Die Vermögensfrage

Anleger sollten auf neue Bausparverträge verzichten

Im Falle einer Geldaufnahme führt die negative Zinsdifferenz zwischen Kredit und Sparvertrag im Vergleich zur direkten Tilgung zu erheblichen Mehrkosten. Anleger sollten daher neue Bausparverträge vermeiden. Von Volker Looman

Lesermeinungen zum Beitrag

27. Mai 2008 16:16

Bausparen

Volker Fleischhauer (volkertheo)

Als unabhängiger Vermittler für Baufinanzierungen bei der Freien Hypo erlebe ich es immer wieder. Da kommt der Kunde mit dem Angebot der Hausbank mit Bausparvertrag. Geduldig rechne ich ihm dann vor, was er spart, wenn er auf den Unsinn verzichtet. Manche sind dann froh, endlich mal eine faire Beratung erhalten zu haben. Andere widerrum gehen trotzdem zur Hausbank, weil sie sich da sicherer fühlen als bei einem unabhängigen Makler. Und schmeissen tausende Euro zum Fenster raus. Die Konditionierung der Menschen in Deutschland durch Banken, Versicheungen und Bausparkassen und unfähgige Politiker wird noch lange zu deren Nachteil anhalten. Die jungen Kunden sind zum Glück immer besser informiert.

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26. Mai 2008 18:33

Endlich einmal kurz, prägnant und richtig.

Norman Argubi (argubi)

Wie einfach kann das Leben doch sein. Einfach mal zwei Seiten einer Medaille anschauen. Bausparen lohnt sich immer: Für die Bausparkasse. Seit 20 Jahren erlebe ich es live in der Beratung: Jeder Bausparer kennt seinen günstigen Bausparzins - keiner kennt den Guthabenzins seines Vertrages. Wie kommt das? Der Verlust entsteht aber gerade wie dargestellt in der Sparphase. Wenn diese Konstellation allerdings anerkannt ist, könnte man auch den 2. Schritt gehen. Eben nicht während der Sparphase geringere Zinsen kassieren, sondern vielmehr höhere Zinsen, als man diese im Baukredit zahlt. Gerade langfristig bestätigt sogar die Verbraucherzentrale die höheren Verzinsungen in jedem guten Investmentfonds. Langfristig 5 % zahlen und langfristig 6-8 % erhalten führt daher dauerhaft zu einem Überschuss und einem schnelleren Rückfluss des Darlehens. Wenn man den Bausparvertrag ablehnt ist dies die logische Konsequenz.

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26. Mai 2008 18:25

Diese Erkenntnis ist nichts Neues für neutrale Baufinanzierungsmakler

Siegfried Bauer (Siggi40)

1978 wurde ich bei der DVAG zum hauptberuflichen Vermögensberater ausgebildet. Da die Geschäfte gut gingen, machte ich mich ein Jahr später als Makler selbständig und bildete mich selbst im Bereich der Baufinanzierungen weiter. Zur Berechnung einer günstigen Finanzierung, bei identischer monatlicher Belastung, nahm ich Computerprogramme zur Hilfe und schämte mich jetzt darüber, was ich meinen besten Freunden verkauft hatte. Bei fst allen Modellrechnungen mit identischer monatlicher Belastung hatten die Finanzierungen über Bausparen das Nachsehen. Als ich dann 1990 nach Sachsen ging und unser Büro für Baufinanzierungen auf Baumessen vorstellte, verprellte ich nicht wenige Messeteilnehmer der Finanzbranche mit meinen Computer-Berechnungen, die ich am Messestand angebracht hatte. Auf Gegenberechnungen, die mir mehrmals großspurig angekündigt wurden, warte ich heute noch. Allerdings haben wir 1990 bis Inkrafttreten des Einigungsvertrages sehr sehr viele kleine Bausparverträge als geniale Sparform verkauft, da es viel höhere Wohnungsbauprämien gab und flexiblere Verwendungsmöglichkeiten als im Westen. Mit dem Einigungsvertrag wurden die Prämien und Bedingungen wesentlich verschlechtert. Doch davon erfuhren die meisten Kunden nichts.

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25. Mai 2008 14:55

Bausparvertrag

Gerd Lehmann (Gerd_L)

bloß gut das ich nie diesen Blödsinn abgeschlossen hatte und andere Leute damit reich gemacht habe !

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25. Mai 2008 14:32

Man kann sich nur an den Kopf greifen .......

Rüdiger Noll (krn)

Gute und hochqualifizierte Berater werden über die MIFID einer Vielzahl von Regularien und z.T. völlig unsinnigen Bestimmungen unterworfen, welche ihre Arbeitskosten enorm nach oben treiben und ihre Beratung für den Normalbürger fast unerschwinglich macht bzw. bei kleineren Summen (wie im Beispiel) halbwegs kostendeckend einfach nicht mehr möglich ist. Und auf der anderen Seite dürfen ungestraft solche Geschäftsmethoden massenhaft praktiziert werden - man mag es nicht glauben. Wie bezeichnet man jemanden, der seinen Geschäftspartnern wesentliche Daten eines Angebotes verheimlicht, damit diese die massive Unvorteilhaftigkeit nicht erkennen? Daher meine Frage an die Leser: "Ist Betrüger hierfür das richtige Wort?" Ich freue mich auf Ihre Antworten.

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