28. November 2005 Die Mikroelektronik hält auch im Fußball Einzug. Seit einiger Zeit testet der Weltverband Fifa einen Ball mit eingebautem Computerchip. Ob das von Adidas entwickelte Sportgerät bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland zum Einsatz kommt, will die Regelkommission der Fifa im kommenden Frühjahr entscheiden. Die neue Technik soll den Schiedsrichtern zweifelsfrei signalisieren, ob der Ball die Torlinie vollständig überschritten hat. Nur dann zählt der Treffer.
Der Ball mit Chip ist ein typisches Beispiel für Innovationen der Sportartikelindustrie. Meistens geht es um eine Weiterentwicklung: Aus Skiern sind die taillierten Carver geworden, aus Rollschuhen Inline-Skates und aus den Stöcken für den Skilanglauf Stöcke für das Nordic Walking. Sportbekleidung und -geräte sind wie andere Konsumprodukte Modetrends unterworfen. Manche verschwinden schnell wieder. Schon fast vergessen sind beispielsweise die silberfarbenen Roller mit den kleinen Rädern - Microscooter und Kickboards -, auf denen vor einigen Jahren sogar Manager in Anzug und Krawatte zu Geschäftsterminen flitzten.
Trend des Nordic Walking
Eine überraschende Beständigkeit beweist dagegen das Nordic Walking. Fachleute nehmen an, daß dieser Trend für die Industrie noch längst nicht ausgereizt ist. Viele beginnen das sportliche Spazierengehen mit Stöcken und Schuhen, die in Discountern zu niedrigen Preisen gekauft wurden. Vor allem wer in Trainingskursen für Einsteiger besseres Material in die Hand bekommt, entscheidet sich dann aber für eine teurere Ausrüstung. Bald soll es sogar Stöcke geben, die den Kalorienverbrauch der Aktiven berechnen und anzeigen.
Auch im Winter wird das Fortbewegen mit Hilfe von Stöcken populärer. Skilanglauf hat den Ruf der Altherrensportart hinter sich gelassen und begeistert vor allem in Deutschland mehr und mehr junge Leute. Gründe dafür sind auch das wachsende Gesundheitsbewußtsein und der internationale Erfolg der deutschen Athleten im nordischen Sport. Mancher Hersteller kam im vergangenen Winter mit der Produktion von Langlaufskiern der Nachfrage gar nicht mehr hinterher.
Entwicklungsarbeit für Sportunterwäsche
Nanotechnologie spielt im Sport auch schon eine Rolle - ob es um Tennisschläger geht oder um Bekleidung. Generell sind leichte, atmungsaktive, wasser- und schmutzabstoßende Kleidungsstücke gefragt. Sogar für Unterwäsche wird Entwicklungsarbeit betrieben. Skifahrer oder Wanderer sollen sich dank Feuchtigkeitskavernen, Luftkammern und Klimakanälen bis auf die Haut bei einer gleichbleibenden Körpertemperatur von 37 Grad wohl fühlen.
Die Satellitentechnik kommt im Freizeitsport ebenfalls zum Einsatz. Mit Hilfe von GPS können Skifahrer ihre Geschwindigkeit messen, Wanderer und Läufer die zurückgelegte Strecke, berichtet Rainer Bommas, Chefredakteur von Sport+Mode, der Fachzeitschrift des Verbands Deutscher Sportfachhandel (VDS). Noch sind solche Geräte relativ teuer und nur vereinzelt im Einsatz. Zu bezahlbaren Preisen versprechen sie für die Zukunft aber hohe Umsätze, sagt Bommas voraus.
Text: him. / F.A.Z., 25.11.2005
Der Smart hat Zukunft: Ökologischer ![]()
Fünf Köpfe: Wir sind der Flughafen
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