
Die Kunst des Umgangs mit der Mitbestimmung war seit je davon bestimmt, die Betriebsräte durch Vergünstigungen irgendwelcher Art -es müssen ja nicht immer Callgirls sein-bei der Wahrnehmung ihrer eigentlichen Aufgaben milde zu stimmen, wenn nicht sogar durch managerähnliche Privilegien (Sekretärin, Dienstwagen, Dienstreisen, großzügige Spesen) davon abzuhalten. Das war eine zwingende Entwicklung, da die mit jedem Linksruck ausufernden Mitbestimmungsbefugnisse anderenfalls die tägliche Arbeit in den Betrieben behindert, wenn nicht gar unmöglich gemacht hätten. Was bei VW jetzt herausgekommen ist, mag besonders krass sein (immerhin gibt es kein anderes Großunternehmen, bei dem ähnlich dreist die Gewerkschaft mitregiert haben), ist aber keineswegs untypisch. Da werden nun ein paar Bauernopfern erbracht, um mit deren ihnen unterstellten besonders kriminellen Energie von den symptomatischen Schwächen des Systems Mitbestimmung abzulenken.