Väter

Ich bin du, und du bist ich

Nachgetragene Liebe: Nichts beschäftigt heutige Autoren so sehr wie der eigene Vater. Ihr Antrieb ist nicht Haß, sondern der Versuch, ein Phantom zu fassen - und mit dem Vater Frieden zu schließen.

Lesermeinungen zum Beitrag

10. März 2006 12:31

Vater und Selbst, DER Vater

Dieter Kroener (drdkroener)

Ein schöner Artikel. Zum Traum: Der Vater, der "schweigt" und ihm bestätigt: "Ich bin du und du bist ich" ist nicht sein leiblicher, sondern sein spiritueller Vater, sein Selbst, DER Vater. Erst die Erlösung der Schatten des leiblichen Vaters läßt den wahren Vater, das Selbst, die EIGENE Wirklichkeit sich ausdrücken. Niemand kann deshalb zu seinem Selbst finden, es sei denn, er hat vorher die Schatten des leiblichen Vaters geläutert und erlöst. Religiös ist das Vergebung, Befreiung von Sünde, denn die Muster des leiblichen Vaters sind Götzenaspekte (sog. Schatten). Diese Läuterung ist mehr als Begrifflichkeit: hier wird sie seelische Substanz. Hier kann der Sohn frei werden - im doppelten Sinn, denn dieser Sohn ist dann identisch mit dem der Trinität und erfüllt nunmehr die Wünsche des schweigenden Vaters, der auch er ist. Hier wird vollendete seelische Identität beschrieben. Herzlichen Glückwunsch diesem Autor: Er hat sich selbst, sein Selbst gefunden - lt. Traum.

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