15. Juli 2008 Im Tarifstreit bei der Lufthansa hat am Dienstagmorgen die Urabstimmung über Streiks begonnen. Mit der Frühschicht stimmten bundesweit die ersten Mitglieder der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi über Arbeitskampfmaßnahmen ab. Die Aktion läuft zehn Tage. Das Ergebnis der Abstimmung soll am 25. Juli bekanntgegeben werden. Für einen Streik muss die Zustimmung bei mindestens 75 Prozent liegen. Dies gilt als sehr wahrscheinlich. Von Ende Juli an müssen Passagiere mit Streiks mitten in der Ferienzeit rechnen.
Verdi-Verhandlungsführer Erhard Ott zeigte sich kämpferisch: Es riecht sehr nach Streik, sagte er im ZDF-Morgenmagazin. Wir werden den Arbeitskampf so organisieren, dass wir wirtschaftlich das Unternehmen treffen. Ott fügte hinzu: Wir werden in allen Geschäftsfeldern, bei Technik, im Cargo-Bereich, im Catering-Bereich und beim Bodenpersonal und in der Kabine den Arbeitskampf organisieren. Und wir werden den Versuch unternehmen, so schnell wie möglich zu einem Ergebnis zu kommen in neuen Verhandlungen mit der Lufthansa. Dabei würden natürlich auch die Fluggäste betroffen. Das ist leider unausweichlich, sagte Ott.
Nur leichte Verbesserungen im Millimeterbereich
Die Arbeitgeberseite habe bisher nur leichte Verbesserungen im Millimeterbereich angeboten. Lufthansa habe sich auf die Entwicklungen im Markt hervorragend eingestellt, sagte Ott. Die Mitarbeiter wollten nach Einkommenseinbußen und ihren Sanierungsbeiträgen in den vergangenen Jahren nun an den guten Einnahmen teilhaben.
Die Tarifverhandlungen für das Boden- und Kabinenpersonal waren von der Gewerkschaft am vergangenen Donnerstag für gescheitert erklärt worden. Verdi fordert 9,8 Prozent höhere Einkommen für die rund 50.000 Beschäftigten am Boden und in der Kabine. Die Lufthansa hatte zuletzt 6,7 Prozent mehr Geld und eine Einmalzahlung angeboten. Das Gesamtvolumen der Offerte belief sich damit laut Lufthansa auf 7,7 Prozent bei einer Laufzeit von 21 Monaten.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP
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