Lassen wir die Qualen und den Leidensweg der betroffenen Meschen einmal außen vor(aber nicht vergessen). Dann stelle ich fest, dass hier rund 6% des Jahresumsatzes und vermutlich 40% des Gewinns als Entschädigung gezahlt wurden. Im Jahr 1972 war dieser Anteil bestimmt wesentlich höher und andere Unternehmen mussten Grünenthal helfen. Ich kenne bei dieser Kostenbelastung nur Berichte über Unternehmen, die dann insolvent wurden, den Laden dicht gemacht und Mitarbeiter entlassen haben. Von irgendwelchen Entschädigungen mal ganz abgesehen. Daher: Respekt vor der sozialen Verantwortung der Firmeninhaber! Das vermurkste Leben der Betroffenen können weder höhere oder niedrigere monetäre Hilfen jemals wieder gut machen!
Sehr geehrter Herr Wirtz. Hallo Deutschland! Das ist wirklich 100% Contergan, wenn man die Geschichte aus Sicht der Opfer betrachtet! Und das tue ich und fühle mich verraten weil ich weiß, dass nur ein Staatsanwalt 10.000 Akten allein durch arbeitete? dass der Sozius der Anwaltskanzlei während des Prozesses zum Justizminister NRWs wurde? dass es der Familie Wirtz, den Verursachern, ausreicht mit Floskeln zu reagieren, mit der Erkenntnis 8.000 Opfer in Ihrer Bilanz zu haben? dass 50Mio. in eine Stiftung eingezahlt wurden, die steuerlich anzurechen sind. dass mein Bundesverband , eine Chance für alle Betroffenen ein selbstbestimmtes Leben zu führen verwirkt, ohne Befragung der Basis? dass mein Ableben nur ein Posten der Ersparnis ist? Ich will keine Gerechtigkeit, denn die hätte in dem Prozess in Alsdorf Widerhall finden müssen. Heute nur eine gesprochene Worthülse. Ich will eine Lösung! Eine Lösung, die die Betroffenen aus der Zwangsjacke des Bittstellers befreit! Ich gab Euch meine Gesundheit, ein Arzneimittelgesetz und viel Zeit um zu reagieren. Ihr gabt mir Missachtung, Phrasen und Floskeln, und ein Schmerzmittel den Tag zu überstehen! 50 Jahre verantwortungsloses Wegschauen für 50Mio. Wenn ich eine Hand hätte, würde ich...
der freiwillige beitrag kann im leben nicht freiwillig sein, nachdem der öffentliche druck so groß ist. allein wie lange es gedauert hat, bis dass die opfer ernstgenommen wurden..das mittel wurde weiter verkauft. die opfer haben, egal wo, lebenslänglich, die täter benehmen sich, als müsse man sie bedauern. allerdings bedauern ob des kleinen gewissens.
Vorab möchte ich, selbst Geschädigter, dem Bundesverband sowie allen Beteiligten danken, die auch noch nach Jahren nicht locker gelassen haben, um auf die Folgeprobleme Contergangeschädigter hinzuweisen. Ihnen gilt ein sehr großes Lob. Aber ich verbinde mit dieser Geste von Grünenthal eine ganz positive andere Entwicklung. Wie in mehreren Großunternehmen sowie mittelständische Betrieben beginnt wohl auch bei Grünenthal in der Enkelgenereration eine Aufarbeitung der geschichtlichen Fakten betreffs der eigenen Firma. Ich würde es daher natürlich begrüßen, wenn zukünftig noch einmal Mittel da wären, um diese geschichtliche Aufarbeitung im Rahmen einer historisch und naturwissenschatlich wissenschaftlich gesicherten Dokumentation bereitzustellen. Diese scheint mir um so wichtiger denn je als sie in einem ausgesprochen aktuellen Kontext steht - Stichwort Genmanipulation. Abschließend noch einmal zur Summe der gezahlten Gelder. Von den in Aussicht gestellten Geldern müssen in Deutschland sehr viele 3-4 köpfige Familien leben, ganz zu schweigen von Menschen in anderen Regionen auf dieser Welt. Auch ihnen wird dieses Geld nicht geschenkt, sondern sie müssen dafür täglich hart arbeiten und ihre täglichen Wünsche hintenan stellen.
... wenn man weiß das in anderen Ländern erheblich höhere Entschädigungen für die Opfer geleistet werden. So bekommen bie Fälle die in Deutschland immer hin 545,-- Euro erhalten in Brasilien 1.800 Euro monatlich. Oder in Schweden ca. 2.400 Euro mtl. In England sogar ca. 3.200 Euro. mtl. Warum sind diese Opfer in Deutschland "nur" 1/6 der Opfer in England wert ? Hat schon einmal jemand diese "tollen" 50 Mio. durch 2.800 Opfer in Deutschland geteilt ? Weniger als 18.000 Euro sind das pro Person. Grünenthal hat schon einmal behauptet an der Schadenersatzzahlung Pleite zu gehen, auch damal was es eine glatte Lüge. Was ist mit den ganzen Jahrzenten in denen eine viel zu niedrige Entschädigung gezahlt wurde ? Wann gibt es dafür eine Nachzahlung ? Ich wünsche keinem die Leiden aller Conterganopfer die diese, inkl. mir, seid Jahrzehnten durch machen. ... und dann soll man mit 50 Mio. abgespeist werden. Ein Witz. Übrigens werden durch den Bundesverband der Conterganopfer nur ein Teil der Betroffenen vertreten, sehr viele wollen nicht durch diesen Bundesverband verrtreten werden !!!
Belastet sind nur die Contergan-Geschädigten, sonst niemand. Dieser Artikel entspricht nicht der ansonsten gewohnten Qualität. Er ist gänzlich unkritisch und hätte gleichlautend wohl auch von der Grünenthal GmbH selbst verfasst werden können. Dies gilt ebenso für den weiteren Artikel der Verf. über die Person Sebastian Wirtz. Nebenbei bemerkt, man hätte zu keiner Zeit Leute entlassen müssen, um die geltend gemachten Forderungen zu bedienen. Die Grünenthal GmbH hätte den Betrieb in seiner Gesamtheit veräußern können. Der Fortführungswert ist in aller Regel sowieso höher als der Liquidationswert. Es wäre kein Arbeitsplatz verloren gegangen. Die Contergan-Geschädigten hätten den Erlös erhalten, nur die Grünenthal GmbH wäre danach vermögens- und die Anteile an ihr wertlos gewesen. Arbeitsplätze wurden im Zusammenhang mit dem Contergan-Skandal nie geschützt, nur das Vermögen der Familie Wirtz. Letzten Endes zahlt den größten Teil weiterhin der Bund, also die Gesamtheit der Steuerzahler. Meinen Teil zahle ich dabei ohne jeglichen Widerwillen. Die Grünenthal GmbH hingegen wird durch diese Zahlung ihre eigene Steuerlast vermutlich verringern können. Womöglich bleibt noch ein Verlustvortrag für nächstes Jahr.
Liebe F.A.Z.-Red, als ich den Artikel über die "großzügige" Zahlung der Fa Grünenthal an uns contergangeschädigte Menschen las, wurde mir ganz anders. Leider nicht aus Freude. Dieses Angebot von Sebastian Wirtz ist eine ziemlich menschenverachtende Angelegenheit. Die Summe entspricht der Summe, die sie vor vielen Jahren für uns eingezahlt haben (und mit der unsere Eltern erpreßt wurden) - nur durch Inflation und Wertverlust bekommt man nun erheblich weniger dafür - und das "Bekommen" wird immer geringer. Diese Offerte ist ein Wi(r)tz - denn keiner von uns kann sich mit dieser Summe - als Einmalzahlung wären das in etwa 18.000 Euro pr- Hilfe oder Umbau des Autos oder einen 2. Rollstuhl etc... leisten. Als 4fach Geschädigte kann ich das beurteilen. Das Angebot dient lediglich als Kosmetik, doch ihre soziale Verantwortung übernehmen sie dadurch nicht. Der Kölner Dom bekommt erheblich mehr von der Familie Wirtz als wir. Es ist schlimm genug, daß Grünenthal unsere Schäden und das daraus resultierende eingeschänkte Leben verursacht hat - aber dieses Angebot an Almosen setzt der Geschichte die Krone auf, eine Krone der Boshaftigkeit.