Bewegt: Tom Cruise mit seinem Preis

Laudatio auf Tom Cruise

Ein Mann der Courage

Es bedurfte eines Weltstars, um im Ausland zu zeigen, dass auch Deutsche ihr Leben riskierten, um sich den Nazis zu widersetzen: Warum Tom Cruise den „Bambi Courage“ verdient hat. Eine Laudatio von Frank Schirrmacher.

Lesermeinungen zum Beitrag

10. Dezember 2007 17:47

Absicht oder Dummheit?

Rolf Eustergerling (euster)

Sehr interessant ist, dass die Tatsache, dass Graf Stauffenberg ein Nazi Emporkömmling erster Güte war und mitnichten ein Freiheitskämpfer, sondern ein Gegner der Demokratie, einfach so im Raum stehengelassen und offenbar von jedem geteilt wird. Ich denke, es wird Zeit, diesem Personenkult endlich abzuschwören, auch wenn er das deutsche Gewissen so schön zu beruhigen vermag.
Nein, weder dieser Stauffenberg noch der Schauspieler, der ihn demnächst verkörpert verdient Respekt. Wenn jemand einen guten Film zum Thema sehen möchte, soll er sich den Film "Der 20. Juli" aus dem Jahre 1953 ansehen. Die Macher dieses Films hatten alle noch das Geschehen vor Augen. Da ist noch nichts "historisch verklärt".
Aber das ist nur >>eine<< Meinung - das Medienkarussell wird seine Arbeit schon machen. Und wie man an den meisten anderen Kommentaren sieht, mit Erfolg.

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04. Dezember 2007 18:07

naiv und peinlich

Lars Uhlson (Uhlson)

>Der Laudator hat sich ein wenig verannt. < eher mehr als wenigHat das noch etwas mit Feuilleton zu tun, dieses gebetsmühlenartige Wiederholen als müsse einem eingeredet werden es etwas positiv was bestensfalls vernachlässigenswert ist?
Das macht Werbung zwar auch und irgendwann scheint es zu funktionieren, aber ist das gehobener Jouirnalimus - oder wird so der sich anspruchsvoller wähnende Journalismus der Zukunft aussehen? So ein fast trotziges gegen das Offensichtliche Aareden.

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03. Dezember 2007 18:11

Viel Aufregung

David Schlierenkämper (david-christopher)

Man kann die Deutschen nur schwer zufrieden stellen. Tom Cruise meint es doch gar nicht schlecht mit uns. Er macht gute Filme, das ist seine Berufung. Scientology hin oder her, das geht doch niemanden etwas an, solange er keine Straftaten begeht, ist das sein Privatleben. Auch wenn die Rede von Cruise sehr lang war, hatte es doch nichts mit einer Sektenpredigt zu tun. Ich denke, dass er Deutschland einfach dankbar ist und sich das übertrieben zum Ausdruck brachte. Er ist ja auch von Frank Schirmacher in den Himmel gelobt worden. Wie sollte er darauf reagieren? Danke sehr, und sich dann wieder setzen. Eigentlich haben doch die meisten so eine lange Rede erwartet (vielleicht nicht so lange).
Jetzt wird der Widerstand um Stauffenberg schlecht gemacht. Es hilft doch Deutschland in Bezug auf das Thema Nationalsozialismus wirklich ein wenig in Sachen Rufaufbesserung. Keiner erwartet, dass die 50 Millionen Toten des 2. Weltkrieges vergesen werden. Freuen wir uns doch einfach auf einen tollen Spielfilm und sind weiterhin gastfreundlich zu Tom Cruise. Er lässt doch auch ne Menge Geld in Deutschland bei seinen Besuchen und zieht die Menschen an. Frank Schirmacher kann ich nicht kritisieren. Mir hat er aus der Seele gesprochen.

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30. November 2007 20:05

Deutschlands Ansehen gerettet?

Klaus-Henning Bähr (henning_baehr)

Eine blauaügige, wenn nicht infame Annahme, die Vergoldung des Grafen Stauffenberg durch Tom Cruise und United Artists vor den Augen der Welt könnte "das Ansehen unseres Landes retten". Das ist so gründlich beschädigt worden, dass es der biblischen sieben Generationen bedürfen wird, den Schmerz und die Scham angesichts des von unserem Land zu verantwortenden Rückfalls in die Barbarei zu überwinden. Die Verkürzung des Widerstandes gegen das NS-Regime auf wenige spektakuläre Beispiele ist ebenfalls ein Zeugnis der leider üblichen oberflächlichen und praetentiösen Art der Geschichtsklitterung in diesem Zusamenhang. Ich empfehle Ahnungslosen das Buc h "Der lautlose Aufstand" von Günther Weisenborn (Zeitzeuge und Widerstandskämpfer).

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30. November 2007 16:38

Engstirnig

lothar kempf (wilkem)

Unbestritten ist Tom Cruise einer des besten Schauspieler, die es derzeit gibt. Ein Lauterbach wird von 50 Mio Gage träumen, nehmen würde er sie allemal, nur anbieten wird es ihm niemand. Seine schauspielerische Klasse mit Cruise zu vergleichen, wäre ein Paddelboot mit der Bismarck ins Rennen zu schicken.
I. ü. war die kürzlich austgestrahlte Fernsehverfilmung zu Graf St. eine in die Länge gezogene, schauspielerisch unglaubwürdige und gähnend langweilige Vorstellung. Ich bin sicher, Cruise und Team werden Akzente setzen.

Seien wir doch froh, dass es einen Widerstandskämpfer in den Reihen der braunen Heinis gab, der den Mut aufbrachte, Gedanken in die Tat umzusetzen.













































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30. November 2007 16:17

Cruise wonderful!

Martin Streit (Streit100)

Die von den üblichen Flagellanten der Canossa Republik gerne unterschlagene Tatsache, daß mehr als 700.000 Deutsche aus politischen Gründen während der Nazizeit belangt wurden, und viele von Ihnen unter dauernder Lagerhaft zu leiden hatten, im Weiteren, daß die Wehrmachtsjustiz rund 30.000 Todesurteile ausgesprochen und vollstreckt hat (demgegenüber die US-Armee weniger als 10) spricht noch immer Bände. Auch in diesem Zusammenhang Glückwunsch an Deutschland, daß der prominenteste Vertreter des Widerstands gegen das Nazigesocks Beachtung durch einen der profiliertesten Filmschauspieler unserer Zeit gefunden hat. Dies insbesondere vor dem Hintergrund der Tatsache, daß Deutschland im Ausland vielerorts noch immer mit Nazideutscland verglichen wird. Viele Menschen erinnern noch, was es den Familien für Opfer gekostet hat, den Nationalsozialismus niederzuringen.
Der Film wird hoffentlich auch eine Diskussion hierüber anregen, warum in Europa allerorten eine Resistance von den Alliierten gefördert wurde, nur in Deutschland nicht, obwohl hier der einzig erfolgversprechende Widerstand organisiert wurde, der geeignet war den Alptraum zu beenden. Tresckow und Stauffenberg stehen hier sinnbildlich für die mehr als 40 Versuche.

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30. November 2007 16:07

Ich teile die Euphorie der Laudatio überhaupt nicht ...

Ralf Michalak (truelies)

... ich finde sie übertrieben und der Sache nach unangemessen. Zum einen klingt hier eine Verengung des Widerstandes auf Stauffenberg durch und zum anderen bedarf es wegen eines Filmes nicht einer solchen Würdigung. Letztlich ist der Film für Cruise - auch bei wohlwollender Beachtung der Stoffwahl - gewinnorientierte Kunst. Oder Handwerk. Hängt von der Sichtweise ab. Ein wirtschaftliches Risiko aber als Mut im Hemmingwayschen Sinne zu glorifizieren ist schon ein starkes Stück. Nun mag man es der Feierlichkeit der Bambi-Verleihung zuschreiben, das Herrn Schirrmacher offenbar die Pferde der Begeisterung durchgegangen sind. Von einem kritischen Journalisten erwarte ich aber mehr. Nicht Kritik - die hat dort wenig zu suchen und wurde von anderen im Vorfeld der Stauffenberg-Verfilmung geradezu hanebüchend an den Haaren herbeigezogen - aber eine wohlwollende Betrachtung, die abseits überhöhender Vergleiche liegt.

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30. November 2007 15:47

Verfälschung von Historie........

wolf haupricht (emilgilels)

........bereits in einem früheren Kommentar zu Cruise als Stauffenberg habe ich moniert, dass Stauffenberg die letzte Chance war, Hitler zu töten.
Es waren jedoch Tausende, die Widerstand geleistet haben und Hunderte, die Hitlers Rache zum Opfer fielen, weil sie am Geschehen zum 20. Juli mitgewirkt haben. Davor gab es viele Versuche, Hitler zu töten.
Es ist also unverantwortlich, den Widerstand an einer Einzelperson festmachen zu wollen. Daraus muss man folgern, dass es ausschließlich um viel Geld geht, das mit diesem Film erzielt werden soll. Um der Ehre willen mit Sicherheit nicht.
Im Übrigen sind die deutschen Filme und Dokumentationen bereits ab 1955 entstanden. Das ist bereits der Unterschied zu dem jetzigen, aufs Geschäft bedachten Film.
w.h.

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30. November 2007 15:25

Zwingend wie Kerkeling

David-G. Weber (gaetan)

Jetzt bitte noch die Dankesrede (ungekürzt) DES SCHAUSPIELERS. Und welche Kategorie hatte nun Cruise gewonnen und welche Hape Kerkeling: Bambi Kultur oder Bambi Courage? Beide für beides gleichermassen würdige, nein, "zwingende" Preisträger.

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30. November 2007 14:58

Mut?

Matthias S. (Schoemann)

Herr Cruise hat als Schauspieler sicher schon mehrfach überzeugz, keine Frage und auch als Produzent. Aber worin der Mut bestehen soll, einen Nazi zu glorifizieren nur weil er kurz vor Toreschluss erkannt, dass alles etwas in die falsche Richtung läuft, kann ich mir nicht erklären. Hier halte ich es dann mit Herrn Lauterbach, es gibt mutigeres als als für 50 Millionen einen Wehrmachtsoffizier zu spielen.

Ach und die Dankesrede von Herrn Cruise....ein Schelm der Arges beim Zuhören dachte...

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30. November 2007 14:21

Hemingway

Thomas Berger (tberger)

"Er ist in Hemingways Sinne ein Mann der Courage."
Weit hinter der Front sitzen, saufen, prahlen, lügen, und ein paar unbewaffnete Kriegsgefangene abknallen - nur schade, daß die Pointe hier in Deutschland wahrscheinlich kaum einer versteht...

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30. November 2007 14:02

Bambi im Scheinwerferlicht...

Rolf Holt (konsumer1)

...eines herannahenden 40-Tonners, so scheint das rehkitz dazustehen und aufzublicken. Der deutsche medienpreis der nachkriegsgeschichte wird jetzt also in der courage-camouflage dazu genutzt uns neue helden zu liefern an denen wir unser zerbrochenes kreuz wieder aufrichten können. geschickt versucht frank schirrmacher uns zum wiederholten male ein neues deutsches selbstbewußtsein zu präsentieren. in tom cruise vereint sich nun die biografie des geradlinigen erfolgs mit dem bild eines aufrechten deutschen widerständlers. die ihnen eigenen problematiken der figuren stauffenberg und cruise werden konsequent ausgelassen und aufgelassen in dem amalgam aus hollywood- und anti-hitler-held. die repräsentationsfläche solcher subtiler unterströmungen chauvinistischer befindlichkeiten herauszuschälen ist schwer angesichts der blendenden strahlkraft eines goldenen rehs. schade daß kein 40tonner in die veranstaltung fährt und als einbruch von außen die realität spürbare werden läßt. na denn bis zur filmpremiere und dann: da capo.

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30. November 2007 13:27

Laudatoren und Zeitungsverleger

Thomas Bodewig (Bodewth)

Der Laudator hat sich ein wenig verannt.
Wer wird sich den Film ansehen und als Multiplikator unser Ansehen im Ausland verbessern ? Klischees sind beliebter als die Realität.

Zudem Bambi "courage" für Tom Cruise: Schauspieler sind nicht identisch mit der dargestellten historischen Person.

Dr. Thomas Bodewig

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