Von Carsten Knop und Helmut Bünder
30. Mai 2008 Im Zusammenhang mit der Bespitzelungsaffäre bei der Deutschen Telekom sind die wichtigsten Mitspieler offenbar drei in Berlin ansässige Sicherheitsunternehmen. Die Sicherheitsabteilung der Deutschen Telekom hatte ganz offensichtlich aber die koordinierende Rolle.
Die Desa Investigation & Risk Protection wurde 1991 in Berlin gegründet und betreut heute nach eigenen Angaben bekannte international tätige Unternehmen, renommierte Rechtsanwaltskanzleien, Personen des öffentlichen Lebens und zahlreiche Klienten aus der mittelständischen Wirtschaft. Die geschäftsführenden Gesellschafter der Desa (Baier & John GbR), Klaus-Dieter Baier und Frank Hendrik John, absolvierten eine Ausbildung in Polizei- und Sicherheitsbehörden. Gemeinsam mit weiteren Spezialisten wie Sicherheitstechnikern und Sachverständigen angrenzender Fachgebiete haben sie die Desa nach ihrem Verständnis von einer privaten Ermittlungsagentur zu einem spezialisierten Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen ausgebaut. Die Aufklärung und Abwehr von Betriebs- und Wirtschaftskriminalität steht dabei im Mittelpunkt.
Die Control Risks Group (CRG) versteht sich als eines der international führenden Beratungsunternehmen für wirtschaftliche Risiken. CRG berät Organisationen, Unternehmen und Regierungen bei der Analyse politischer Risiken, Sicherheits- und Krisenmanagement und dem Management operationaler Risiken. Seit 30 Jahren entwickelt die Control Risks Group Lösungen für das Agieren bei Firmenübernahmen und Akquisitionen, in politisch instabilen Regionen oder unter widrigen Marktbedingungen ebenso wie bei Bedrohungssituationen durch Terrorismus, Spionage oder Korruption. Control Risks zählt in seinem Leistungskatalog ausdrücklich auch vertrauliche Ermittlungen, Hintergrundüberprüfungen von Personen und Firmen sowie forensische Ermittlungen auf. Deutschland-Sitz ist in Berlin.
Die ebenfalls in Berlin ansässige Network Deutschland GmbH ist auf die Kommunikationssicherheit in Unternehmen spezialisiert. Das Unternehmen ist damit ebenfalls keine Detektei im engeren Sinne. Es handelt sich um ein sehr kleines Unternehmen mit wenigen Mitarbeitern, das sich vor allem auf die Recherche mit der Hilfe von Computern spezialisiert hat. Für die Telekom hat Network Deutschland Verbindungsdaten ausgewertet. Chef ist der Wirtschaftsprüfer Ralph Kühn. Das Unternehmen hat gegenüber der Telekom offenbar noch Forderungen in Höhe von 400.000 Euro. Offenbar hat die Weigerung der Telekom, diesen Betrag zu zahlen, die ganze Affäre an die Öffentlichkeit gebracht.
Die Sicherheitsabteilung der Deutschen Telekom soll die Überwachungsaktionen organisiert und mehrere externe Unternehmen mit der Ausspähung beauftragt haben. Der damalige Leiter Harald Steininger wurde entlassen und durch Reinhard Rupprecht ersetzt, einen früher für Sicherheitsfragen zuständigen Spitzenbeamten des Bundesinnenministeriums. Rupprecht berichtet an Vorstandsmitglied Timotheus Höttges, den Chef der Festnetzsparte. Die Konzernsicherheit der Telekom hat rund 360 Mitarbeiter. Knapp zwei Drittel von ihnen haben klassische Security-Aufgaben wie die Bewachung der Konzernzentrale und anderer Liegenschaften. Rund 160 Mitarbeiter sind als Informationstechnikspezialisten für die Netzsicherheit verantwortlich. Ihre Aufgabe ist es, die Verfügbarkeit und Vertraulichkeit von Konzern- und Kundendaten abzusichern. Dabei geht es unter anderem um den Schutz vor Hackern, die versuchen, Datennetze oder Rechner der Telekom anzuzapfen. Immer noch ungeklärt ist, ob die missbrauchten Telefonverbindungsdaten über diese Abteilung weitergegeben worden sind.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: ddp
Die Europäische Kommission fordert eine eigene EU-![]()
Der Herr Franz und der Mythos der Opelaner
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