Der Streit zwischen dem Hirnforscher Wolf Singer und dem Philosophen Peter Janich über die Grenzen neurowissenschaftlicher Experimente hat heftige Diskussionen bei unseren Lesern ausgelöst. Der Hirnforscher und Psychologe Hans J. Markowitsch ergreift an dieser Stelle für Singer Partei.
Spezial Mit der Chance eines Neubeginns steht das Bayreuther Festival vor der Verpflichtung, sich die Idee Richard Wagners neu zu vergegenwärtigen. Wir fragen Protagonisten des Musiklebens: Was würden Sie auf dem Grünen Hügel ändern wollen? Von Julia Spinola
Der niedersächsische Ministerpräsident Wulff sagt über sich selbst, ihm fehle der unbedingte Wille zur Macht. Thomas Macho seziert im Gespräch mit der F.A.Z. die Rhetorik der Machtabsage und analysiert das deutsche Verhältnis zur Lüge.
Eine Novellierung des Personenstandrechts soll die kirchliche Trauung auch ohne vorhergehende standesamtliche Zivilehe legitimieren. Dagegen erhebt sich Protest unter Politikern. Die Ehe ohne Zustimmungspflicht des Staates würde jedoch auch die konfessionelle Gerechtigkeit stärken. Von Winfried Aymans
Er selbst nennt es Das Ereignis von Würzburg und erzählt bei einem Hausbesuch fünf Stunden lang davon, wie er Sterbehelfer geworden ist. Warum die Debatte besser ohne den ehemaligen Hamburger Innensenator Roger Kusch weitergehen sollte. Von Marcus Jauer
Amerikas politische Denker versuchen sich links und rechts mit Ratschlägen für die nächsten Wahlen. Die Analysen fallen naturgemäß verschieden aus, die trüben Aussichten überwiegen, und überzeugender Rat für die Parteistrategen ist teuer. Von Jordan Mejias
Türkische Mädchen, die nach Deutschland heiraten, haben ein Recht auf Sprachkenntnisse - auch gegen den Widerstand der Funktionäre. Die mit zuweilen irrationalem Eifer ihre Klientel offenbar im Zustand der Abhängigkeit erhalten wollen. Von Regina Mönch
Können wir unsere Haut vor der Natur noch retten? Eine Ausstellung in Dresden zeigt, wie wir unser Verhältnis zu Klima und Atmosphäre zerrüttet haben. Mit naturwissenschaftlicher Strenge, historischer Tiefe - und geradezu verspielter Symbolik. Von Joachim Müller-Jung
Spezial Wie verkauft man Wohnraum in Berlin, wenn er ein bisschen teurer sein soll: als wären wir in Rom, New York, London oder Paris? Drei Inspektionsrundgänge durch eine Stadt, deren Immobilienmarkt neuerdings völlig aus dem Häuschen ist.
Ein Gang durch die noch immer zerstörte Stadt offenbart einen Graben, der Amerika spaltet: Ganze Bevölkerungsgruppen sind zu Ausgeschlossenen geworden. Wie im Brennglas zeigt New Orleans drei Jahre nach dem Hurrikan, was in der Weltgesellschaft geschieht. Von Miriam Meckel
In diesem Herbst erhält der Maler Anselm Kiefer den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Das erste große Interview nach Bekanntgabe der Entscheidung - über Kunst, Politik und die Eifersucht der Urzeitwesen.
Der Hamburger Sterbehelfer Roger Kusch provoziert eine Debatte über den selbstbestimmten Tod - in Wahrheit zerstört er die Selbstbestimmung der Lebenden. Er feiert die Autonomie des Sterbewilligen, ohne den steigenden gesellschaftlichen Druck zu erwähnen, der bald jeder freien Entscheidung voraus sein wird. Von Frank Schirrmacher
Auch in Zeiten der sich ausweitenden Medienkompetenz zieht ein Zeitungsartikel schneller Kreise als ein offener Brief an noch so gut ausgewählte Mail-Plikatoren. Prompt ersuchte daher Jochen Hörisch heute in einem Elektrobrief an den Feuilleton-Chef der F.A.Z., Patrick Bahners, diesen um eine Gegendarstellung. Vergeblich.
Die Kriegstagebücher von Ernst Jünger sind im legendären französischen Pléiade-Kanon erschienen. Der Schriftsteller Georges-Arthur Goldschmidt sieht darin eine Ästhetisierung des politisch umstrittenen Autors und reagierte mit wütender Polemik. Sollte man sich die Ausgabe aber nicht erst einmal genau ansehen? Von Julia Encke