Schön blank: 2001 hat der Designer Philippe Starck für die Franzosen den letzten Franc gestaltet

Finanzkrise

Die bare Münze

Mit ihren Geldmuseen in London, Frankfurt und bald auch in Paris verfolgen die Notenbanken das erklärte Ziel, den Menschen unser heutiges Wirtschaftssystem zu erklären. Plötzlich sind sie sprachlos geworden. Von Lena Bopp

Lesermeinungen zum Beitrag

16. November 2008 13:25

Reliquienverehrung

Justus Möser (Advocatuspatriae)

Die alles entscheidende Frage, die der Artikel stellt, ist diejenige, was das Geld eigentlich wertvoll macht. Mögen Ökonomen wie Milton Friedman weiterhin Diskurse führen, die nur einer handvoll Experten verständlich sind - die vom gesunden Menschenverstand geprägte Antwort auf diese Frage lautet, zumindest was unser heutiges Geld angeht: Gar nichts! Der Umstand, daß eine Körperschaft bedrucktem Papier Wert zuschreibt und diese Zuschreibung von allen Wirtschaftsbürgern geglaubt wird, ist, nüchtern betrachtet, nur als aberwitzig zu bezeichnen. Der Umstand ferner, daß heute das meiste Geld nicht einmal mehr gedruckt wird, sondern nur als binärer Code in einem Computersystem existiert, sei nur en passant erwähnt. Ja, bei Licht betrachtet ist der Glaube an den Wert des Papiergeldes eigentlich nur mit mittelalterlicher Reliquienverehrung vergleichbar: Ein Gegenstand, dessen Materialwert bei Null anzusetzen ist, wird inbrünstig angebetet. Es ist daher an der Zeit, ernsthaft darüber nachzudenken, zumindest beim Münzgeld, besser aber allgemein, zur Edelmetalldeckung der Währungen zurückzukehren. In der kurzen Geschichte des Papiergeldes sind tausende Währungen gekommen und gegangen, Gold und Silber bleiben dagegen immer Gold und Silber.

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