22. Februar 2008 Den Verbrauchern steht ab März eine neue Welle von Gaspreiserhöhungen ins Haus. Wie das Verbraucherportal Verivox.de am Freitag in Heidelberg mitteilte, erhöhen mindestens 140 lokale Gasversorger im Frühjahr die Gaspreise um durchschnittlich 6,6 Prozent.
Die neuen Preiserhöhungen bedeuten Verivox zufolge für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden eine jährliche Mehrbelastung von 85 Euro im Durchschnitt. Bei der Analyse sei jeweils das günstigste Angebot des Versorgers zugrunde gelegt worden.
Hohe Beschaffungskosten, hohe Ölpreise
Die Erhöhungen wurden mit gestiegenen Beschaffungskosten und dem hohen Niveau der Ölpreise begründet. An letztere sind die Kosten für Erdgas über die Ölpreisbindung gekoppelt. Der stärkste Preissprung wurde dem Energie-Portal zufolge bisher von den Stadtwerken Reichenbach/Vogtland GmbH angekündigt. Mit einer Steigerung von 14,1 Prozent bezahle der Musterhaushalt hier auf ein Jahr gerechnet 186 Euro mehr als bisher. Überdurchschnittlich hoch fallen demnach auch die Preiserhöhungen bei den Energiekonzernen ENBW und RWE aus.
So habe die ENBW Gas GmbH eine Verteuerung von 8,3 Prozent zum 1. April angekündigt, die RWE Westfalen-Weser-Ems AG sogar eine um 10,1 bzw. 9,5 Prozent, je nach Lieferregion. Dies entspreche Mehrausgaben von 102 Euro (ENBW) und 119 Euro (RWE Westfalen-Weser- Ems) für den Musterhaushalt. Beide Konzerne hatten jüngst deutliche Gewinnsprünge bei den Betriebsergebnissen gemeldet.
Vergleichsweise gering fallen die Preissteigerungen in Schwerin und Bochum aus, wo Verbraucher ab dem Frühjahr 0,8 beziehungsweise 1,2 Prozent mehr zahlen müssen. Die Daten für den Vergleich der Gaspreise stammen laut Verivox von den Versorgern selbst.
Berücksichtigt wurden demnach die günstigsten Angebote der örtlichen Versorger, soweit diese im Internet veröffentlicht werden. Angebote, die nur begrenzt verfügbar sind, seien nicht berücksichtigt worden.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP
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