Die IG Metall hatte ursprünglich fünf Prozent gefordert

Streik abgewendet

Metaller erhalten drei Prozent mehr Lohn

In der Metall- und Elektroindustrie ist ein Streik abgewendet worden. Arbeitgeber und IG Metall einigten sich auf Einkommenserhöhungen von drei Prozent und Einmalzahlungen. Nicht jeder ist vom Abschluß in Nordrhein-Westfalen begeistert.

Lesermeinungen zum Beitrag

23. April 2006 17:18

Schlecht für den Standort D

Alexander Schmitt (thabadguy)

Die Arbeitgeber haben sich, wie schon so oft, mal wieder von den Gewerkschaften über den Tisch ziehen lassen. Die Lohnzuwächse hätten bestenfalls im Bereich des gesamtwirtschaftlichen Wachstums liegen dürfen, sprich 1-1,5 % + Einmalzahlungen. Mit dem jetzigen Abschluss haben beide Tarifparteien erneut ihre Unfähigkeit unter Beweis gestellt, eine volkswirtschaftlich sinnvolle Lösung herbeizuführen.

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23. April 2006 07:13

Eine gute Nachricht für die Arbeitslosen.....

Günter Haberland (Haberland)

..... in Rumänien, in Polen, Ungarn und sonstwo in der Welt, nur leider nicht für die Arbeitslosen in Deutschland.

Mit diesem Abschluß ist dafür gesorgt, daß die Lohnkostendifferenz zwischen Deutschland einerseits, den EU-Beitrittsländern und den aufstrebenden Schwellenländern andererseits weiter zunimmt.

Die Folgen sind leicht auszumalen:

Diejenigen, die gestern bei Warnstreiks mit ihren Plakaten auf der Straße gestanden haben, werden morgen wieder dort stehen und gegen die Verlagerung von Arbeitsplätzen demonstrieren - voller Empörung, versteht sich.
Peters wird dann wieder irgendetwas von der "Verantwortungslosigkeit des Kapitals" erzählen, Struck über mangelnden Patriotismus deutscher Unternehmer lamentieren.

Und nach der Demo steigen dann alle in ihr koreanisches, japanisches oder slowakisches Auto in dem Bewußtsein, etwas zur Rettung deutscher Arbeitsplätze getan zu haben.

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22. April 2006 19:37

Den deutschen Sonderweg endlich beenden – der Währungsunion zuliebe

Martin Bauer (Martin.Bauer)

Der deutsche Sonderweg besteht in unserer fixen Idee, daß "gut für die Wirtschaft" immer eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit sei, aber ihre "integrative Fähigkeit" als Beiprodukt komme. Darunter verstehe ich die Disposition einer Volkswirtschaft, die Einkommen (ob Lohn oder Gewinn) politisch un-bedingt (z.B. bedürfnisorientiert, wie bei Löhnen im unteren Einkommensbereich) und damit für die anderen Wirtschaftssubjekte einkalkulierbar und (weitgehend) konjunkturunabhängig als Nachfrage in den Wirtschaftskreislauf zurückzuführen.

Praktisch liegt der dt. Sonderweg in der einseitigen Akzeptanz der (arbeitgebernahen) "Gewinntheorie der Löhne", im Ggs. zur (arbeitnehmernahen) "Kaufkrafttheorie ". IDEOLOGIE SIND SIE BEIDE - die ökonomische Wahrheit ist symmetrisch. Arbeitsplätze entstehen nicht als eine quasi huldvolle Oktroyierung von Arbeitgebern, denen man genug vom Gewinn gelassen hat (so wichtig das auch ihnen zuliebe ist !!), sondern Beschäftigung ist vielmehr selbst Voraussetzung für die Erwirtschaftung echter Werte; sie ist als ein öffentliches von den (privaten) Kapitalverwertungsinteressen zu trennen und vor BEIDERLEI Anspruchsdenken zu schützen: dem auf der Kapital- wie auf der Arbeitnehmerseite.

Die europäische Währungsunion steht infolge des dt. Sonderwegs unter enormem Druck. In Jahren der dt. Lohnzurückhaltung wurden Disparitäten aufgebaut, die nicht mehr lange trag- geschweige denn noch erhöhbar waren. Für den Euro bedeuten die 3% eine Verschnaufpause.

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22. April 2006 17:52

Ein gutes Ergebnis

arthur hund (arturhund)

für die Inhaber sicherer, ordentlich entlohnter Arbeitsplätze, keine Perspektive für Arbeitslose, und die Inhaber von Arbeitsplätzen in den unteren Lohngruppen: Einige werden zu teuer!

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22. April 2006 13:51

10 % wären für die Volkswirtschaft besser gewesen

Harald Wozniewski (Limpy)

10 %? Ja, weil im vergangenen Jahr die Geldmenge M1 in Deutschland um über 10 % gewachsen ist

Seit den 1960er Jahren wächst die Geldmenge M1 jährlich (!) im Durchschnit um über 8%.

Mit dem Tarifabschluss sind also 3,4 Millionen Beschäftigte mit ihrer Kaufkraft wieder einmal hinter der allgemeinen Kaufkraftentwicklung zurückgeblieben. Dass auch die Einkommen der allermeisten kleinen Unternehmer, der Rentner, der Sozialhilfempfänger usw. hinter der Kaufkraftentwicklung zurückbleiben, erschließt sich aus anderen Quellen.

Wen wundert es da noch, dass die Binnenwirtschaft in D immer mehr nachlässt!

Interessant ist es, der Frage nachzugehen, wer eigentlich dieses zusätzliche Geld jedes Jahr einkassiert hat.

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