Muslime im Jüdischen Museum

Lernen vom großen Bruder

In Berlin führt ein Muslim durch das Jüdische Museum. Dank seiner Herkunft gelingt Ufuk Topkara, woran andere Führer scheitern: Selbst pubertierende türkische Schüler hören ihm zu. Von Philipp Vetter

Lesermeinungen zum Beitrag

06. Juli 2008 13:29

Speziell für alle

Jasmin Bruck (jasminbruck)

Ich hatte selber die Möglichkeit Ufuk Topkara bei seiner Arbeit mit Jugendlichen im Museum zu beobachten. Sein unkonventioneller aber wirkungsvoller Stil hat mich sehr beeindruckt. Ich finde es bemerkenswert, dass es Herrn Vetter genauso ging. Jasmin Bruck

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04. Juli 2008 11:45

@ Herr Arslan

Till Diesing (Zabel24)

Nun ja, der Bericht ist denke ich doch ziemlich sachlich. Er schreibt ja gerade explizit, daß die Jugendlichen eben nicht feindseelig sind sondern eher gelangweilt - kein Wunder in dem Alter ;-) . Darüberhinaus hab ich auch als nicht blonder Deutsche keinerlei Berührungsängste oder pauschalisiere nicht gegenüber Moslems oder Türken. Ich bin bewußt mit meiner jüdischen Freundin nach dem Spiel Kroatien-Türkei noch mal mit der Hochbahn durch Kreuzberg gefahren um mir die Party nicht entgehen zu lassen... war witzig. Aber daß der Bericht die Tatsachen erwähnt, daß man jahrelang suchen mußte um einen türkischen Führer zu finden und daß die Kreuzberger Nachbarn kaum in das Museum kommen ist nun mal einfach - wahr. Und kein Klischee ;-) Also sollten Sie das auch akzeptieren daß man das auch so sagen darf. Entscheidend sollte sein daß sie nun einen Weg gefunden haben daß zu ändern. Mit der Aussage daß man allgemein die sozialen Ungleichheiten nicht ständig auf die Frage der Herkunft reduzieren sollte um die wahren Probleme zu kaschieren haben Sie recht.

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04. Juli 2008 11:06

Ein sehr schöner Artikel, bei dem die Welt noch stimmt:

Ali Arslan (Babaali)

Ein Türke, der mal "anders" ist, türkische Schüler, die ihre Feindseligkeit vortragen und konvertiert werden können. Im Ergebnis bestätigt er unsere Sicht über "den Moslem", und alle sind glücklich. Ich habe keinen Zweifel an der Darstellung dieses Berichtes, aber es ist bedauerlich, daß offenbar der Schwerpunkt auf Klischees und Homogenisierung gelegt wird. Als Deutscher mit türkischem Hintergrund kann ich nur sagen, daß die Berührungsängste zwischen mir und dem Judentum wohl aus unerklärlichen Gründen an mir vorbei gegangen sein müssen - genauso wie bei meinen sonstigen "türkischen" Bekannten und Freunden. Ich habe sogar 2 jüdische Freunde und habe in meiner Jugend unglücklicherweise viele Jahre den Kollektivschuldgedanken gegen "die Deutschen" in mir getragen. Es gibt Hoffnung auch für andere, wenn ich diese bedauerliche Haltung ablegen konnte. Vielleicht schafft das auch "der (blonde) Deutsche" und hört mit diesen einfältigen Pauschalisierungen über Türken, Moslems, Ausländern auf, die eigentlich nur dazu da sind, die eigene mit den bizarrsten Vorurteilen gehäufte Weltanschauung zu bestätigen. Der "Antisemitismus" bei türkischen Schülern in Problemkiezen ist ein soziales Problem und kein ethnisches. *Will* man das sehen?

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04. Juli 2008 09:47

Leider zu erwarten... aber super!

Till Diesing (Zabel24)

Super Idee! Und mutig, ich bin mir sicher daß es selbst unter einigen konservativen Juden - genauso wie unter so einigen Kommentatoren hier - nich so gut ankommt. Aber das war ja leider zu erwarten. Es fordert halt ein wenig mehr Intellekt und Sprachkompetenz ein multilingualer Grenzgänger zu sein als hinter seinem Betonbrett vorm Kopf sakastische verharmlosende Kommentare über Skinheads, über den Jugendslang, oder den Namen von Herrn Topkara zu machen. Aber er macht im Bericht den Eindruck als könne er mit stumpsinnigen Anfeindungen gut umgehen. PS: Sowohl das jüdische Museum in Berlin als auch das Deutsche Museum dort sind mit Abstand die beiden interessantesten Museen die ich jemals besucht habe. Wer die Gelegenheit hat...nichts wie hin ;-) Hoffentlich gibt es auch mal ein ebenso gutes islamisches Museum in Deutschland!

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04. Juli 2008 08:24

Glückwunsch

St. Koch (Pensacola)

Man kann Herrn Topkara nur beglückwünschen - für seine Idee, sein Konzept und den Mut mit dem er (sicher oft allein) gegen religiöse Unterschiede und Vorurteile steht. Ich hoffe er findet viele Nachahmer, was seine Ansichten angeht.

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04. Juli 2008 07:38

Gute Idee

Martin Klocke (mampo)

Ich frage mich jedoch, wie man als Muslim die vielen Passagen im Koran aus dem Kopf verbannte bekommt, die nicht eindeutiger gegen die Juden gerichtet sein können? Dies wäre sicherlich in diesem Artikel sehr interessant gewesen, denn es muss eine Herausforderung für Herrn Topkara gewesen sein. Herr Sapmaz: Alle Einwanderer müssen mehr leisten, um sich in der Gastgesellschaft zu beweisen. Das ist immer so und überall. Nicht nur die Türken, und nicht nur in Deutschland. Mein Vater ist auch nach Deutschland eingewandert, in den 60ern, hat mehr leisten müssen (wollen?), aber er hat sich nie darüber beklagt oder deswegen schlecht über die Deutschen gesprochen. Türken sehen das oft anders und sich als Opfer. Das ist fatal. Was ich auch sehr interessant im Artikel finde, ist, dass die deutsche Lehrerin vermisst, dass die muslimischen (türkischen) Jungs auch sonst einmal die Grenzen aufgezeigt bekommen. Sie als Frau wird es da sicherlich schwer haben. Lehrerinnen bzw. Frauen generell haben bei solchen Schülern kaum Respekt. Dies wird fast nie thematisiert, wirkt sich aber furchtbar im Alltag aus. Da sollte mal Bildung bei den Eltern stattfinden!

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04. Juli 2008 01:31

Hervorragen

Serkan Sapmaz (SerkanSapmaz)

Ich finde diese Führungen sehr wichtig. Vor allem die Art und Weise, wie Herr Topkara als Türkischstämmiger sich in die Vorurteile einiger eher streng-religiös erzogenen Kinder reindenken kann und diese entkräftet, indem er die vielen Parallelen der monotheistischen Religionen betont, ist hervorzuheben. Scheinbar hat er auch erhebliche pädogogische Fähigkeiten indem er sie sowohl disziplinieren als auch begeistern und loben kann. So kann man vielleicht auch dem zunehmenden Antisemitismus unter den (konservativ-religiösen) Deutsch-Türken begegnen... Aber eines ist auch Hr.Topkara aufgefallen: "Ich habe oft den Eindruck, mehr leisten zu müssen, um gleichbehandelt zu werden".. Auch er wird wohl noch oft diskriminiert und bestätigt die Erfahrungen der meisten Aufsteiger mit türkischem Hintergrund.

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03. Juli 2008 23:50

Wunderbar!

Meut Hässler (Haesller)

Bitte mehr solcher Artikel. Toller Bericht!

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03. Juli 2008 23:10

Vielleicht könnte man

TOBIAS RÜGER (t.ruger)

im Museum auch ein paar Skinheads einstellen. Dann fällt es leichter mit Neonazis ins Gespräch zu kommen und sie dazu zu bewegen ihre Vorurteile zu überwinden.

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