
Wohl eher nicht. Broder stößt regelmäßig in das gleiche Horn. Die von ihm verbreitete Kritik ist extrem einseitig. Im Grunde handelt es sich um nichts anderes als eine besondere Form von Propaganda.

Bleibt das Leid in seinem Ausmaß eines der Mysterien des Seins? Es drängt sich dem unvoreingenommenen Betrachter die Einsicht auf, dass das Leid in hohem Maße auf die Handlungsfreiheit des Menschen zurückzuführen ist. In seiner Gesinnung lässt sich der Mensch in einem zugegeben zähen und wirren geschichtlichen Prozess durch die Führung wandeln, die Gott durch die Stifter der Religionen der Menschheit zuteil werden lässt. Dass der unerkennbare Gott durch Bahá'u'lláh erneut gesprochen habe und so in das Schicksal der Menschheit helfend eingreife, steht im Raum und jeder kann es selber prüfen! Der Rede von Henryk M. Broder lässt sich in diesem Kontext entnehmen, dass ein Agnostiker in der Wahrnehmung des Bahá'í-Glaubens Anlass findet, Orientierung aus einer frischen Quelle mit Offenheit zu begegnen. Ein Zeichen der Zeit: Die postmoderne Gesellschaft greift zunehmend ernüchtert Impulse zur geistigen Erneuerung auf, die zur Förderung einer fortschreitenden Kultur freigesetzt werden. Zynisch wäre in der Tat, weiterhin diese Impulse außer Acht zu lassen, da es unser Privileg zu sein scheint, unseren freien Willen so einzusetzen, dass wir die Absichten Gottes für uns selbst und unsere Zeit als not-wendig erkennen.

Ein geduldiges, "vorletztes Wort" an einen selbstverliebten Gedankenmixer und Zitatklauer: Was hat Broder denn da für sein sympathisches Rederchen raubzitiert: Goethe? Mörike? Broder selber als Hymniker, entzückt von Hildegardchen? Das hört sich so entzücklich an… „Wacht auf Verdammte dieser Erde Völker hört die Signale.“ Also ein Liedchen von Eugène Pottier (1816-1887), bekannt als die „Internationale“ In der Übersetzung von Emil Luckhardt (1910) lautet die erste Strophe: "Wacht auf! Verdammte dieser Erde Die stets man noch zum Hungern zwingt. Das Recht, wie Glut im Kraterherde, Nun mit Macht zum Durchbruch dringt! Reinen Tisch macht mit dem Bedränger, Heer der Sklaven wache auf! Ein Nichts zu sein, tragt es nicht länger! Alles zu werden strömt zu Hauf! (Mit dem Refrain): Völker hört die Signale! Auf zum letzten Gefecht! Die Internationale Erkämpft das Menschenrecht! Ein Sätzle an Hochwürden H. Broder, damit er sich noch eine ultimative Bildung reinziehen, eine große Entatmung ausstoßen und sich dann zu den letzten Heiligen der von ihm gefeierten Baha'i wählen lassen kann, als geölter Meinungsgott. ManN muss sich ihm vors Gebein schmeißen ... und alles glauben, was er aus persönlichem Missgeschick sich reingezogen hat.

Herrn Broder gelingt es wieder einmal und dabei höchst famos,all das Verlogene,Geheuchelte,das ganze widerliche Pharisäertum,das unser Leben,unsere Gesellschaft heute als einen ständigen,klettenhaften und weder bei Tag noch bei Nacht ermüdenden Begleiter an der Seite hat,in lesenswerte ,ja fast poetische Sätze zu packen.Einen herzlichen Dank dafür !

die viele Leser verdient, besonders unter "unseren" Politikern.