18. März 2008 An den Märkten herrschte an diesem Vormittag gespanntes Warten auf die Zahlen der amerikanischen Banken Goldman Sachs und Lehman Brothers. Nun haben beide geliefert und inmitten der Nervosität gibt es ein leichtes Aufatmen. Zwar leiden beide Institute im ersten Quartal unter der aktuellen Finanzmarktkrise, doch trotzdem sind beide nicht so stark getroffen, wie Fachleute das erwartet hatten.
Die Belastungen durch die Krise summierten sich bei Goldman Sachs im Ende Februar abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal netto auf rund zwei Milliarden Dollar (1,27 Milliarden Euro). Im Vorfeld waren weit höhere Wertberichtigungen erwartet worden. Je Aktie verdiente Goldman 3,23 Dollar im Vergleich zu 6,67 Dollar ein Jahr zuvor. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte Goldman Sachs ungeachtet der Kreditkrise noch einen Rekordgewinn eingefahren. Die Aktie legte vorbörslich um knapp fünf Prozent an und zog auch europäische Bankentitel ins Plus.
Auch Lehman Brothers schließt Quartal besser als erwartet ab
Bei Lehman Brothers bot sich ein ähnliches Bild: Die viertgrößte amerikanische Investmentbank hat das abgelaufene erste Geschäftsquartal trotz massiver Rückgänge bei Erträgen und Gewinn besser als erwartet abgeschlossen. Der Überschuss sei von 1,15 Milliarden auf 489 Millionen Dollar oder 0,81 Dollar je Aktie zurückgegangen, teilte das Unternehmen am Dienstag in New York mit. Die Erträge schmolzen von 5,05 auf 3,51 Milliarden Dollar zusammen. Von Thomson First Call befragte Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Gewinn von 0,72 Dollar je Aktie gerechnet und die Erträge sogar auf 3,35 Milliarden Dollar schrumpfen sehen.
Auch Lehman-Aktien legten vorbörslich zu. Nach der Fast-Pleite und dem Notverkauf des Wettbewerbers Bear Stearns betonte Lehman Brothers ausdrücklich, keinerlei Liquiditätsprobleme zu haben. Nach Gerüchten um Probleme bei Lehman war der Aktienkurs der Investmentbank allein am Montag um knapp 20 Prozent eingebrochen. Je Aktie verdiente Lehman im Ende Februar abgeschlossenen ersten Quartal 0,81 Dollar nach 1,96 Dollar vor einem Jahr. Im vergangenen Jahr hatte die Bank noch einen Rekordgewinn eingefahren.
Zwei Traditionsbanken mit Schwerpunkt Investmentbanking
Goldman Sachs gilt als eine der renommiertesten Investmentbanken, ihr Schwerpunkt sind Finanzdienstleistungen für Großunternehmen. Die Bank eröffnete 1869 als Ein-Mann-Unternehmen des fränkischen Einwanderers Marcus Goldman. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Goldman Sachs zu einer der führenden Investmentbanken der Vereinigten Staaten, seit 1999 ist sie börsennotiert. Goldman Sachs beschäftigt heute rund 30.000 Mitarbeiter. Während andere Großbanken im Zuge der Finanzkrise im Jahr 2007 Abschreibungen bis hin zu einer zweistelligen Milliardenhöhe vornehmen musste, kam Goldman Sachs damals zunächst um Riesenverluste herum und verbuchte ein Rekordgeschäftsjahr. Seit November verlor die Goldman-Aktie jedoch fast die Hälfte ihres Werts.
Lehman Brothers ist eine traditionsreiche Bank mit Sitz in Manhattan. Schwerpunkt des Geschäfts sind Investmentbanking, Equity und festverzinsliche Wertpapiere. Der Name geht auf drei deutsche Einwanderer zurück, die das Geldhaus 1850 in Alabama gründeten. Nach einer tiefen Krise in den 80er Jahren gelang unter dem heutigen Chef Richard Fuld ein rasanter Aufstieg zu einem der weltgrößten Investment-Häuser. Ein schwerer Schlag war die Zerstörung des neben dem World Trade Center gelegenen Hauptsitzes am 11. September 2001.
Text: DPA-AFX
Bildmaterial: AP
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| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
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| Nasdaq | 2.280,11 | -1,97 |
| STOXX 50 | 3.354,58 | -0,97 |
| Nikkei 225 | 13.603,31 | +2,18 |
| Euro/Dollar | 1,57 | -0,03 |
| Bund Future | 110,94 | +0,75 |
| Gold | 924,85 | +0,34 |
| Öl | 124,98 | -1,22 |
