15. Mai 2007 Der Deutschen Post macht schon vor dem Ende ihres Monopols im Briefgeschäft auf dem Heimatmarkt ein schrumpfendes Volumen zu schaffen. Bei zunehmender Nutzung elektronischer Kommunikation wie E-Mails und intensiverem Wettbewerb ging die Anzahl sowohl von Geschäftskunden- wie auch von Privatkundenbriefen in den ersten drei Monaten dieses Jahres um rund 3,4 Prozent (gegenüber dem Vorjahreszeitraum) zurück, wie die Post am Dienstag in Bonn berichtete. Der Umsatzrückgang beim Inlands-Brief betrug satte 5,6 Prozent. Insgesamt startete der weltweit führende Logistik- Konzern mit einem Ergebnis- und Gewinnplus gut ins Jahr und bekräftigte seine Prognose für das Gesamtjahr.
Bei ihrem traditionellen Hauptgewinnbringer Brief verdiente die Post auch weniger. Es gab im ersten Quartal einen überraschend hohen Rückgang des operativen Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 10,8 Prozent auf 618 Millionen Euro (2006: 693 Millionen Euro). Erstmals wurde auch das nationale Paketgeschäft ins Briefsegment-Ergebnis einbezogen. Der Paket-Umsatz sank um 2,9 Prozent. Auch die Anzahl der Pakete von Privatkunden ging zurück.
Umkämpftes Paketgeschäft
Der Rückgang beim Brief-Ergebnis ist nach Angaben von Finanzvorstand Edgar Ernst auch auf eine Preissenkung im umkämpften heimischen Paketgeschäft zurückzuführen. Daneben habe sich das Fehlen von 0,7 Arbeitstagen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum dämpfend auf den Ertrag ausgewirkt. Die Strategie, Erlösrückgänge im Inland durch Zuwächse im internationalen Briefgeschäft auszugleichen, gehe aber weiterhin auf. Das Monopol der Post für Sendungen bis 50 Gramm läuft nach geltendem Gesetz Ende 2007 aus. Die Post habe sich darauf strategisch und operativ vorbereitet.
Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg insgesamt im ersten Quartal 2007 um 8,7 Prozent auf 998 Millionen Euro. Der Konzerngewinn stieg um 4 Prozent auf 499 Millionen Euro. Der Umsatz erhöhte sich um 4,4 Prozent auf 15,5 Milliarden Euro. Deutlich verbessert zeigte sich vor allem das Express-Geschäft, das beim EBIT wieder schwarze Zahlen schrieb. Genaue Zahlen zu dem in den vergangenen Jahren verlustreichen Geschäft in den Vereinigte Staaten wurden nicht veröffentlicht. Beim Anstieg des Ergebnisses in der Logistik schlug vor allem der Verkauf des Abfallunternehmens Vfw AG zu Buche, der 59 Millionen Euro einbrachte.
Die Post bestätigte ihre Prognose für ein EBIT in 2007 vor Sondereffekten von mindestens 3,6 Milliarden Euro. Das entspreche einer Steigerung von mindestens 3 Prozent zum vergleichbaren Wert (ohne Sondereinflüsse) des Vorjahres.
Text: dpa
Bildmaterial: ddp
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