25. Juli 2005 Vor der Übernahme durch die italienische Großbank Unicredito lichten sich in der Führungsmannschaft der Münchner Hypo-Vereinsbank (HVB) die Reihen. Vorstand Michael Mendel, der bisher das Osteuropageschäft verantwortete, wird die HVB voraussichtlich verlassen. Erwartet wird, daß die Personalie am heutigen Dienstag in der turnusmäßigen Aufsichtsratssitzung des Geldhauses Thema ist. Mendel war für die Zeit nach der Unicredito-Übernahme als Kandidat für den Posten eines Deutschlandchefs, der unterhalb des Konzernvorstandes angesiedelt ist, gehandelt worden (F.A.Z. vom 15. Juni). Im Rennen um die Spitzenposition im Inland sind nun nach Informationen aus Finanzkreisen noch zwei Kandidaten: Christine Licci, bislang im HVB-Vorstand für das deutsche Privatkundengeschäft zuständig, und Johann Berger, der das Firmenkunden- und Immobiliengeschäft im Inland verantwortet. Die Personalfrage, die voraussichtlich erst mit dem für Oktober erwarteten Abschluß der Fusion entschieden werden soll, sorgt dem Vernehmen nach in der HVB-Belegschaft für wachsenden Unmut. Offenbar hat Licci derzeit die besseren Chancen, was bei den Mitarbeitern allerdings für wenig Begeisterung sorgen soll. Licci, die bis Frühjahr 2004 das deutsche Privatkundengeschäft der amerikanischen Citibank leitete, stieß erst vor wenigen Monaten zu der Münchner Bank. Rivale Berger ist dagegen ein langjähriger Mitarbeiter, der nach einem Intermezzo bei der abgespaltenen Tochtergesellschaft Hypo Real Estate (HRE) in diesem Jahr zur HVB zurückgekehrt ist. Wegen der Hängepartie gerät der bisherige Vorstandschef der HVB, Dieter Rampl, zunehmend in die Kritik. Mitarbeiter werfen dem designierten Unicredit-Chairman Entscheidungsschwäche vor. Offen ist unterdessen auch noch der Posten des für das Mittelstandsgeschäft zuständigen Vorstands in der Unicredito-Konzernführung. Für diesen nimmt die HVB ein Vorschlagsrecht in Anspruch. Als wahrscheinlich gilt jedoch, daß Rampl einen externen Kandidaten präferiert. (theu.)
Text: F.A.Z., 26.07.2005, Nr. 171 / Seite 18
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