Hartz-Nachfolge

Conti-Personalvorstand gibt VW einen Korb

20. Juli 2005 Fast zwei Wochen nach dem Rücktrittsangebot von VW-Personalvorstand Peter Hartz im Zuge der Korruptionsaffäre bei Volkswagen ist noch kein Nachfolger in Sicht.

Auch der in Medienberichten genannte Personalvorstand von Continental, Thomas Sattelberger, steht Conti-nahen Kreisen nicht als Wechselkandidat bereit. Es sei „ausgesprochen unwahrscheinlich“, daß Sattelberger zu VW wechseln werde. Ein Conti-Sprecher sagte am Mittwoch, er werde solche Spekulationen nicht kommentieren. Am Dienstag hatte der Personalvorstand von ThyssenKrupp, Ralph Labonte, VW eine Absage erteilt. ThyssenKrupp erklärte, Labonte stehe nicht zur Verfügung.

Am Montag hatten sich Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff und IG-Metall-Chef Jürgen Peters zu einem Vier-Augen-Gespräch über die Hartz-Nachfolge getroffen. Wulff und Peters sitzen im Präsidium des VW-Aufsichtsrats. Inhalte des Treffens wurden nicht bekannt. Der Gewerkschaftschef hatte sich zuversichtlich geäußert, daß die Arbeitnehmerseite sich mit ihrem Kandidaten durchsetzen werde. Die IG Metall hat de facto ein Vorschlagsrecht für den Posten.

Mehrere interne Kandidaten

Als künftiger VW-Arbeitsdirektor gehandelt werden mehrere interne Kandidaten: den Personalvorstand der VW-Tochter Audi, Horst Neumann, der VW-Verhandlungsführer in den Tarifrunden, Josef-Fidelis Senn, sowie Klaus Dierkes, Vorstandssprecher der Wolfsburg AG, einer Partnerschaft zwischen VW und der Stadt Wolfsburg.

Das Präsidium des VW-Aufsichtsrates hat dem Gremium die Annahme von Hartz' Rücktrittsgesuch empfohlen. Hartz hatte den vorzeitigen Rücktritt damit begründet, daß er die politische Verantwortung für angeblich unkontrollierte Spesenbudgets für den Betriebsrat übernehme und Schaden von Volkswagen abwenden wolle. Seine Aufgaben soll vorübergehend Vorstandschef Bernd Pischetsrieder übernehmen.
In der seit Wochen schwelenden Korruptionsaffäre bei Europas größtem Autobauer ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig gegen den früheren Personalchef der VW-Tochter Skoda, Helmuth Schuster, und einen entlassenen Mitarbeiter im VW-Personalwesen wegen des Verdachts der Untreue und des Betrugs.

Text: Reuters

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