Finanzkrise

Trügerische Begeisterung

Eine Krise, die durch billiges Geld entstand, mit billigem Geld zu bekämpfen, mag kurzzeitig Entlastung bringen. Auf lange Sicht aber schafft die amerikanische Notenbank die Grundlage für die nächste Krise. Ein Kommentar von Gerald Braunberger.

Lesermeinungen zum Beitrag

20. September 2007 09:41

@Schmidt

B. Keim (bkeim)

eine Betrachtung die sich nur auf die Geldmenge fixiert ist in meinen Augen irreführend.

Geld ist nichs weiter als ein umlauffähiges Recht auf Leistungen. Steht der Leistungsbereitschaft und -fähigkeit eine zu geringe Geldmenge gegenüber, so ist es Aufgabe der Notenbanken für die notwendige Liquidität zu sorgen. Geld ist ein Transmissionmechanismus für zu erbringende Leistungen.

Umgekehrt haben die Notenbanken dafür zu sorgen, dass die Geldmenge nicht mehr verspricht, als Leistungen erbracht werden können. Sind die Erwartungen an das Wirtschaftswachstum zu positiv so hat die Notenbank die Mittel knapp zu halten. Tut sie das nicht, so kommt es entweder zur Inflation oder zum Credit-Crunsh.

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20. September 2007 01:02

Billiges Geld in tiefen Kellern

A. Malliki (a.malliki)


Die grünen Dollarscheine liegen in Bergen in sämtlichen Kellern dieser Zentralbanken und wachsen immer weiter, weil Amerika immer mehr davon produziert. Die Zwangsölwährung macht es möglich.

Rein theoretisch könnte sich Amerika einfachst durch Inflation von seinen Schulden befreien.

Deshalb halten noch alle still und verkaufen weiter wertvolle Firmen und Staatseigentum für billige Dollars.

Der einzige der nur sammelt und nichts verkauft ist der Chinese.

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20. September 2007 00:18

Trügeerische Be

Ludwig Köllmann (koruman)

Zutreffender Kommentar.

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19. September 2007 23:33

Liquidität, Ursache und Wirkung

Eric Mrozinski (Dadycool)

Wer in den letzten Jahren Beiträge und Literatur von anerkannten Wirtschafts- und Finanzexperten gelesen hat, sieht in der gestrigen Leitzinssenkung weder Beruhigendes noch Unerwartetes. Sie bestätigt die Zwickmühle, aus der die Zentralbanken nicht mehr herauskommen. Deren Basis wurde durch die Abschaffung des Goldstandards geschaffen. So schön es auch wäre: Papiergeldsysteme und Liquiditätssteuerung lösen die Regeln des Wirtschaftens nicht auf, sondern führen eine weitere Störgröße ein, die nicht nur langfristig unnütz ist, sondern auch den Machtmenschen in den Finanzetagen ein Werkzeug in die Hand gibt, mit dem sie die Probleme, die sich aus anhaltenden Ungleichgewichten entwickeln, lange (aber nicht beliebig lange) vor sich herschieben können - nicht zuletzt aufgrund politischen Drucks seitens Regierung, Medien und Bevölkerung. Dieses komplizierte Gebilde gibt den Menschen zudem die Gelegenheit, Wirkung mit Ursache zu verwechseln und leicht einen Sündenbock zu finden. So oft denn auch die Subprimekrise als Auslöser der neuen Turbulenzen erwähnt, behandelt und teils verharmlost wird - sie nicht Auslöser, sondern Wirkung - das schwächste Glied in der Kette. Auslöser ist die von den Zentralbanken verursachte exzessive Geldmenge.

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19. September 2007 23:10

Krise ist Zeichen uferloser persönlicher Geldgier

gisbert heimes (gisbert4)

Der Finanzsektor hat sich auf der Grundlage überschießender Liquidität immer neue Kartenhäuser gebaut, hinter denen kein realer investiver Zweck mehr steht. Die ursprüngliche Idee, daß die ständigen Finanzinnovationen Sach- und Geldkapital bestmöglich i. S. von Produktivkapital lenken, ist dabei längst verschwunden unter der persönlichen Geldgier aller in diesem Sektor Tätigen. Es ist unglaublich, daß die Nationalstaaten und -banken diesem irren Treiben einfach nur zusehen.

Die hochgepriesene deutsche Bankenaufsicht hat sich als unfähig bei der rechtzeitigen Aufspürung von Bankenrisiken geoutet. Und warum drücken sich Abschlußprüfer in ihren Prüfungsberichten nicht so aus, daß auch BaFin- oder Bundesbankbeamte auf den ersten Blick diese Risiken erkennen und 'verstehen' können? Von den Aufsichtsgremien der Banken ganz zu schweigen?

Und die Fed, dieses Monument der geldpolitischen Allweisheit, gibt noch einen aus, wenn die Zecher längst mit stieren Augen über ihre eigenen Füße fallen. Damit sie nicht merken sollen, wenn sie aufschlagen? Oder was soll der Wahnsinn?

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19. September 2007 21:55

Krise ist Zeichen monetärer Überdehnung!

Michael May (M.May)

Herrn Bush darf die USA verdanken, dass diese erpressbar geworden ist. Sollte wieder ein Krieg ins Auge gefasst werden, dann können China, Arabische Staaten und ein paar andere Länder süffisant darauf hinweisen, eben den Kauf amerikanischer Staatsanleihen nicht mehr zu favorisieren.

Amerika hat außer Waffen, Computertechnologie und Autos(abnehmend) kaum Exportgüter in großer Zahl.

Der amerikanische Mittelstand wird bei Fortsetzung der bisherigen Politik noch viel mehr mitmachen müssen als je geglaubt, wenn das Ausland nicht mehr bereit ist, dessen Lebensstandard zu finanzieren.

Und das wird den Hardlinern erst recht in die Hände spielen. Schon jetzt hat Amerika doch eigene, bisher unangreifbare Grundsätze in Atem beraubender Zeit aufgegeben und Glaubwürdigkeit durch Parolen ersetzt.
Nur deshalb kann der Iran (demokratische Ansätze mit einem unfähigen und gefährlichen Führer) sich so über die USA lustig machen.

Die Krise ist nicht vorbei, nur aufgeschoben. Gerade jetzt benötigen wir aber ein starkes Amerika. Die Politik der letzten Jahre hat genau das Gegenteil erreicht.

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19. September 2007 21:44

Pflichten von Notenbanken

Martin Seyfarth (Martin.Seyfarth)

Die angesprochene Gier kann auch, oder gerade in chaotischen Marktphasen mit ausgedehnten Downtrends bedient werden kann. Es ist verkehrt per se einer Notenbank zu unterstellen, dass diese die Gier irgendwelcher Aktienhändler bedienen will.

Haupaugenmerk der Notenbank ist die stabile Geldbewertung, namentlich Inflation. Dazu gibt es eine große Reihe von Richtlinien. Von der Seite gibt es keinen Handlungsbedarf ( Just veröffentlicht CPI und PPI USA negativ ).

Geldmengen M3 - Wachstum, Kaufkraftparität, Verschuldung, Staatsbonität und stabile Wechselkurse werden sicher von Zentralbanken als wichtig empfunden, aber es wäre falsch eine Pauschalaussage zu treffen, wie diese Themen behandelt werden sollen, man beachte nur Wirtschaftszyklen usw.

Ich halte es durchweg für die falsche Entscheidung, die die Fed getroffen hat und ich hätte mir eine Zinserhöhung gewünscht. Diese ist nicht gekommen, wohl auch, weil Geldpolitik am Ende vom Tag immer Politik bleibt und Politik muss kommuniziert werden, das wäre in der jetzigen Situation unmöglich.

So verschiebt sich die große Krise noch um 2 Quartale. Wer jetzt jedoch Aktien kauft, ist selbst schuld. KGVs beziehen sich auf die Zukunft und die sah vor 6 Monaten noch weit besser aus.

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19. September 2007 21:31

Inflationsgefahr durch sinkende Zinsen

Klemens Keller (klemkell)

Aha, also steigt die Inflation sowohl bei steigenden Zinsen, wie wir es in der Schule lernten, und jetzt auch bei fallenden. Wieder was dazugelernt.

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19. September 2007 20:25

Wer kontrolliert die Geldmenge?

Werner Schmidt (banker-schmidt)

Über den internationalen Finanzmärkten schwebt das Damoklesschwert der (fast ungehemmten) Geldmengenvermehrung. Der Eindruck verstetigt sich, daß internationale Finanzgroßjongleure nach Gutdünken schalten und walten können. Und wenn doch einmal Sand in das Getriebe kommt, springen sofort Notenbanken ein. Selbst als Anhänger der Marktwirtschaft (und damit für möglichst wenig Staat in der Wirtschaft plädierend) sehe ich den Zeitpunkt gekommen, wo vom Gesetzgeber transparente und wirksam kontrollierbare Rahmenbedingungen für die Entwicklung der internationalen Geldmenge festgelegt werden. In der jetzigen Form rast der Zug auf den Abgrund zu. Nur an die Vernunft der Marktteilnehmer zu appellieren wird nicht ausreichen. Darüber steht ein übergeordnetes Motiv: Die Gier!

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