15. April 2008 Der Medienunternehmer Rupert Murdoch baut seinen Einfluss bei Premiere aus. Der Münchener Bezahlfernsehsender nutzt zur Verschlüsselung seines Programms künftig auch Technologie seines neuen Großaktionärs, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Zudem plant Murdoch einem Bericht des Wall Street Journal zufolge über seinen Konzern News Corp eine weitere Aufstockung seines Premiere-Anteils auf eine Sperrminorität von 25 Prozent von derzeit 22,7 Prozent.
Da Murdoch Branchenkreisen zufolge keine komplette Übernahme erwägt, will er seinen Einfluss über den Aufsichtsrat sichern. Premiere erwäge deshalb eine Erweiterung des Kontrollgremiums auf sechs Mitglieder von derzeit drei, sagte eine mit der Sache vertraute Person. Die Hauptversammlung findet im Juni statt.
Geknackte Technologie verhagelt Weihnachtsgeschäft
Zunächst sichert sich Murdoch eine stärkere Verknüpfung der beiden Unternehmen über die neue Verschlüsselungstechnologie. Das über Satellit gesendete Premiere-Programm wird künftig mit der Videogard-Technologie der News-Corp-Tochter NDS codiert. Mit der Umstellung soll noch im zweiten Quartal begonnen werden, wie Premiere und NDS ankündigten. Parallel dazu soll auch eine neue Version des Verschlüsselungssystems des Schweizer Premiere-Partners Kudelski eingeführt werden.
Die Änderungen wurden nötig, weil die bisherige Premiere-Sicherheitstechnologie als geknackt galt, was dem Münchener Sender das lukrative Weihnachtsgeschäft verhagelte. Nachdem Murdoch im Januar bei Premiere eingestiegen war, kamen Spekulationen auf, Premiere könne den Vorfall nutzen, um die Verschlüsselung in die Hände des neuen Großaktionärs zu legen. Der Aktienkurs von Kudelski war daraufhin eingebrochen. Am Dienstag reagierten die Anleger erleichtert darüber, dass die Zusammenarbeit mit den Schweizern bis 2012 fortgesetzt wird. Der Kudelski-Kurs stieg um vier Prozent auf 14,60 Franken. Die Premiere-Aktien legten um 1,6 Prozent auf 14 Euro zu.
Kein Tausch von Empfangsgeräten nötig
Die Kosten für den Austausch der sogenannten Smartcards, mit denen das Programm wieder entschlüsselt werden kann, tragen die beiden Hersteller, erläuterte ein Premiere-Sprecher. Für Premiere selbst entstünden keine wesentlichen Kosten. Die Vereinbarung habe zur Folge, dass kein Tausch von Empfangsgeräten nötig sei und sei deshalb kundenfreundlich, hieß es. Von den 3,5 Millionen direkten Premiere-Kunden empfängt gut die Hälfte das Programm über Satellit. Die Kabelkunden sind von der Smartcard-Umstellung nicht betroffen.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AFP, AP
Ein Hoch auf das Ende der ![]()
Letztes Kapitel der Siemens-Korruptionsaffäre
| Name | Kurs | in % |
| DAX | 5.686,83 | +0,40% |
| TecDAX | 761,43 | −0,15% |
| MDAX | 7.311,23 | +0,19% |
| SDAX | 3.503,06 | +0,39% |
| REX | 373,92 | +0,06% |
| Eurostoxx 50 | 2.883,04 | +0,21% |
| Dow Jones | 10.270,50 | +0,72% |
| Nasdaq 100 | 1.788,61 | +0,44% |
| S&P500 | 1.093,48 | +0,57% |
| Nikkei225 | 9.770,31 | −0,35% |
| EUR/USD | 1,4950 | +0,21% |
| Rohöl Brent Crude | 76,98 $ | −0,03% |
| Gold | 1.107,50 $ | −0,65% |
| Bund Future | 121,42 € | −0,04% |