13. Dezember 2006 In Stockholm ist am Mittwoch ein Plan des vor der Ablösung stehenden VW-Chefs Bernd Pischetsrieder zur Fusion der Nutzfahrzeughersteller MAN und Scania veröffentlicht worden. Wie die Wirtschaftstageszeitung Dagens Industri berichtete, skizzierte Pischetsrieder darin seine Vorstellungen für den Zusammenschluß beider Unternehmen mit Volkswagens eigener Lkw-Produktion zu einem europäischen Nutzfahrzeugkonzern mit mehreren Marken.
VW unterstützt bisher das MAN-Übernahmeangebot für den schwedischen Konkurrenten Scania, das dieser als feindlich ablehnt. Den Zeitungsangaben zufolge schickte Pischetsrieder seinen als privat und vertraulich deklarierten Plan am 15. November an MAN- Chef Hakan Samuelsson, dessen Scania-Kollegen Leif Östling sowie Börje Ekholm als Chef des größten schwedischem Scania-Eigners Investor. Sieben Tage zuvor hatte VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch die Ablösung Pischetsrieders zum Jahreswechsel durchgesetzt.
Treffen im November
Die schwedische Zeitung veröffentlichte komplett die erste Seite des von Pischetsrieder verschickten Briefes. Darin bezog er sich auf Diskussionen bei unserem Treffen am 8. November. Das widerspricht jüngsten Angaben der nach außen als stark verfeindet geltenden Samuelsson und Östling, dass sie seit Monaten nicht miteinander gesprochen hätten.
Laut dem Schreiben will VW in eine Zusammenarbeit von MAN und Scania auch die eigene Lkw-Sparte mit dem Schwerpunkt Brasilien einbringen. Das hat Scania-Chef Östling bisher strikt abgelehnt. Der Schwede mußte sich vor einer Woche für seinen Vergleich des MAN-Angebotes mit der Blitzkrieg-Strategie des nationalsozialistischen Deutschlands im Zweiten Weltkrieg entschuldigen.
Scania-Sprecherin Cecilia Edström sagte zu der Veröffentlichung des Pischetsrieder-Briefes: Das hat uns schon sehr verwundert. Wir können nicht sehen, wer daran ein Interesse haben soll. Zum Inhalt nehme man nicht Stellung. Investor, der als größter schwedischer Scania-Eigner die MAN-Offerte ablehnt, verweigerte jeden Kommentar. Die Finanzgesellschaft verfügt zusammen mit anderen Anteilen der Wallenberg-Gruppe über eine Sperrminorität.
Frist verlängert
MAN hat für das schwedische Unternehmen rund 10,3 Milliarden Euro geboten und will 80 Prozent des Kaufpreises in bar bezahlen. Die Offerte der Deutschen wird von der Scania-Spitze und dem Großaktionär Investor als zu niedrig abgelehnt.
In der vergangenen Woche wurde die Frist für die Annahme des Angebots bis zum 31. Januar verlängert. MAN bewertete den Milliardenkredit als Vertrauen der Finanzmärkte in unser Konzept für eine industrielle Kombination mit Scania. Zusätzlich zur Führungsgruppe des Konsortiums werden weitere 24 internationale Banken MAN finanzielle Mittel zur Verfügung stellen.
Text: FAZ.NET mit Material von dpa und F.A.Z.
Bildmaterial: AP
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