28. Juni 2006 Mit einem Protesttag in Köln und Warnstreiks in Dortmund haben die Allianz-Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen ihren Widerstand gegen Standortschließungen und Stellenabbau gestartet. Mit 1800 bedrohten Stellen ist der Standort Köln nach Gewerkschaftsangaben die bundesweit größte von Schließung bedrohte Niederlassung des Versicherers.
In der Domstadt versammelten sich am Mittwoch vormittag die betroffenen Beschäftigten zu einer Betriebsversammlung. Am Mittag ist ein Demonstrationszug und eine anschließende Kundgebung geplant. Am Allianz-Standort Dortmund mit rund 400 Beschäftigten traten die Mitarbeiter bereits am Morgen in den Warnstreik.
Wechsel zu einem geschlossenen Standort
In Nordrhein-Westfalen ist durch den geplanten bundesweiten Umbau des Allianz-Konzerns neben Köln und Dortmund auch der Standort Aachen bedroht. In Aachen mit 120 Mitarbeitern wird es in den kommenden Tagen Aktionen gegen, sagte Frank Fassin von der Gewerkschaft Verdi. So hätten die dortigen Beschäftigten die Zusage für eine Standortsicherung bis 2007. Danach sollten die Menschen nach Köln wechseln - doch dann ist die Allianz zu, wenn es bei den Vorstandsplänen bleibt, sagte Fassin. Er forderte die Landesregierung auf nicht im Appellhaften zu bleiben, sondern zu handeln. Die Gewerkschaft hatte für den Mittwoch bundesweit zu Protestaktionen aufgerufen.
Kritik an den Plänen des Versicherers kam erneut von Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU): Den Schritt der Allianz AG kann ich in keinster Weise nachvollziehen. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß ein Netz von Agenturen ohne regional verortete Innenabteilungen die Kundennähe und Reaktionsschnelligkeit verspricht, die den Ansprüchen eines Versicherungskonzerns wie der Allianz AG gerecht werden kann.
Text: dpa
Bildmaterial: AP, Reuters
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