchung von Krediten von Zulieferern. Sie seien versehentlich als Einnahmen in dem Jahr verbucht worden, als GM sie erhalten habe.

GM hat weltweit rund 324 000 Beschäftigte. Über mögliche Auswirkungen auf die deutsche Tochter Opel gab es zunächst keine Angaben.

Text: AFP, dpa, AP
Bildmaterial: AP

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