
Ich hatte selber die Möglichkeit Ufuk Topkara bei seiner Arbeit mit Jugendlichen im Museum zu beobachten. Sein unkonventioneller aber wirkungsvoller Stil hat mich sehr beeindruckt. Ich finde es bemerkenswert, dass es Herrn Vetter genauso ging. Jasmin Bruck

Ein Türke, der mal "anders" ist, türkische Schüler, die ihre Feindseligkeit vortragen und konvertiert werden können. Im Ergebnis bestätigt er unsere Sicht über "den Moslem", und alle sind glücklich. Ich habe keinen Zweifel an der Darstellung dieses Berichtes, aber es ist bedauerlich, daß offenbar der Schwerpunkt auf Klischees und Homogenisierung gelegt wird. Als Deutscher mit türkischem Hintergrund kann ich nur sagen, daß die Berührungsängste zwischen mir und dem Judentum wohl aus unerklärlichen Gründen an mir vorbei gegangen sein müssen - genauso wie bei meinen sonstigen "türkischen" Bekannten und Freunden. Ich habe sogar 2 jüdische Freunde und habe in meiner Jugend unglücklicherweise viele Jahre den Kollektivschuldgedanken gegen "die Deutschen" in mir getragen. Es gibt Hoffnung auch für andere, wenn ich diese bedauerliche Haltung ablegen konnte. Vielleicht schafft das auch "der (blonde) Deutsche" und hört mit diesen einfältigen Pauschalisierungen über Türken, Moslems, Ausländern auf, die eigentlich nur dazu da sind, die eigene mit den bizarrsten Vorurteilen gehäufte Weltanschauung zu bestätigen. Der "Antisemitismus" bei türkischen Schülern in Problemkiezen ist ein soziales Problem und kein ethnisches. *Will* man das sehen?

Man kann Herrn Topkara nur beglückwünschen - für seine Idee, sein Konzept und den Mut mit dem er (sicher oft allein) gegen religiöse Unterschiede und Vorurteile steht. Ich hoffe er findet viele Nachahmer, was seine Ansichten angeht.

Ich frage mich jedoch, wie man als Muslim die vielen Passagen im Koran aus dem Kopf verbannte bekommt, die nicht eindeutiger gegen die Juden gerichtet sein können? Dies wäre sicherlich in diesem Artikel sehr interessant gewesen, denn es muss eine Herausforderung für Herrn Topkara gewesen sein. Herr Sapmaz: Alle Einwanderer müssen mehr leisten, um sich in der Gastgesellschaft zu beweisen. Das ist immer so und überall. Nicht nur die Türken, und nicht nur in Deutschland. Mein Vater ist auch nach Deutschland eingewandert, in den 60ern, hat mehr leisten müssen (wollen?), aber er hat sich nie darüber beklagt oder deswegen schlecht über die Deutschen gesprochen. Türken sehen das oft anders und sich als Opfer. Das ist fatal. Was ich auch sehr interessant im Artikel finde, ist, dass die deutsche Lehrerin vermisst, dass die muslimischen (türkischen) Jungs auch sonst einmal die Grenzen aufgezeigt bekommen. Sie als Frau wird es da sicherlich schwer haben. Lehrerinnen bzw. Frauen generell haben bei solchen Schülern kaum Respekt. Dies wird fast nie thematisiert, wirkt sich aber furchtbar im Alltag aus. Da sollte mal Bildung bei den Eltern stattfinden!

Ich finde diese Führungen sehr wichtig. Vor allem die Art und Weise, wie Herr Topkara als Türkischstämmiger sich in die Vorurteile einiger eher streng-religiös erzogenen Kinder reindenken kann und diese entkräftet, indem er die vielen Parallelen der monotheistischen Religionen betont, ist hervorzuheben. Scheinbar hat er auch erhebliche pädogogische Fähigkeiten indem er sie sowohl disziplinieren als auch begeistern und loben kann. So kann man vielleicht auch dem zunehmenden Antisemitismus unter den (konservativ-religiösen) Deutsch-Türken begegnen... Aber eines ist auch Hr.Topkara aufgefallen: "Ich habe oft den Eindruck, mehr leisten zu müssen, um gleichbehandelt zu werden".. Auch er wird wohl noch oft diskriminiert und bestätigt die Erfahrungen der meisten Aufsteiger mit türkischem Hintergrund.

im Museum auch ein paar Skinheads einstellen. Dann fällt es leichter mit Neonazis ins Gespräch zu kommen und sie dazu zu bewegen ihre Vorurteile zu überwinden.