Hypothekenkrise

Sparkassen-Finanzgruppe stellt Landesbank Sachsen Kredit bereit

Das Gebäude der Sachsen LB in Leipzig

Das Gebäude der Sachsen LB in Leipzig

18. August 2007 Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen musste eine deutsche Bank wegen der Folgen der amerikanische Hypothekenkrise mit Milliardengarantien gestützt werden. Ein Pool der Sparkassen-Finanzgruppe räumte der SachsenLB eine Kreditlinie von 17,3 Milliarden Euro ein, damit diese ihren Verpflichtungen aus einem amerikanische Fonds nachkommen kann, wie die SachsenLB am Freitagabend mitteilte.

Die von der Landesbank-Tochter SachsenLB Europe verwaltete Gesellschaft Ormond Quay habe sich aufgrund des derzeit schwierigen Marktumfelds bei so genannten Commercial Papers (CP) nicht mehr ausreichend refinanzieren können, hieß es. Die Bonität der gesamten Bank sei dadurch in Frage gestellt worden. CPs sind Anleihen mit einer sehr kurzen Laufzeit. Durch das Einspringen des Sparkassen-Pools könnten die Papiere nun bei ihrer Fälligkeit eingelöst werden. Dieser Pool bestehe „primär“ aus Landesbanken, sagte ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV).

SachsenLB gilt als finanzschwach

Bei der Mittelstandsbank IKB war vor etwa drei Wochen ähnliches passiert: Die Bank hatte sich mit einem Fonds am amerikanische Markt für zweitklassige Hypothekendarlehen (Subprime Mortgage) verspekuliert und musste von ihrem Hauptaktionär - der staatseigenen Förderbank KfW - mit einer Liquiditätslinie von 8,1 Milliarden Euro gestützt werden. Die KfW erwartet bei der IKB aus heutiger Sicht einen Verlust von 3,5 Milliarden Euro aus dem amerikanische Engagement. Die Summe wird zu 70 Prozent von der KfW aufgebracht, 30 Prozent übernehmen die Verbände von privaten Instituten, Sparkassen und Genossenschaftsbanken.

Auf die ohnehin als finanzschwach geltende SachsenLB kommen durch das amerikanische Engagement Ergebniseinbußen zu. „Die Umstellung der Refinanzierung der Ormond-Quay-Struktur wird das Jahresergebnis der SachsenLB belasten“, teilte die Bank mit. Der Freistaat Sachsen betonte, für alle möglicherweise aus dem Fonds entstehenden Verluste zu haften. Ormond Quay unterliege der so genannte Grandfathering-Regelung. Diese besagt, dass das Land bis zum Jahr 2015 Garantien für alle Verbindlichkeiten der Bank gewährt.Die Regeln wurden nach dem Wegfall von Anstaltslast und Gewährträgerhaftung im Jahr 2005 vereinbart.

Die Finanzaufsicht Bafin begrüßte die schnelle Lösung. Dies zeige die Solidarität der deutschen Banken vor einem derartigen Problem. DSGV-Präsident Heinrich Haasis sagte Reuters: „Die Sparkassen-Finanzgruppe hat damit erneut schnell, marktgerecht und verantwortungsvoll ihre Handlungsfähigkeit unter Beweis gestellt.“ Für die anderen von der SachsenLB betreuten Zweckgesellschaften - Georges Quay und Sachsen Funding - sei ausreichend Liquidität vorhanden, teilte die Landesbank mit. Die daraus entstehenden Finanzierungsverpflichtungen könnten erfüllt werden.

Text: Reuters
Bildmaterial: dpa

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