Die Vermögensfrage

Vermietete Immobilien können heikel sein

Mit List und Tücke: Manche Vermittler drehen Anlegern überteuerte Häuser und Wohnungen an. Sie versprechen Wertsteigerungen und verweisen auf Steuervorteile. Und den Kredit liefern sie gleich mit. Von Volker Looman

Lesermeinungen zum Beitrag

19. August 2008 16:54

Marktentwicklung

Andreas Noreikat (derherold)

Letztendlich ist jede Rechnung über den "Wert" einer Investition abhängig von der Marktentwicklung. Knapp formuliert: "Zu welchem Preis kann ich die einst erworbenen Immobilie wieder veräußern ?" Die Hinweise meines Vor-Vor-Redners auf Amsterdam, Madrid, London sind nur bedingt hilfreich, weil diese nationalen Märkte als "heiß" galten und dortige Wertsteigerungen mit Vorsicht zu genießen, d.h. nur temporär zu erzielen, waren - wie in UK und Spanien der eine oder andere schon leidvoll erfahren hat. Jede Immobilie, die sich nur durch Steuervorteile "rechnet", ist eine Sch...Immobilie - die alter Weisheit sollte beherzigt werden. Es bleibt allerdings dabei: Für das zwanzigfache der Jahresnettomiete bekommt man keinen Neubau, sofern nicht "besondere Vertriebsgründe" (ZV, Restanten) oder "besondere Rendite-Treiber" (Appartements, Großsiedlungen) auftreten. Im übrigen werden die mtl. Zuzahlungen eines Käufers von kreativen Vermittlern auch "Immobilien-Spar-Beitrag" bezeichnet. ;-)

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19. August 2008 15:21

Zu: Guter Inhalt trotz Fehler - Ein Wort

Jörg Graßdorf (Grassdorf)

Leser Argubi macht drei Fehler aus. Zu Fehler 1 ("Der Kunde zahlt im ersten Jahr 2.000 € und nicht 200 €. ") folgende Anmerkung: Ich sehe das als sprachliche Ungenauigkeit und nicht als Rechenfehler. Denn es stimmt schon, daß "der Eigentümer knapp 200 € draufzahlen" muß; aber eben im Monat und nicht im Jahr. Was ein Wort doch ausmachen kann. Mein Vorschlag deshalb: "Fazit: Im ersten Jahr muss der Eigentümer monatlich knapp 200 Euro draufzahlen."

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18. August 2008 18:21

Guter Inhalt trotz Fehler

Norman Argubi (argubi)

Drei Fehler im Vorwege. Der Kunde zahlt im ersten Jahr 2.000 € und nicht 200 €. Und er tilgt auch nicht über die ersten 10 Jahre 2.500 € im Monat, dies ist lediglich die Annuität, als Zinsen und Tilgung. Der dritte Fehler ist vielleicht nur ein halber: Die 5 % für die Zinsen wären ja schön, sind heute aber nicht mehr zu erzielen; in den vergangenen 40 Jahren übrigens nur ca. 3 Jahre lang; ansonsten waren Vollfinanzierungen immer teurer. Grundsätzlich stimme ich aber zu: Man muss immer zunächst die Rendite VOR Steuern betrachten. Wirtschaftlich muss sich das Objekt lohnen. Und sicherlich werden in Deutschland nur in einigen Großstädten überhaupt Steigerungen zu erzielen sein. Wenn man aber über den Tellerrand hinaus sieht, wie sich die Preise in Paris, Madrid, London oder Amsterdam entwickelt haben, könnte sich die Investition durchaus lohnen. Während man in Amsterdam für einen Billigbau Mittelreihenhaus vor 20 Jahren noch 200.000 DM bezahlen musste, sind heute die gleichen Häuser nicht mehr unter 400.000 € - am Stadtrand zu bekommen. Das ist eine Vervierfachung oder 7,18% p.a.

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16. August 2008 18:12

Ehrenrettung

Andreas Noreikat (derherold)

Derartige Immobilien werden wie Versicherungen oder andere "Kapitalanlagen" von spezialisierten Vertrieben vermittelt. "Normale" Immobilienmakler sind damit idR nicht befaßt. Wenn man dies beachtet, kommt man auch zu dem Kern: "Reiche Käufer" werden nicht "hinter´s Licht" geführt, es sei denn, sie wollen es. So ehrenwert und sinnvoll das Aufstellen der obigen Zahlen ist, muß man realistisch sagen, daß für die Erwerber derartiger "Anlagen" meist andere "verkaufspsychologische" Gründe maßgebend sind: die "Drückerei", das Auftreten des Vermittlers, Geltungsstreben des Käufers, kickback-Varianten... also Dinge, die man nicht gerne erwähnt. ;-) Den letzten Absatz des Autors sollte man beherzigen. ...allerdings: im Neubau(!) sind Mietrenditen von 3-3,5% ein akteptabler Wert. Einen "Fünfprozenter" bei einer Immobilie in guter Lage halte ich für ein Schnäppchen (Sofort zugreifen !!). Deshalb sollten die meisten Leser nicht überrascht/enttäuscht sein, wenn sie den nicht finden. :-)) P.S. Einfache Rechnung: Wenn Mietrendite und Zinsniveau bei 5% lägen, könnte der Bauträger/Verkäufer die Immobilie behalten. ;-)

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