
Ich frage mich, ob bei den Öffnungszeiten nicht ein grundsätzliches Problem zu Tage tritt. Auf was für einer Basis werden Entscheidung getroffen.
Man unkte immer wieder vom Ausland. Das Ausland waren vermutlich mehrheitlich Touristenzentren und Wirtschaftszentren. Nicht aber Vororte und normale Gegenden. Vielleicht liegt es auch an anderen Lebenskulturen.
Dass es gerade in Berlin der größten Stadt funktioniert verwundert nicht. Aber vermutlich auch nur in den Zentren des Stadt.
Das heißt nicht, das die neuen Öfnungszeiten schlecht wären. Aber das Gejammere des Einzelhandels zeigt doch eher, wie schlecht er seinen Markt und sein Land kennt, und wie wenig er überlegt hat.

Ja, merkwürdig, vor 30 JAHREN und darüber hinaus waren die Geschäfte abends um 18 Uhr dicht und die Verkäuferinnen konnten Samstags um 13.30 nach Hause gehen.
Trotzdem haben die Leute mehr gekauft und besassen mehr als heute.
Komisch, nicht??
"Kapitalismus kennt keine Menschlichkeit".

Was mir bei der Diskussion in den Medien um die Ladenöffnungszeiten fehlt, ist die Frage ob man wirklich bis 22 Uhr Klammotten & Co. "shoppen" können muss - sollten die freien/längeren Öffnungszeiten nicht vor allem uns erleichtern, auch nach Feierabend und nach dem allgemeinen "Shoppen", auch Lebensmittel besorgen zu können? Meiner Güte, (obwohl ich Frau bin), ohne neue Kleidung etc. am späten Abend kann ich leben, dagegen ist es schwer, vor allem als Berufstätige, frisches und gesundes Essen zu Hause zu haben. Für mich bedeutet, spontan was noch für das Abendessen oder das Frühstück fehlt, nach 20 Uhr kaufen zu können, nicht nur ein Stück Lebensqualität sondern eine Notwendigkeit für's Überleben!
Es muss sich nur noch herumsprechen, welche Vorteile der späte Lebensmitteleinkauf bringen kann. Gut Ding will eben Weile haben...

Längere Öffnungszeiten verteilen den Konsum nur über mehr Stunden, doch deshalb kauft niemand mehr Socken als vorher.