Die Sendung macht mir aus zwei Gründen Spaß:
Zuerst sind da diese untalentierten Leute, die eine unglaublich schlechte Selbsteinschätzung haben. Diese sind es, die von Dieter Bohlen mit scharfer Zunge abgekanzelt werden. Sie sollten ihm dankbar dafür sein, denn vermutlich hat sie noch niemand aus ihrer Traumwelt herausreißen wollen.
Und dann gibt es unter den letzten Kandidaten einen oder zwei interessante, auf die ich mich ehrlich freue und mit denen ich mitfiebere. Es ist ein bißchen wie ein Sportturnier.
TF
weil DSDS bessere Quoten bekommt als andere Shows? - nein ich glaube nicht. In beiden Beispielen bei Gottschalk und SAT1 treten Profis um eine Rolle für Profis an. Zumindest wurde das gestern in einem Halbsatz angedeutet.
Bei DSDS ist es Otto Normalbürger, wie ich und du. Sie singen auch mehrheitlich genauso schlecht wie ich und du im Gegensatz zu Kandidaten in anderen Shows, die eine Gesangsausbildung absolviert haben. Die Einschaltquote bei DSDS ist meiner Meinung nach höher, weil sich das Publikum mit den Kandidaten besser identifizieren kann, man ist auf Augenhöhe. Einige schaffen es dann und suggerieren, daß jeder eine Chance hat.
Man muß nicht diese Sendung nicht ansehen. Es besteht kein Glotzenzwang. Andererseits kommt ein Smalltalk nach solchen Sendungen hin und wieder über das Wettergeschehen hinaus. :-)
Dem neoliberalen Geschwätz von Steiner und Broder konnten die Redaktion nur bedingt den Wind aus den Segeln nehmen.
Die seriöse Alternative zu DSDS ist nicht die ZDF-Show mit Gottschalk, sondern "Jugend musiziert".
Gegen Wettbewerb und Leistungsbereitschaft ist ja nichts einzuwenden, sofern dieser ZIVILISIERT abläuft. Genau dies ist bei "Jugend musiziert" der Fall. Hier werden seit Jahrzehnten von wirklichen Profis die Talente entdeckt.
Betriebswirt Bohlen ist ein begnadeter Marketing-Profi, der seinen eigenen musikalischen Mist und seine asozialen Verhaltensweisen vermarktet. Als Musiker und Pädagoge ist er eine Katastrophe.
Der Schaden kann nicht nur bei den Teilnehmern gesucht werden, sondern viele Jugendliche meinen, nur durch asoziales Verhalten kann man zu Erfolg kommen und werden durch dies Form von Sendungen darin bestärkt.
Weiterhin wird der dort produzierte Musik-Müll auch noch durch eine gewaltige Medienmaschinerie hoffähig gemacht.
Jugend musiziert produziert charakterfeste und leistungsfähige Musiker, DSDS hingegen charakterlose möchtegern Musiker und Musik-Müll.
Es mag sicherlich einige geben,die bei DSDS mit tiefster Sympathie für einen Kandiaten zusehen.
Das Gros der Leute - und genau darauf spekuliert die Gesellschaft,die DSDS produziert und vermarktet- will aber den Verriß sehen (und hören!) ,will sehen und hören,welche "lächerliche" "Gestalten" sich da zeigen und diese in diesem Moment eigentlich bedauernswerten Menschen auslachen.
Wäre es anders,dann müßten die neuen Casting-Shows ,die genauso ernsthaft ablaufen ,wie beim Theater oder für einen Film "gecastet" wird,doch ungemein viel Zulauf haben - vor allem weil dort eigentlich durchwegs talentierte Menschen auftreten.Das Gegenteil aber ist der Fall!
Machen wir uns doch nichts vor :
homo homini lupus est !
Die Kandidaten dafür verantwortlich zu machen,weil sie sich dem
aussetzen,trifft den Punkt nicht.
Denn wer eigentlich wollte nicht von seinem schattigen Allerweltsplätzchen mal auf die (manchmal vermeintliche) Glückswolke von Ruhm,Anerkenntnis,Bedeutung und -ja auch- Reichtum fliegen ?!
Und H.M.Broder -dessen Äußerungen sonst eigentlich immer sehr gut und angebracht sind-, war diesmal nur dabei,um andere auch mal aus reinem Vergnügen ärgern zu können.
Das sei ihm gegönnt !
Die Frage sei mal gestattet, für wen es diese DSDS Sendung eigentlich gibt - wem nützt sie? Herr B. verdient (Vermarktung, Rechte), Labels verdienen an den "Superstars" bis sie verbrannt sind und dann kommt ja - Gott sei Dank - die nächste Staffel mit neuen Marionetten. Selig sind die Naiven...
Schade, daß die Redaktion von Herrn Plasberg nicht Axel Kühn, den Programmdirektor von RTL2, einlud.
Von ihm hätte ich gerne einmal mit eigenen Worten gehört, inwiefern das wiederholte Zeigen schmuddeliger Bett-Szenen bei Big Brother mit dem absurd übertriebenen Verhalten, das sie ihrer kürzlich aus dem Haus geworfenen Kandidatin entgegenbrachten, (Stichwort: Anklagebank) moralisch zu vereinbaren ist. Vom aktuellen Fall Verona Pooth, auch bei RTL2, ganz zu schweigen.
Mit Herrn Kühn könnte - nein, sollte - man vielleicht noch einmal intensiver über die allgemeine Verantwortung diskutieren, die Fernsehsender haben.
genau richtig zur nächsten Bundestagswahl 2009 könnte man dies Sendung einführen. Das wäre mal wahre Demokartie. Jede Partei darf mehrere Kanditaten stellen bzw. jeder mit einem Parteibuch darf sich beim Casting anmelden und die Jury entscheidet wer in die nächste Runde kommt! Und in den Mottoshows, die nach politischen Themen geordnet sind bspw. auch in Form von Rededuellen, wird jedesmal einer durch SMS rausgewählt, bis nur noch 2 Politiker übrig sind! Tipp an die Fernsehsender, das wären an die 100 % Einschaltquote und Top-Werbeeinnahmen bei der Richtigen Sendezeit und durch die vielen SMS und Anrufe könnte man nebenbei noch den Staatshaushalt sanieren! Na Herr Steinrück, wäre doch mal ein Gedanken wert, oder..
wie im alten Rom, funktioniert dieses Motto auch noch heute. Aber anstatt die Verlierer, wie im alten Rom vom Gegner getötet oder den wilden Tieren zum Frass vorgeworfen worden, werden sie heute den Launen und der Meinung eines Dieter Bohlen ausgesetzt. Gebt den Leuten was sie wollen - Unterhaltung bzw. Entertainment, um sie von wahren Wichtigkeiten im Leben abzuhalten. Das hat auch schon im alten Rom funktioniert und die Politik konnte machen was sie wollte! Des Weiteren wird den Kandiaten der schnelle Erfolg und das schnelle Geld suggeriert. Ein Tipp von mir, wie wäre es mit einem neuen Sendeformat: "Deutschland sucht den Superkanzler" - zeitnah zur nächsten Bundestagswahl! Jede Partei darf mehrere kanditaten nominieren und dann wird per SMS jede Woche ein andere rausgewählt! Das wäre doch mal wahre Demokratie! Hoffe nur, das Dieter Bohlen da nicht auch in der Jury sitzt oder vielleicht ja doch - würde dann Kommentare und Sprüche über Merkel und Co. ablasen! Tipp: 100 % Einschaltquote und Top-Werbeeinnahmen
In allen diesen Fällen gilt, dass niemand gezwungen wird dort mitzumachen und ebenfalls niemand gezwungen wird, sich diese Sendungen anzusehen. Selbstverständlich gilt dies auch für "Hart aber Fair". Nachdem ich kurz in die Sendung zappte und das Rededuell zwischen den Herren Bergmann und Broder gewahr wurde, war ich ganz froh darüber, dass ich statt dessen ein doch recht unterhaltsames Fußballspiel gesehen hatte. Gut, dass meine Kinder nie zum Psychologen mussten. Danach wären sie wohl erst richtig verstört und therapiebedürftig - falls denn Herr Bergmann repräsentativ stellvertretend für seine Kaste steht.
Broder hat sich einen Spaß daraus gemacht, den Widerpart zum Klischee-Alt-68er Bergmann zu geben. Hätte Bergmann anders gesprochen, hätte Broder auch anders reagiert. Den Spaß möchte ich ihm gerne gönnen, auf Dauer ist das Zusehen aber langweilig.
Joy Fleming tingelt schon seit Jahr und Tag durch die Talkshows und redet von der guten alten Zeit und den kulturell sagenhaften eigenen Leistungen. Auch das ermüdet mit der Zeit.
Erfrischend war dagegen Stein, der weder versucht hat, gut auszusehen, noch Lust verspürte, sich für irgend etwas zu rechtfertigen.
Erfreulich Küblböck, der tatsächlich weit besser aussah als früher (hat aber ganz schön zugelegt, der Junge) und - abgesehen von ein paar altklugen Einlässen - einen wirklich gereiften Eindruck machte.
Bohlen hingegen spielt bei DsDS eine Rolle: Er weiß, daß seine Sprüche helfen, die Sendung zu einem kommerziellen Erfolg zu machen. Von Kommerz versteht er was, das muß man ihm lassen. Also legt er immer mal wieder eine Schippe drauf und sorgt so für langanhaltenden Quotenerfolg.
Warum denke ich bei der (Über-) Fülle der Casting-Shows eigentlich immer an "Opium für die Massen" und "Brot und Spiele" ...?