Teilprivatisierung

Transnet: Bahn gibt Jobgarantie bis 2023

Bei einem Spitzentreffen soll der Bahnvorstand Beschäftigungssicherung für die nächsten 15 Jahre zugesagt haben. Das erklärte ein Sprecher der Gewerkschaft Transnet in Berlin. Die Deutsche Bahn sichert sich damit die Rückendeckung der Arbeitnehmer für den geplanten Teilverkauf.

Lesermeinungen zum Beitrag

26. April 2008 16:08

Problematisch

Joachim Deiß (Jo1980)

Ich befürchte, dass diese Jobgarantie auf Kosten von Mitbewerbern und Kunden und auch des Steuerzahlers gehen wird.
Ein privater Investor möchte Rendite machen, sonst bräuchte er keine Aktien an dem Unternehmen Bahn erwerben. Wenn Rationalisierung und damit verbundener Personalabbau durch die Jobgarantie nicht mehr möglich ist, ist die Konsequenz daraus, dass über das Trassenmonopol und Trassenpreise Rendite erwirtschaftet werden soll.
Die geschieht auf Kosten von anderen Bahnunternehmen, die an ihre Kunden die Monopolpreise weitergeben müssten und riskierten, Marktanteile an DB und den LKW-Verkehr zu verlieren. Die Länder (und somit der Steuerzahler) dürften dann noch höhere Preise für bestellten Nahverkehr zahlen, oder müssten das Angebot drastisch einschränken, zu Gunsten des Straßenverkehrs.
Der Umwelt und dem Ziel "Mehr Verkehr auf die Schiene" ist mit diesem Abkommen nicht geholfen.
Ich hoffe, dass die EU hierzulande bald liberalere Regelungen für den Einsatz von Fernbussen durchsetzt.

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26. April 2008 12:24

Dümmliches Ablenkungsmanöver!

Michael Menzel (Galenos)


Kein Mensch hat bisher in Frage gestellt, ob oder ob nicht und in welchem Umfang Leute von der DB entlassen werden - und das auch noch in den kommenden 15 Jahren !! Da hat Mehdorn die Transnet angewiesen, doch offiziell diese unbedeutende Frage zu stellen, damit den Kritikern der PRIVATISIERUNG AN SICH und deren Bedenken das Wasser abgegraben wird.

Da wird DIE höchst problematische Aktion mit einem psychologischen Trick aus der aktuellen Diskussions-Schußzone genommen.

Kein Mensch will und KANN das zur Zeit wissen, ob Entlassungen in den nächsten 15 Jahren stattfinden werden.

Mehdorn und Konsorten sollen mal lieber der Bevölkerung versprechen, daß der Bahn-Nahverkehr in den nächsten 15 Jahren nicht rigeros ausgedünnt wird um überhaupt eine Mindest-Rendite für potentielle Käufer dieses Viertels der Bahn, dem alsbald noch mehr Viertel folgen sollen, anbieten zu können.

Also zuerst die gute Nachricht: "Wir entlassen niemanden in den nächsten 15 Jahren";
Dann die schlechte Nachricht: "Wir schließen jede Strecke und damit auch die Bahnhöfe, die nicht den nötigen Gewinn abwerfen."

Nur, die zweite Nachricht werden Tiefensee und Mehdorn erst nach dem Verhökern allmählich "bedauernd" durchsickern lassen - wenn überhaupt.

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26. April 2008 06:01

Eine geradezu aberwitzige Zusage des Bahnvorstandes

Ernst-Markfried Kraatz (ErnstKraatz)

an die Gewerkschaft. Die "Privatisierung" von 24,9% entpuppt sich damit vollends als Farce.
Ernst-Markfried Kraatz

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26. April 2008 01:37

Wir verkaufen unser Oma ihr klein Häuschen!

Michael Menzel (Galenos)


Welche Interessen auch immer dahinter stehen, es wird der Deutsche Bürger im Sack mitverkauft. Es ist unbegreiflich, warum Tiefensee, Mehdorn und "Gschaftlhuber" Beck derart darauf versessen sind, dem Land zu schaden. Und das Schlimmste ist, daß die ehemals konservative CDU sogar die Hälfte und nicht nur ein Viertel des Tafelsilbers verhökern will (na ja, nächstes Jahr, gell?). Tafelsilber, nein, das ist schon längst an die Heuschrecken, auch für ein Linsengericht, verschleudert worden. Jetzt handelt es sich nur noch um die alten Balken der Infrastruktur die das Potjemkin'sche Dorf Deutschland notdürftig zusammenhalten.

Gegen besseres Wissen und den Rat von wahrlich Sachverständigen wird dieser Wahnsinn mit einer unbegreiflichen Hast vorangetrieben. Vermutlich sind die paar Kröten, die der Erlös von 24,9 % unser aller Nah- und Fernverkehr bringen wird längst für großkopferte "Global Player" Experimente reserviert, wenn nicht schon verbrannt worden. Das könnte die Hast und Dringlichkeit der Protagonisten erklären.

Wenn die Bevölkerung die schlimmen Folgen dieses Raubzuges an wahrem Volkseigentum erst einmal begriffen hat, wird niemand da sein, der dafür die Verantwortung übernimmt.

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