Stellenabbau

Allianz verzichtet vorerst auf Kündigungen

24. November 2006 Der Versicherungskonzern Allianz verzichtet bei seinen Stellenabbau-Plänen bis mindestens Ende 2009 auf betriebsbedingte Kündigungen. Das teilte die Allianz am Freitag mit. Die Gewerkschaft Verdi hatte dies zuvor bereits bekanntgegeben.

„Gemeinsam mit den Betriebsräten haben wir Wege gefunden, im Zuge der Neuordnung die Interessen unserer Mitarbeiter noch stärker zu berücksichtigen, ohne dabei Abstriche an unseren betriebswirtschaftlichen Zielen zu machen“, sagte der Chef der Allianz Deutschland AG, Gerhard Rupprecht.

Neue Hoffnung für Frankfurt

Zudem werde der Standort Köln mit rund 1.300 Beschäftigten nicht geschlossen, hieß es weiter in der Mitteilung der Gewerkschaft. Für Dortmund mit seinen rund 300 Mitarbeitern gebe es eine Bestandsgarantie bis 2012. An beiden Orten soll Verdi zufolge ein Drittel der derzeitigen Stellen erhalten bleiben.

Die Allianz will auch ihre Sparte Lebensversicherungen in Frankfurt vorerst nicht schließen. Die Lebensversicherung im Firmengeschäft in Frankfurt mit etwa 80 Vollzeitstellen solle „unter der Voraussetzung eines betriebswirtschaftlich sinnvollen Geschäftsbetriebs bis Ende 2012 erhalten bleiben“, heißt es in einer Mitteilung des Konzerns. Zunächst war geplant, den gesamten Bereich mit etwa 300 Mitarbeitern dicht zu machen und Frankfurt auf Auto-Versicherungen zu beschränken.

Die Gewerkschaft will mehr

Verdi-Bundesvorstandsmitglied Uwe Foullong sprach von einem wichtigen Teilerfolg für die Mitarbeiter. Die Gewerkschaft hatte in den vergangenen Monaten immer wieder Protestaktionen und mehrtägige Warnstreiks organisiert. In den weiteren Verhandlungen will Verdi einen Verzicht auf Kündigungen über das Jahr 2010 hinaus vereinbaren, kündigte Foullong an.

Bei der Allianz sind insgesamt rund 5.700 Arbeitsplätze bei den deutschen Versicherungsfirmen und weitere 2.500 Stellen bei der Tochter Dresdner Bank bedroht. Die Kritik von Politikern und Gewerkschaften entzündete sich vor allem daran, daß die Allianz in diesem Jahr auf einen Rekordgewinn von über sechs Milliarden Euro zusteuert, ihre Sparpläne bislang aber verteidigt hatte. Der Vorstand begründete die Schritte mit Marktanteilsverlusten und dem global schärfer werdenden Wettbewerb.



Text: FAZ.NET mit Material der Agenturen
Bildmaterial: dpa

 
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