21. Dezember 2007 Der Medienkonzern Bertelsmann legt ein erwogenes Angebot für die Komplettübernahme seiner TV-Tochter RTL auf Eis. Grund seien Unklarheiten in der luxemburgischen Gesetzgebung, teilte Bertelsmann am Donnerstag mit. Anfang Dezember war bekannt geworden, dass Bertelsmann erwägt, ein Angebot für die verbliebenen 10,2 Prozent an RTL, die der Konzern noch nicht hält, vorzulegen.
Bertelsmann ist nunmehr zu dem Ergebnis gelangt, dass zum jetzigen Zeitpunkt keine ausreichende Gewähr dafür besteht, dass das Luxemburger Übernahmegesetz (einschließlich des sogenannten Squeeze- Out-Rechts) im Erfolgsfall auf ein Angebot von Bertelsmann Anwendung finden würde, hieß es. Mit einem Squeeze-Out könnte Bertelsmann ab einem bestimmten Aktienanteil verbliebene Kleinaktionäre hinausdrängen.
Recht auf Erhöhung vorbehalten
Bertelsmann behalte sich allerdings das Recht vor, seine Beteiligung an RTL weiter zu erhöhen und darüber hinaus alle gegenwärtig bestehenden oder sich künftig abzeichnenden Möglichkeiten zu prüfen, um sein strategisches Ziel zu erreichen, die RTL Group von der Börse zu nehmen.
Die Bertelsmann AG hat derzeit 89,8 Prozent an Europas größtem Fernsehanbieter. Vor eineinhalb Jahren hatte Bertelsmann zum Preis von 4,5 Milliarden Euro Aktien des Minderheitseigners Groupe Bruxelles Lambert (GBL) zurückgekauft, um einen Börsengang zu verhindern. Der Wert des 10,2-Prozent-Anteils wurde Anfang Dezember auf 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro taxiert.
Text: FAZ.NET mit Material von dpa
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