Inbev kauft Anheuser-Busch für 52 Milliarden Dollar

Der größte Bierbrauer der Welt entsteht

14. Juli 2008 Nach zähem Ringen hat der amerikanische Brauereigigant Anheuser-Busch der Übernahme durch den belgisch-brasilianischen Konkurrenten Inbev zugestimmt. Durch die Übernahme entsteht der größte Brauereikonzern der Welt. Er soll den Namen Anheuser-Busch Inbev tragen und von Inbev-Chef Carlos Brito geführt werden. Im Vorstand sollen auch zwei Anheuser-Manager sitzen.

Die beiden Unternehmen teilten am Montag mit, dass die Kaufsumme des für seine Marke Budweiser bekannten amerikanischen Konzerns Anheuser-Busch 52 Milliarden Dollar (rund 32,7 Milliarden Euro) betragen solle - deutlich mehr als ursprünglich vorgesehen. Die Vorstände beider Konzerne hätten die Pläne einstimmig gebilligt.

Die Bierbranche ist von Konsolidierung geprägt

Im Übernahmekampf hatte Inbev den Druck auf den amerikanischen Traditionsbrauer immer weiter erhöht. Zwischenzeitlich forderte Inbev sogar den Austausch des Verwaltungsrates von Anheuser-Busch, weil der amerikanische Konzern sich Verhandlungen über eine freundliche Übernahme verweigere. Anheuser hatte die Inbev-Offerte zunächst als zu niedrig abgelehnt.

Die Übernahme ist die bislang größte in der von einer Konsolidierungswelle geprägten Brauereibranche. Es wird erwartet, dass die Regulierungsbehörden dem drittgrößten Kauf eines amerikanischen Konzerns durch ein ausländisches Unternehmen zustimmen werden.
Mitte Juni hatte der größte amerikanischen Brauer Anheuser eine ursprüngliche Offerte über 46,3 Milliarden Dollar abgelehnt. Daraufhin war Inbev auf Konfrontationskurs gegangen und drohte mit einem Sturz des Anheuser-Direktoriums.

Der bisherige Branchenführer SABMiller wird abgelöst

Nun erhöhte Inbev jedoch wie erwartet sein Angebot um fünf auf 70 Dollar je Aktie. Auf der Grundlage der 713 Millionen Anheuser-Aktien entspricht dies einem Gesamtwert von 50 Milliarden Dollar. Die Unternehmen sprachen von einem Kaufpreis in Höhe von 52 Milliarden Dollar, lieferten aber zunächst keine Erklärung, wie sich ihr Preis errechnet.

Durch die Fusion rechnen beide Unternehmen bis 2011 mit Synergien in Höhe von mindestens 1,5 Milliarden Dollar. Inbev, das neben Beck's auch die Marken Franziskaner, Löwenbräu und Diebels vertreibt, löst durch den Zusammenschluss den bisherigen Branchenführer SABMiller aus Großbritannien als Branchenführer ab. Die neue Nummer eins wird einen Jahresumsatz von etwa 36 Milliarden Dollar aufweisen.

Der mexikanische Corona-Brauer Grupo Modelo, der zur Hälfte Anheuser gehört, erklärte indes, dass es sich gewisse Mitspracherechte bei der Fusion vorbehalte. Die Anheuser-Aktie hatte ihr Rekordhoch im Oktober 2002 erreicht.

Inbev

Der Brauereikonzern InBev ist schon heute eines der weltweit führenden Unternehmen der Branche. Nach Angaben des Konzerns auf seinen Internetseiten gehören mehr als 200 Marken in rund 130 Ländern zum Unternehmen, der Umsatz lag 2007 bei 14,4 Milliarden Euro. Die bekannteste deutsche Marke bei InBev ist Beck's. Die Bremer Traditionsbraurerei wurde 2001 von Interbrew, das später in InBev aufging, übernommen. Der global tätige Brauereikonzern ist im Sommer 2004 aus dem Zusammenschluss des belgischen Unternehmens Interbrew und der brasilianischen AmBev entstanden. Der fusionierte Konzern beschäftigt rund 89.000 Mitarbeiter.

Anheuser-Busch

Anheuser-Busch betreibt allein in den Vereinigten Staaten 12 Brauereien, dazu 14 in China und eine in Großbritannien. Die bekannteste Marke des amerikanischen Unternehmens ist Budweiser. Ende 2007 beschäftigte das Unternehmen nach eigenen Angaben auf den Internetseiten knapp 31.000 Mitarbeiter und erzielte einen Netto-Umsatz von 16,68 Milliarden Dollar. Anheuser-Busch hat seine Wurzeln in der 1852 in St. Louis gegründeten Bavarian Brewery (Bayerische Brauerei), die 1860 von Eberhard Anheuser übernommen wurde. 1864 nahm Anheuser seinen Schwiegersohn Adolphus Busch in das Unternehmen auf.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: ddp, F.A.Z.

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