06. Oktober 2005 Der Finanzmakler AWD hat die Anleger an der Börse mit einer Gewinnwarnung geschockt. Wegen der schwierigen Marktbedingungen sei das Ergebnis aus dem Vorjahr in 2005 kaum mehr zu schaffen, teilte AWD am Donnerstag überraschend mit. Die im Nebenwerte-Index MDax notierte Aktie des Unternehmens brach daraufhin zeitweise um fast 20 Prozent auf ein Jahrestief von 25,60 Euro ein.
Eine gleichstarke Entwicklung wie 2004 ist auf Grund der derzeitigen Marktlage kaum realisierbar, erläuterte das in Hannover ansässige Unternehmen, das vor allem Produkte zur Altersvorsorge vermittelt. Neben der insgesamt schwachen Nachfrage in Deutschland, dem wichtigsten Markt für AWD, seien die gesetzlichen Bestimmungen zur privaten Altersvorsorge zuletzt immer komplexer geworden. Wir haben unterschätzt, dass auch unsere Kunden in Deutschland einen Lernprozess durchlaufen. Der Aufklärungs- und Informationsbedarf ist immens, sagte AWD-Chef Carsten Maschmeyer.
Nach vorläufigen Zahlen für das dritte Quartal 2005 wird der Umsatz rund 142 Millionen Euro betragen und damit um 13 Prozent zum Vorjahr fallen. In den ersten neun Monaten ergibt sich damit ein Umsatzrückgang von rund fünf Prozent. Das operative Ergebnis (Ebit) liege im dritten Quartal bei rund einer Million Euro nach gut 17 Millionen Euro im Vorjahr. Die Dividende für 2005 werde voraussichtlich nur noch ein Euro je Aktie betragen, hieß es in der Mitteilung. Für 2004 waren noch 1,25 Euro je Anteilsschein ausgeschüttet worden.
AWD hatte den Anlegern in der Vergangenheit immer wieder zweistellige Wachstumsraten bei Umsatz und Ebit versprochen, weil das Unternehmen in einem langfristigen Wachstumsmarkt agiere. Im zweiten Quartal 2005 war der Umsatz aber erstmals seit mehr als zehn Jahren geschrumpft, was Zweifel an den langfristigen Wachstumsperspektiven aufkommen ließ.
AWD sieht lediglich Wachstumsdelle
AWD sieht trotz der Gewinnwarnung lediglich eine Wachstumsdelle und will schon im nächsten Jahr wieder prozentual zweistellig zulegen. Positiv würden sich dabei Investitionen auswirken, die im dritten Quartal zusätzlich negativ zu Buche schlugen. AWD habe in den Vertrieb, Schulungen von Beratern und Marketing investiert sowie Einmalaufwendungen für den Ausbau der Aktivitäten in Großbritannien und Italien vorgenommen. Damit verbessere sich die Wettbewerbsposition und die Ausgangslage für die nächsten Jahre, hieß es.
Metzler-Analyst Sven Janssen sagte, die Bewertung von AWD an der Börse sei auf nachhaltiges Wachstum ausgerichtet. Wenn es dann ein Zeichen gibt, dass sich das Wachstum verlangsamt oder es kein Wachstum gibt, ist das verheerend. Ähnlich sahen es die Anleger: Am späten Vormittag lag die AWD-Aktie immer noch knapp 14 Prozent im Minus bei 27,45 Euro.
Im Sog davon fielen auch die Aktien des Konkurrenten MLP um knapp zwei Prozent auf 16,90 Euro. Der Heidelberger Makler äußerte sich aber zuversichtlich zum eigenen Geschäft. Der positive Trend des ersten Halbjahres mit steigendem Absatz von Vorsorgeprodukten hat sich in den letzten Wochen und Monaten fortgesetzt, sagte ein MLP-Sprecher. Das Unternehmen bekräftigte seine Prognose, im Gesamtjahr 2005 vor Steuern 100 Millionen Euro verdienen zu wollen.
Text: FAZ.NET mit Material von Reuters
Bildmaterial: AWD
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| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 6.420,54 | +1,57 |
| TecDax | 825,22 | +0,97 |
| DowJones | 11.715,18 | +1,85 |
| Nasdaq | 2.411,64 | +1,22 |
| STOXX 50 | 3.359,42 | +1,83 |
| Nikkei 225 | 12.768,25 | +0,12 |
| S&P 500 Zert. | 12,80 | +1,03 |
| Euro/Dollar | 1,47 | +0,22 |
| Bund Future | 114,30 | -0,05 |
| Gold | 835,80 | +0,32 |
| Öl | 114,45 | -1,55 |