
Meine Großeltern waren Kunden bei der Dresdner seit den 20er Jahren, meine Eltern Zeit ihres Lebens, und ich lange Zeit auch - dann habe ich wütend gekündigt: zuerst fing der Vermögensberater, dem wir immer vertraut hatten, an, uns seltsame Konstrukte mit Lebensversicherungen aufzuschwätzen, dann gab es in der Filiale eine Zeitlang gar keinen festen Berater mehr, sondern man wurde ständig mit neuen Leuten konfrontiert, dann kam die Phase, wo man permanent angerufen wurde, man solle doch seine Aktien verkaufen und statt dessen die allerneuesten Fondsprodukte kaufen - leicht durchschaubar, dass es immer nur um die Provisionen ging, nicht um Beratung des Kunden; dann wurden die Kontoführungsgebühren immer höher, viel höher als bei der Konkurrenz, als ich kündigte, wollte man mir die Konten plötzlich kostenlos führen, aber da war ich mitsamt Depot schon zur Konkurrenz umgezogen, was ich bisher noch nicht bereut habe ....

der Commerzbank, wie würde das wohl der Commerzbank bekommen? Ich bin da äußerst skeptisch, denn die Allianz im Hintergrund könnte auch noch die fussionierte Commerzbank abwirtschaften. Wenn ein Versicherungskonzern 10 lange Jahre Zeit hatte die Dresdner Bank auf Vordermann zu bringen und dies nicht schaffte, was sollte bei der Verbindung Commerzbank-Dresdner besser werden? Für mich könnte eine sinnvolle Lösung nur lauten: Verkauf ohne Investment-Banking an die Deutsche Bank! Die DEUTSCHE würde ihre Präsenz ausbauen und die Dresdner wäre Geschichte. Im Jahr 2000 hätte die Allianz die Deutsche Bank über den Tisch gezogen, denn eine Fussion "unter Gleichen", wie das von der Allianz damals gesehen wurde, entsprach keineswegs den damaligen Verhältnissen. Deshalb sei jeder der heute die Dresdner Bank kauft und die Allianz im Hintergrund als Großaktionär behält gewarnt.

Einen der gröbsten Unternehmensfehler die mir je zur Kenntnis gelangt sind hat die Dresdner Bank 2003 mit der Übernahme der advance Bank und der Zwangseingliederung derer Kunden in die DreBa begangen. Als sehr zufriedener Kunde einer Online-Bank mit tollem Web-Interface und sehr gutem Service und Konditionen fand ich mich plötzlich in der muffigen Filialwelt der DreBa wieder. Ein Gemeinschaftskonto wurde fehlerhaft umgewandelt, so dass keine Kontoauszüge mehr ankamen. Meine telefonischen Klärungsversuche wurden immer an eine Filiale weitergeleitet wo meistens niemand dran ging. Schliesslich kündigte ich entnervt. 4 Jahre nach deren Kündigung steht übrigens immer noch eine DreBa Kreditkarte in meiner Schufa-Auskunft. Auf mein ausführliches Schreiben an meine damals zuständige Filiale mit allen Konto- und KK-Nummern und der Bitte, den Karteneintrag auch bei der Schufa endlich zu entfernen erhielt ich natürlich keine Antwort. Vielleicht habe ich dann in 10 Jahren laut Schufa immer noch eine VISA-Karte einer nicht mehr existierenden Bank. Das Prinzip Survival of the fittest hat hier die Richtigen erwischt. Schönen Gruss.

Die Dresdner Bank ist auch ein Lehrstück für den Einsatz von externen Beratern wie McKinsey, Boston Consulting und andere. Ein Gutteil der 13 Mrd Verluste ist wahrscheinlich in Beraterhonoraren angelegt. Vor, während und nach der Fusion waren anscheinend Beraterheere damit beschäftigt sich irre Konzepte in allen Bereichen auszudenken. Versicherungsverkauf über die die Bank, dann Bankverkauf über die Versicherungsagenturen - dazwischen Konsolidierung der Bank- und Versicherungsinformationstechnologie. Der kardinale Managementfehler war auch bei der Dresdner Bank wieder, sich Berater wie McKinsey, Boston Consulting usw. usf. ins Haus zu holen, statt die profunde Expertise der eigenen Mitarbeiter zu nutzen und sich für jede Strategie etwas mehr Zeit zu nehmen. Die Synergien wären schon da gewesen - ein richtiger Nutzen glaube ich, wäre, wenn man eine Strategie konsequent umgesetzt hätte - nach ca. 10 Jahren gekommen, dann aber für die nächsten 30-50 Jahre dauerhaft und mit gigantischen Profiten.

da wird einem immer ganz schwarz vor Augen, wenn sogenannte Fachleute von Sparen als Strategie sprechen. Strategie soll Erfolg und Gewinn bringen, nicht kleiner machen. Fahrholz war nur der Konkursverwalter, den die meisten Unternehmen in Deutschland als Manager haben und foerdern. Die Dresdner Bank ist nur eines von vielen Beispielen wie Einfallslosigkeit, Hochmut und Geldgier eine grosses Unternehmen klein machen. Und ueberhaupt: ich verstehe nicht wie die DreBa zu klein fuers grosse Geschaeft war und zu gross fuers Kleine. Wo kommen solche abstrusen Ideen her? Nach derselben Logik haette die Commerzbank schon frueher abstuerzen muessen. Wasserstein hat die DreBa ganz bestimmt nicht kaputt gemacht; alle deutschen Banken haben mit der Integration von angelsaechsischen Investmentbanken gekaempft. Und dass Herr Wasserstein gelacht hat als er seine Bank verliess, kann ich mir auch nicht gut vorstellen. Der ganze Kommentar is schief und krumm. Nur die Persoenlichkeit Fahrholz' ist ganz schoen eingefangen. Dessen Vorgaenger, Walter, war wenigstens immer auf Umgaenglichkeit bedacht und zu allen Kollegen freundlich.

Es wird so als Gott gegeben hingenommen, dass die Bank abgewickelt wird. Ich finde, dass dies im jetzigen Umfeld ein Fehler ist. Di Nummer 1 ist und bleibt vorerst die Deutsche Bank, die Commerzbank wird wahrscheinlich mit der Postbank zusammengehen und dann gibt es noch die Sparkassen und Volksbanken. Es ist also durchaus Platz und auch Bedarf fuer eine mittelgrosse Bank wie die Dresdner vorhanden, aus meiner Sicht waere die Bank eine ideale Mittelstandsbank. Nicht jede Bank muss gleich globale Ambitionen hegen und versuchen mit Kolossen wir Citibank oder HSBC gleichzuziehen. Wenn das Prinzip " Schuster bleib bei deinen Leisten " konsquent verfolgt wird, waere die Dresdner in der Nische zwischen der Deutschen Bank und Commerzbank/Postbank oben und Sparkassen und Volksbanken unten ideal aufgestellt. Natuerlich muss sich nur einer - ohne persoenliches Ego, d.h.b esser kein Alphatier sondern ein solider Banker - jetzt mal darum kuemmern, und der Eigentuemer muss noch ein wenig Geduld mitbringen. Im jetzigen Umfeld ist eine Bank sowieso nicht profitabel zu verkaufen.

Was sich an Beispiel der Dresdner Bank festmachen laesst ist ein 7-jaehriges Trauerspiel deutscher Managementkunst, eine Anreihung von Unverantwortungen und unklaren Zielvorgaben der Allianz, fehlende Fuehrungsbereitschaft der Verantwortlichen. 13Milliarden Euro innerhalb von 7 Jahren zu versenken ist ein Kunststueck und sollte mit Entlassung der Verantwortlichen beantwortet werden. Warum hat der fuer den Kauf verantwortliche Herr Dr. Achleitner nicht schon laengst seinen Hut nehmen muessen; dies ist ein weiterer Beweis dass man bei der Allianz machen kann was man will, ohne fuer sein Tun die Konsequenz tragen zu muessen. Ich hatte kuerzlich als Privatperson mit einer Dresdner Bank Filiale ein Immobilienfinanzierungsvorhaben in kleinem Rahmen besprochen; die Kernaussage war dass die Dresdner Bank im Moment nicht interessiert ist; wo bleibt die Dynamik, die Motivation geschaefte zu machen; das wars! Die Dresdner Bank unter der Fuehrung der Allianz-ein Trauerspiel!!!