Telekommunikation

Vodafone kauft Arcor ganz

Der Mobilfunkanbieter Vodafone hat sich die Übernahme von Arcor so gut wie gesichert. Die Bahn hat dem Verkauf der 18,2 Prozent Anteile zugestimmt. Jetzt muss sich Vodafone nur noch die Anteile der Deutschen Bank sichern. Von Johannes Winkelhage

Lesermeinungen zum Beitrag

20. Mai 2008 13:13

Das ist verfassungswidriger Betrug am Steuerzahler!

Peter Aldenhoff (Peter.Aldenhoff)

Die ehemaligen Staatsbahnen DB und DR hatten ein eigenes Fernmeldenetz mit dem Zweck, den Betrieb der Eisenbahn zu ermöglichen: Das BASA-Netz (Bahn-Selbst-Anschluß-Anlage). Im Westen total modern, im Osten veraltet. Egal, es hat funktioniert. Im Zuge der Bahn-Privatisierung wurde das BASA-Netz erst eine Konzern-Tochter, dann wurde es zum Telekom-Riesen ARCOR. Es braucht, glaube ich, nicht erwähnt zu werden, dass das BASA-Netz für den Betrieb der Eisenbahn unabdingbar ist und auf Kosten des Steuerzahlers erstellt und instandgehalten wurde. Es dürfte auch klar sein, dass ein Eisenbahnfernmeldesystem absolut sicherheitsrelevant ist und damit zur Infrastruktur zählt. Nun hat die Politik in Ihrer unendlichen Weisheit entschieden, dass die Eisenbahninfrastruktur in staatlicher Hand bleiben soll. Lediglich die Eisenbahnverkehrsunternehmen der DB sollen teilprivatisiert werden. Der Verkauf des DB-Anteils von ARCOR an Vodafone ist das Verramschen von sicherheitsrelevantem und infrastrukturbezogenem Volksvermögen an einen Monopolisten. Abgesehen von der Frage, ob es eisenbahnbetriebswirtschaftlich klug ist, solche Abhängigkeiten weiter zu verfestigen, stellt es für mich einen verfassungswidrigen Betrug am Steuerzahler dar.

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15. Mai 2008 23:42

...und Esser hatte doch recht!

Carsten Maybach (der_kapitalist)

Im Gegensatz zu Gent (der nur auf die starken Wachstumszahlen im Mobilfunk aus war) wollte Esser ein Konsolidator für die gesamte Telco-Branche, Mobilfunk/Festnetz/Internet sein. Immer noch bedauernswert, daß effektivere Kapitalmärkte in GB mit höheren Multiples damals zugunsten Vodafone entschieden haben, von der Behandlung von Visionären wie Klaus Esser in Deutschland ganz zu schweigen...

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