09. April 2008 Der amerikanische Flugzeugbauer Boeing muss bei seinem neuen Flugzeugmodell 787 Dreamliner einen neuen Rückschlag hinnehmen: Die Auslieferung des Langstreckenflugzeugs wird nun ein drittes Mal verschoben. Das hat Boeing an diesem Mittwoch in Chicago bekannt gegeben.
Der Erstflug wurde nach Angaben des Unternehmens auf einen zunächst nicht näher bezeichneten späteren Zeitpunkt in diesem Jahr verschoben. Ursprünglich war dies schon für Mai dieses Jahres geplant. Im vergangenen Herbst verschob Boeing die Auslieferung auf Ende 2008, im Januar wurde sie weiter auf Anfang 2009 nach hinten gelegt (siehe dazu auch: Boeings Dreamliner verzögert sich wohl abermals).
Boeing räumte ein, dass die neuen Verzögerungen die Entwicklungskosten für den Flieger wahrscheinlich in die Höhe treiben werden. Das Unternehmen hielt jedoch an seiner Gewinnprognose für dieses Jahr fest. Zudem werde der Gewinn pro Aktie auch 2009 wie bislang erwartet deutlich zunehmen.
Neues Fertigungsmodell
Der Erstkunde von Boeing ist die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways. Grund für die vielen Verschiebungen sind anscheinend fortdauernde Probleme im Zulieferkreis.
Boeing hat für den Dreamliner ein ganz neues Fertigungsmodell konzipiert: Ein weitgespanntes Netz von Zulieferern in der ganzen Welt übernimmt die Fertigung von großen Flugzeugteilen, und im Boeing-Werk im amerikanischen Everett findet im wesentlichen nur die Endmontage statt. Offenbar gibt es bei den Zulieferern aber einige Schwachstellen.
Airbus könnte profitieren
Der 787 ist - gemessen an Vorbestellungen - äußerst gefragt: 53 Fluggesellschaften haben insgesamt 817 Stück im Wert von 135 Milliarden Dollar nach Listenpreisen geordert. Damit gilt der Dreamliner als das meistverkaufte neue Flugzeug in Boeings Unternehmensgeschichte.
Der Dreamliner wird in verschiedenen Varianten angeboten und steht in Konkurrenz zum neuen A350 XWB von Airbus. Der europäische Hauptkonkurrent erlebte ein ähnliches Desaster mit seinem Super-Airbus A380, der sich nach und nach um insgesamt zwei Jahre verspätete. Von der Verschiebung des Dreamliners könnten Airbus und sein Konkurrenzmodell A350 nun allerdings profitieren.
Text: lid./FAZ.NET
Bildmaterial: dpa
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