Finanzkrise

Wirtschaft in Not – die Notenbank legt nach

Den Kollaps der amerikanischen Investmentbank Bear Stearns hat die Notenbank verhindert. Die Insolvenz hätte der Dammbruch sein können. Nächste Woche müssen viele andere Banken ihre Zahlen vorlegen. Die Dämme der amerikanischen Wirtschaft sind brüchig. Von Tim Höfinghoff und Nadine Oberhuber

Lesermeinungen zum Beitrag

21. März 2008 18:02

Das war ein Warnschuss - eine umfassende Krisenvorsorge ist gefragt

Gehrard Spannbauer (Janopholes)

Soweit ich es mitbekommen habe, wurde die Übernahme der Bear Stearn am Sonntag abgewickelt. Und die FED legt eine Bürgschaft über 20 MRD. Dollar dazu. Das sind alles Indikatoren, dass die Situation sehr gefährlich war.
Ich beobachte die Finanzwelt aus persönlichem Interesse - ich habe eine Familie und eine kleine GmbH - und wundere mich, wie die Obrigkeit es immer wieder schafft, solche Brandherde elegant aus der Welt zu schaffen.
Ich habe für mich entscheiden, eine umfassende Vorsorge zu betreiben und zwar nicht nur hinsichtlich der Finanzen, sondern auch was die persönliche Vorsorge (Vorräte, autarke Versorgung) sowie gewisse Vorkehrungen für die eigene Sicherheit. Ich habe mich hierzu gut eingelesen und mir viele Gedanken gemacht. Die Resultate meiner Überlegungen teile ich auf meiner Website www.krisenvorsorge.com. Unser Land ist sehr dicht bevölkert und meines Erachtens sehr störungsanfällig. Daher wundert es mich, dass das Thema umfassende Vorsorge in den Medien und bei den Menschen eher unterbelichtet ist. Das könnte aber fatal sein und ich rate den Lesern, vorzusorgen.

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16. März 2008 14:25

Der Dollar ist unsere Waehrung, aber Ihr Problem

Peter Szameitat (MAKSAS)

1971 sagte dies John Connally, einstiger amerikanischer Finanzminister. Viele US-Fonds, wie immer auch konzepiert, wurden in Europa, haupsaechlich im Euroraum, mit hohen Renditeversprechen von guten Verkaeufern, Aufschneidern, an Finanzinstituten, Versicherungen, Investoren etc. verkauft, ohne das ein Kaeufer die Obligationen einer ernshaften Pruefung unterzog. Wie sich nun heraustellt, waren die meisten mit einem hohen Risiko, nicht nur die Immobilienfonds, behaftet. Alle Kaeufer haben bisher noch nicht ihr Desaster offengelegt, wie auch in D, die immer noch hoffen das der bittere Kelch an ihnen vorbeiziehe. Ein truegerische Hoffnung. Wer aber hat diesen exzessiven Verkauf der Fonds vorangetrieben? Oder war es eine gross angelegte Strategie? Wie werden sich die eingereichten Klagen von US-Rueckversicherern noch auf den Euroraum auswirken? Kann auch der Auftrag des milit. US-Grossprojekts an EADS zum Dollarproblem der EU werden? Die Finanzierung des Projekts ist bisher nicht klar. Will man, wie schon angedeutet wurde, das EADS dieses Projekt, wegen der schon hohen Verschuldung der USA, vorfinanziert? Ja, der Dollar ist das Problem der EU, dann aber mehrheitlich des Euroraums!
MAKSAS

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16. März 2008 10:19

Wieso Verluste?

Sascha Rieger (JonasundderWal)

Warum übernimmt die Presse in diesem Zusammenhang den irrigen Begriff "Verluste"?

Denn er suggeriert, dass es vorher Werte gegeben hat... Die "Werte" hier werden aber selbst generiert, durch irrige oder schlimmer, wissentliche, Fehlbe"wert"ungen!

Am Ende besitzt jemand ein Aktienpaket, das Milliarden Euro, Dollar oder Yen "Wert" hat und schreit dann "Verlust!", wenn der Rest der Welt spitzkriegt, dass nichts dahinter steckt. Schlimm nur, dass dieser jemand zwischenzeitlich von den Banken echtes Geld bekommt - es gibt ja die "Sicherheit" des "wert"vollen Aktienpakets!

Im Zusammenhang mit dieser Finanzkrise sollte man darum nur in besonderen Umständen im Zusammenhang mit Aktienkursen von Verlusten sprechen.

Wertberichtung trifft es besser - da versteht man auch gleich, wer für die Krise verantwortlich ist.

Und - wer zahlt eigentlich die Rettungsaktionen - woher bekommt die Notenbank ihr Geld? Warum kann man die vielen Milliarden nicht an die Konsumenten und die "echte" Wirtschaft direkt geben, um sie vom Finanzmarkt etwas zu entkoppeln?

Solange die tollen neuen Finanzinstrumente der letzten Jahre nicht wieder abgeschafft werden, ist der Finanzmarkt nicht nur nutzlos für die Allgemeinheit, sondern schädlich!

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16. März 2008 10:06

Systembedingte Krise

Heinz Peter Mathey (petermathey)

Nach der Aufkündigung des Bretton Woods System durch USA und EU und der dadurch erzwungenen , von vielen gewollten Freiheit des Kapitalverkehrs und der Wechselkurse sind die Warnungen kompetenter Ökonomen in den Wind geschlagen worden, die eine Trennung der realen Geschäfte von den reinen, oft künzlich geschaffenen Finanzprodukten für sehr gefährlich gehalten haben. Da es sich um einflussreiche, kapitalträchtige private, juristische Personenund bestimmte Länder handelte, die Geld für gewinnreiche Geschäfte im Überfluss hatten und denen man seinerzeit glaubte, diese Investitionen in realen Geschäften anzulegen- also für neue Arbeitsplätze sorgen würden,haben viele Staaten anscheinend wegen Nichtkenntnis der Folgen oder aus Eigeninteressen mitgemacht.Heute jammern diese Leute, die systembedingt schnelles, leichtverdientes Geld wollten. Das schlimme dabei ist, das anscheinend die Verluste wieder sozialisiert werden, die vorher erzielten Gewinne aber nicht. Vielleicht lachen heute nicht mehr alle über die "Alten Vorschläge zur Rückkehr zu einem neuen Bretton Woods System.
Heinz Peter Mathey

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16. März 2008 09:16

ernste Systemkrise

Martin Strohrmann (wirmuessendranglauben)

Banken handeln Risiken. Dazu brauchen sie Systeme, Risiken zu bewerten. Aber die brechen gerade so ziemlich reihenweise zusammen. Ratingagenturen? Die haben die Krise hauptsächlich verursacht, mit ihrer Finanzalchemie (100 sinkende Schiffe zusammenbinden, dann die Hälfte mit AAA bewerten, werden schon nicht alle untergehen). Anleiheversicherer? Sind selber nicht sicher. Andere Banken? Wer ist denn nicht betroffen? Die US Regierung? Wenn man wenigstens die Inflationsdaten glauben könnte! Die Fed? Stellt sich eher als Spielball zwischen Wallstreet und US-Regierung dar.
So einfach wird sich die Krise nicht lösen, weil inzwischen alles zusammenhängt. Schadenfreude ist also völlig fehl am Platz, wir sind auf jeden Fall mit betroffen. Die Fed will Entlastung durch Inflation schaffen, aber das verschärft meiner Meinung nach eher noch die Vertrauenskrise. Die EZB hält dagegen - wie lange noch? Es gibt nur drei Möglichkeiten: 1. Intervention, also Dollar kaufen und so den Amerikanern ermöglichen, weiterzumachen. 2. Zinssenkung, also auch auf Inflation setzen. 3. Hart bleiben und die Konjunktur in Europa gefährden.

Irgendwer muss jetzt mal einen Weg finden, wie das Vertrauen zumindest in Teilen der Finanzwelt wiederhergestellt wird.

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15. März 2008 23:47

geld von der Fed

Frank Geiser (geiser123)

... woher denn noch .... mal eben gedruckt,...geliehen? ... es wird zum groessten Knall der Geschichte kommen, ...leider ...

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15. März 2008 21:21

Wie schlimm ist es? Noch viel schlimmer!

Thomas Strobl (weissgarnix.de)

Zumal einem ja kein reiner Wein eingeschenkt wird, von den Banken nicht, und von den Zentralbanken schon gar nicht. Wer erinnert sich noch an die Mitteilung der FED am Dienstag zur "Term Securities Lending Facility"? Und was passierte danach, Rekordgewinne an den Börsen? - Bereits damals hatte die FED gelogen, es ging keineswegs um den "generellen Kreditmarkt", wie sie sagte, sondern um die spezifische Rettung einer bestimmten Bank. Was auch die Financial Times am Freitag abend genau so analysierte. Hätte die FED am Dienstag reinen Wein eingeschenkt, es wäre sicher nicht zur nachfolgenden Hausse gekommen, und daher vielleicht zu etwas weniger heftigen Einbrüchen am Freitag. Die FED und Bernanke sind Wheeler Dealer, die kriegen die Krise bestimmt nicht gelöst ...

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15. März 2008 21:10

Wirtschaft in Not - Presse auch?

Stefanie Krause (Leser79)

Sehr geehrte Frau Oberhuber, Sehr geehrter Herr Höfinghoff, nachdem ich Ihren Artikel gelesen hatte, fragte ich mich, ob ich noch auf den FAZ-Internetseiten war oder eines eher bildhaft gestalteten Magazins. Ihr Artikel hatte leider keine neuen Informationen für den interessierten Leser. Stattdessen rühmt er sich eines reißerischen Stils, wie es der Ernsthaftigkeit der Finanzkrise wohl kaum angemessen erscheint. Pressemitteilungen haben ebenfalls eine gewisse Wirkung auf wirtschaftliche Ereignisse. Daher ist insbesondere bei diesem brikärem Thema Vorsicht geboten. Hochachtungsvoll,

S. Krause

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