05. Juli 2008 In München wird am Montag und Dienstag über eines der größten Stellenabbau-Programme in der Geschichte des Siemenskonzerns verhandelt. 17.000 Stellen sollen nach bislang nicht bestätigten Berichten gestrichen werden, davon 6.450 in Deutschland. Personalvorstand Siegfried Russwurm will den Belegschaftsvertretern die exakten Zahlen, heruntergebrochen auf die einzelnen Standorte, präsentieren und den Betriebsräten im Wirtschaftsausschuss zwei Tage lang Rede und Antwort stehen, wie er der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sagte. Vorstandschef Peter Löscher hingegen will an den Verhandlungen nicht teilnehmen.
IG Metall und Arbeitnehmervertreter drohen unterdessen mit Streik, sollte die Unternehmensleitung bei ihren Maximalforderungen bleiben. Die Zahl von 17.000 Stellen sei völlig überhöht, kritisierten Arbeitnehmervertreter. Bevor wir Siemens und damit unsere Arbeitsplätze gefährden, ist es unsere Pflicht, notfalls auch einen Arbeitskampf durchzuführen, sagte Gesamtbetriebsratsmitglied Werner Mönius. Vorstandschef Löscher entgegnete: Wir lassen uns nicht unter Druck setzen. Uns ist die Tragweite unserer Pläne bewusst.
Gegenstand der Verhandlungen ist sowohl die Gesamtzahl der Stellen, die abgebaut werden sollen, wie auch die Art und Weise, in der das geschieht. Unter anderem ist offenbar eine Transfergesellschaft für nicht mehr benötigte Mitarbeiter im Gespräch. Es dürfte auch über einen Interessensausgleich und Angebote zum Vorruhestand gesprochen werden, sagte ein Sprecher der IG Metall in München.
Ein Ergebnis erwarte er noch nicht. Der Gesamtbetriebsrat werde sich mit Entscheidungen zu diesem Thema voraussichtlich erst auf seiner nächsten regulären Sitzung in der 30. Kalenderwoche befassen. Die Unternehmensleitung will am Dienstag auf einer Pressekonferenz erste Details veröffentlichen.
Text: sibi. / F.A.S.
Bildmaterial: AP
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