18. Januar 2008 Nach dem massiven Stellenabbau der vergangenen Jahre braucht die Deutsche Telekom eine Verjüngungskur. Bis zu 4000 neue Fachkräfte will der Konzern in diesem Jahr in Deutschland einstellen, rund 1200 mehr als 2007. Zusätzlich würden wie schon im Vorjahr 3800 neue Ausbildungsplätze angeboten. Bei einem für einen Technologiekonzern ungewöhnlich hohen Durchschnittsalter von inzwischen 44 Jahren mangelt es der Telekom an talentiertem Nachwuchs, der mit neuen Ideen für frischen Wind und innovative Produkte sorgt. Vor allem gegenüber junger Kundschaft tut sich das Bonner Unternehmen schwer, weil es unter einem angestaubten Behördenimage leidet.
Mit den Neueinstellungen stärken wir die Innovationskraft unserer HightechArbeitsfelder“, erklärte Personalvorstand Thomas Sattelberger. Die Telekom, die in Deutschland rund 150.000 Menschen beschäftigt und immer noch mit einem hohen Personalüberhang kämpft, dürfe den demographischen Wandel nicht verschlafen. Verstärkt richtet sich das Stellenangebot deshalb an junge Akademiker. Mit einer Ausbildungsquote von rund 8 Prozent sei die Telekom abermals das größte deutsche Ausbildungsunternehmen.
Vielen tausend Beschäftigten steht ein Wechsel bevor
Parallel versucht der Konzern, mit Vorruhestands- und Abfindungsprogrammen vor allem ältere Beschäftigte zum Ausscheiden zu bewegen. Bis Ende dieses Jahres sollen insgesamt 32.000 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen haben. Weitere 50.000 Beschäftigte waren im vorigen Jahr in Untergesellschaften mit niedrigeren Löhnen und längeren Arbeitszeiten ausgegliedert worden. Neu angelaufen ist eine Initiative, um weitere Telekom-Beamte in Bundes- und Landesbehörden zu versetzen. Ziel ist es, sich auf diese Weise von etwa 9000 der verbliebenen rund 65.000 Staatsdiener zu trennen. Ihre im Branchenvergleich immer noch außergewöhnlich hohen Personalkosten zwingen die Telekom, den Personalabbau auch an anderer Stelle fortzusetzen. Umfangreiche Einsparungen sind in Zentralfunktionen wie Rechnungswesen, Fortbildung und Kommunikation sowie durch die Zusammenlegung von Call-Centern und regionalen Niederlassungen geplant.
Vielen tausend Beschäftigten steht zudem ein Wechsel in ein anderes Unternehmen bevor, weil die Telekom eine Reihe von Sparten in Partnerschaften einbringen oder ganz verkaufen will. Allein in der Geschäftskundeneinheit T-Systems könnte dies bis zu 19.000 Mitarbeiter betreffen. Branchenkenner sagen voraus, dass der Anpassungsdruck in den kommenden Jahren noch beträchtlich wachsen werde. Allein durch die Umstellung der Netze auf Internettechnik könnten Tausende von weiteren Stellen in der Wartung und Netztechnik wegfallen.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa
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